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Samstag, 05 Mai 2012 16:11

Kings of Black Metal 2012

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Die Speerspitze der schwarzen Künste lockten wie jedes Jahr wieder in hessische Gefilde. Auch wir ließen uns das natürlich nicht 2 mal sagen und machten uns auf die gut 300 Km lange Reise.

Als wir endlich im schönen Alsfeld eintrafen hatten sich auf dem Parkgelände schon etliche Anhänger der sagenumwobenen Kultszene versammelt. Und in der Halle ging schon ordentlich die Post ab. Leider verpassten wir Mor Dagor und es prügelten schon die Mannen von Glorior Belli drauf los. Die Mixtur aus traditionellem Black Metal und Elementen von Stoner Rock wird von den Franzosen eindrucksvoll zur Schau gestellt und konnte durchweg überzeugen.

Als nächstes konnten die Italiener Forgotten Tomb ihr Können unter Beweis stellen. Es ist schwierig für ihren experimentellen Stil Worte zu finden. Depressiv angehaucht und teilweise sehr ruhig, aber trotz allem auch sehr Intensiv. So war auch dieser Auftritt für mich ein echter Hochgenuss. Wenn auch nicht alle Besucher diese Meinung teilten.

Ein kleiner Höhepunkt kam für mich dann Persönlich schon als nächstes mit Angantyr auf die Bühne. Leider vom Sound nicht zufrieden stellend versuchten Ynleborgaz und seine dänischen Landsleute alles um dem Publikum eine gute Show zu bieten. Für mich persönlich immer noch eine der unteschätztesten aber genialsten Black Metal Combos in dem Line-up.

Leider konnte die Soundtechnik dem mal wieder nicht gerecht werden.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Zeit für ein wenig Abwechslung in form von der Motörhead Tribute Band von Abbath. Die Bömbers rockten die Bühne und der Auftritt war einfach nur phänomenal! Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, wenn ich die Augen geschlossen hatte, dass ich mitten in einem Motörhead Konzert stehen würde. Ich habe noch nie jemanden gehört, der Lemmy’s Stimme derart perfekt wiedergeben kann wie Abbath von Immortal. Ein bestechend starker Auftritt, der mit Viel Beifall bejubelt wurde. Unter anderm wurden Klassiker wie “Bomber“, “Orgasmatron“, “Ace of Spades“, “Overkill“, “Motörhead“ und “Killed by Death“.

Tsjuder trieben dann die Messlatte vollends in unerreichte Spheren. Ein absolut brillanter Auftritt, qualitativ ein Hochgenuss und nach meiner Einschätzung kaum zu toppen! Es mag natürlich sein dass hier auch die Erfahrung einen Anteil hat, da Tsjuder natürlich auch mit ihrer Dienstzeit weit über dem Durchschnitt liegen dürften. Auch mein absoluter Lieblingssong “Mouth of Madness“ wurde zum besten gegeben, was mich natürlich zusätzlich besonders freute.

Bei Impaled Nazarene mussten wir dann doch eine Kleine Pause einlegen bevor es dann der Endspurt mit Dark Funeral, Behexen und Shining startete.

Mit neuer Besetzung am Mikro bretterte die schwedische Combo los und überrollte alles was ihr im Weg stand. Nachtgarm, der neben Dark Funeral auch Negator die Passenden Vocals verleiht, zeigte von Anfang an, dass genau er der passende Ersatz für Caligula ist. Die Dauer seiner Screams war wirklich beachtlich und auch sonst konnten Dark Funeral eine gute Show bieten. Auch für Kritiker der Band muss dies wohl einer der besten Auftritte der Band gewesen sein, denn allen Unkenrufen zum trotz konnte die Band enorm viel Applaus für sich verbuchen.

Leider war dann zum Ende des Festivals die Zeitverzögerung immer deutlicher Geworden, sodass man schon vor Behexen weit über einer halben Stunde hinter der Vorgabe lag. Dies wurde dann durch die nervig lange Umbauphase von eben diesen nicht gerade Besser. Es ist zwar schon traurige Tradition beim Kings of Black Metal dass die Time-Line nie eingehalten wird. Aber das Rockstargehabe von den Finnen erinnerte mich doch sehr an den Watain Auftritt von 2009… Einfach nur nervig für alle beteiligten. Zum Auftritt kann man sagen, die Setlist war sehr stimmig, aber der Sound war meiner Meinung nach so unterirdisch, dass es schon fast peinlich war. Ich habe selten einmal ein schlechter eingestelltes Drumset gehört, die Stimme von Sänger Torog schlug auch nicht besonders durch und die Gitarren waren aufeinander auch miserabel abgestimmt. Natürlich kann man das nicht der Band anrechnen, die sichtlich bemüht war, doch eine gute Show zu bieten. Trotzdem polarisierte der Auftritt sehr stark, da doch einige von der Spielkunst der Band derart verblendet sein müssen, dass ihnen der Sound einfach schlichtweg egal zu sein scheint.

Beim Headlinder Shining der mit gut einer Stunde Verspätung dann beginnen konnte, war dann Soundtechnisch wieder alles bestens. Zumindest anscheinlich, denn Peter Huss hatte immer mal wieder zwischendurch Probleme. Doch zum Glück haben die Schweden mit ihrem neuen Gitarristen einen wahren Glücksgriff getan, sodass die Show von Shining trotz allem ein Sahnestück bleibt. Angenehm bemerkbar macht sich meiner Meinung auch mittlerweile Frontman Niklas Kvarforth, der sich sehr zurück hält und sich mittlerweile wohl auf das Wesentliche, nämlich die Musik, beschränken kann. Leider wurde auch bei ihnen dank der Verspätung etwas an Spielzeit gekürzt, sodass die angekündigten 2 Stunden Spielzeit nicht ganz eingehalten werden konnten. Doch was die Herren dargeboten haben war wirklich großes Kino, dass auch ein wenig in die frühen Tage von Shining zurückgegriffen hat. Doch die Halle war schon deutlich leerer als noch bei den Vorgängerbands. Dass war meiner Meinung nach aber auch Vorhersehbar, denn bei Shining scheiden sich bekanntlich schon immer die Geister und viele sind einfach nicht bereit für die Intensität der Schweden.

Alles in Allem ein großartiger Tag mit vielen neu gewonnenen Eindrücken und eine riesigen packung and schwarzmetallischer Kunst! Auch im nächsten Jahr werden wir wieder mit von der Partie sein wenn die Könige wieder zur Audienz bitten!!!

Weitere Informationen

  • Band(s): Shining,Behexen,Dark Funeral, Impaled Nazarene, Tsjuder, Bömbers,Angantyr,Forgotten Tomb, Glorior Belli
  • Wann: 21.04.2012
  • Wo: Alsfeld, Hessen
Gelesen 2621 mal Letzte Änderung am Montag, 07 Mai 2012 00:59