Mittwoch, 23 März 2016 08:56

Sabiendas - Column Of Skulls

geschrieben von Inlé
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Column Of Skulls Column Of Skulls Sabiendas

Sabiendas kommen aus dem „Pott“ und nicht wie erst mal vermutet aus Südamerika und ist meine erste Konfrontation mit dem Quintett, welches sich dem Death Metal verschrieben hat. Eine eine Assoziation mit den großen amerikanischen Vertretern old-schooliger Machart ist durchaus berechtigt und bringt mich persönlich direkt auf Betriebstemperatur.

Wer bei Sabienda’s „Column Of Skulls“ nicht automatisch an die glorreichen 90er US Death Metal Szene denken mag, dem möchte man seine Ohren am liebsten sofort gerade rücken. Hier werden die typischen Merkmale auf den Hörer freigelassen, sei es Midtempo Double Bass Attacken oder ausgeprägte Single-Note Melodien, die abwechselungsreich und in perfekter Symbiose miteinander (dis)harmonieren. Stampfige Moshparts wechseln sich gekonnt mit Blast Attacken ab, wie in „The Art Of Leng T’che“ und auch die Vocals von Jan bieten mit Growling und Screams eine kurzweilige Unterhaltung. Einer der stärksten Songs auf dem bereits zweiten Album der Recklinghausener versteckt sich hinter „Ascending The Scaffold“. In absoluter Perfektion wabert und holzt sich die Rhythmusfraktion um Drummer Toni und Bassist F.T. durch das 5 Minuten Highlight. Hier wird Old School groß geschrieben, das Rad nicht neu erfunden – aber: das muss es auch nicht. Eher im Gegenteil – Innovation ist im Metalsektor eine wunderbare Sache, aber hier nicht von Nöten, es wird einfach zu viel gut und richtig gemacht. Im Übrigen auch die Produktion. Nicht um jeden Preis am Loudness-War teilzunehmen ist eine willkommene Abwechslung - jedes Instrument bekommt den Raum, den es benötigt um sich zu entfalten.


Obwohl die stilistische Orientierung ein wenig vordergründig ist, schaffen es Sabiendas durchaus, sich in dieser Nische breit zu machen und ihrem Schaffen einen eigenen unverkennbaren Stil aufzudrücken. Das Alex und Christian an der Gitarrenfront ebenfalls ein ordentliches Brett abreißen, Riffs und Soli in schmeichelnder Weise kombinieren, kann man in „Cabron Hijo de Puta“ Eindrucksvoll erlauschen. Gleiches gilt ebenso der Artwork Gestaltung, welches eine perfekte Umsetzung der thematischen Bezüglichkeiten veranschaulicht. Wer noch einen Audio-Visuellen Eindruck möchte, klickt unten auf das Youtube Video, da waren die Jungs (und Mädel) Headliner auf dem ersten Ground Force Festival!

 

Trackliste:

01. Intro

02. Worse Than Death

03. The Art of Leng T’sche

04. Ascending the Scaffold

05. Cabron Hijo de Puta

06. Column of Skulls

07. The Castle

08. Harbringer of War

09. Excrements of the Behemoth

10. March of the Lasquenets

 

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Sabiendas
  • Album Titel: Column Of Skulls
  • Erscheinungsdatum: 08.10.2015
  • Fazit: Ein rundherum Laune machendes Album, dessen Stilistik die 90er old-school Anleihen nicht leugnet, dennoch ein eigenen Charme besitzt. Knappe 40 Minuten sehr gute bis fesselnde Songs, eine ordentliche Produktion die Live mit Sicherheit genauso gut kanllen. Für Leute, die gerne groovigen, nachvollziehbaren und abwechslungsreichen Death Metal hören, ein Pflichtkauf.
Gelesen 1534 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 23 März 2016 09:03

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Ground Force One Sabiendas