Montag, 20 Juni 2016 16:55

Spreading Dread - Age of Aquarius

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Spreading Dread - Age of Aquarius Spreading Dread - Age of Aquarius Bret Hard Records

Spreading Dread stammen aus Tschechien und veröffentlichen 2016 ihr aktuelles Zweitwerk „Age of Aquarius“ über Bret Hart Records und fühlen sich in progressiven Thrash/Death Metal beheimatet. Dies kann man durchaus auch so stehen lassen, denn Death Metal-Anteile, die mit klarem Gesang und herrlich verrückten Stakkato Spielereien aufwarten, kann man nur als progressiv ansehen.

Nach einem ruhigen Intro, geht man mit „Devolution“ gleich in die vollen. Ein an den Göteborg-Sound erinnerndes Riff und variantenreiches Drumming hauchen dem eigentlichen Opener des Albums gleich eine sehr starke Präsenz ein. Tiefe Growls gepaart mit leicht verwaschenen Clean-Vocals macht aus dem Song mehr als nur einen Appetithappen. Herrlich Duo-Lead Gitarren eröffnen „Oil-Stained“ bevor es urplötzlich in einem rockigen Teil losgeht und man sich an Nevermore erinnert fühlt. Abwechselnde Doublebass-Attacken, die sich mit Drum Patterns abwechseln, Gitarrenriffs die mit Single-Note Touch daherkommen, slappender Bass – ja das funktioniert sehr gut und der Spannungsbogen ist präsent. Effektgeschwängerte Gitarren leiten „Conspiracy“ ein und hier geht man ungewohnt und konsequent einen gänzlichen anderen Weg. Bis zur Mitte des Songs galoppiert man wunderbar im Thrash/Death ohne zuviel Leidenschaft für Experimente, nur um dann die Geschwindigkeit zu drosseln und eine gänzlich andere Stimmung zu erzeugen. Ruhig, fast andächtig und nur durch Mehrstimmigkeit wird agiert, während sich im Hintergrund ein elektronischer Herzrhythmus stimmungsvoll einbringt. „State Of The Art“ mit einer Spielzeit von über 8 Min lässt alle Vorzüge des musikalischen Schaffens erkennen. Moderne Gitarrenwände, die sich mit vertrackten Patterns abwechseln, abrupte Breaks, die mit Akustik-Gitarren eine gänzlich andere Atmosphäre aufbauen, nur um alles wieder mit verrückten Leads alles ins Nirwana zu befördern. Generell agiert der 5er aus Prag sehr versiert und auch wenn es einem bei dem ersten Hörkontakt etwas erschrecken mag, ob der Spielfreude und Kompositionen, lohnt sich hier der Blick über den Tellerrand und der eigenen Komfortzone. Ob schnell oder sangsam, verspielt oder direkt, oder gar alles auf einmal – es macht immer mehr Freude, sich an diesem beachtlichen 2. Album gütlich zu tun. Manchen mag es überladen vorkommen, aber nach vielen Durchläufen möchte ich auf keinen Teil verzichten. Ein einziger Kritikpunkt, der mich immer wieder mal während dem Hörgenuss stör, ist der sterile Sound der Bass-Drum und des Schlagzeugs im allgemeinen. Gerne hätte ich hier ein „geerdeten“ Klang vernommen, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

 

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

 

Tracklist:

 

Birth Of Consciousness

Devolution

Oil-Stained

Conspiracy

Karmic Wheels

Prayer For The Living

State Of The Art

Slavia Divanorum

Weitere Informationen

  • Band: Spreading Dread
  • Album Titel: Age of Aquarius
  • Erscheinungsdatum: 08.01.2016
  • Fazit: Virtuos, Spielfreude zusammen mit zum Teil schönem Klargesang, gepaart mit Death Metal und einer nicht zu verachtenden Prise Progressivität und Wahnsinn. "Age of Aquarius" enthält Zutaten für ein sehr abwechslungsreiches Album, das jedem Hörer die bisherigen Grenzen überdenken lässt. Klare Kaufempfehlung für die, die sich im musikalischen Sinn keine Scheuklappen aufsetzen wollen.
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Spreading Dread - devolution Spreading dread, Bret Hard Records