Mittwoch, 18 November 2015 18:33

Verheerer - Archar

geschrieben von Ghostwriter
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Deutschlands Norden. Einsilbigkeit. Regen. Raue Natur. Harte Menschen. Black Metal. So oder so ähnlich würde nach Aussage meines in Bremen gebürtigen Arbeitskollegen ein blumig-beschriebenes Review eines in Bremen aufgenommenen BM-Albums aussehen.

Mir selber fehlen wahrscheinlich die sprachlichen Fähigkeiten ein Album zu Beschreiben, das von zwei Flensburgern und damit noch weiter aus dem Norden stammt und die mit Informationen zum Projekt oder zum Album sehr hinter dem Deich bleiben – Und trotzdem will ich versuchen ein paar Worte zum Debüt der beiden Jongs von Verheerer namens „Archar“ zu finden.


Mit vier Tracks, aber eine durschnittlichen Spiellänge von fast 7ben Minuten sprechen wir hier nur knapp von einer EP, die gefühlt aber durchaus in die Sparte Album passen könnte. Man merkt Archar auch sofort die Lange Entstehungszeit an, gibt es das Projekt doch schon seit 2008 ohne bisher in Erscheinung getreten zu sein. So wenig man über Verheerer weiß, so fulminant gibt sich Archar. Mit einer durchdachter Choreografie sind die vier Songs für Black Metal sehr melodisch und abwechslungsreich gestaltet, mit allen Einflüssen klassischer BM-Outputs wie dröhnenden Gitarrenwänden, DoubleBass Einlagen und einem rotzend-räudigen Growling, wie es besser nicht passen könnte. Beim Riffing bzw. der Gitarrenarbeit an sich, haben wir den ersten großen Aufhorcher – Die gebotenen Soli bzw. insgesamt die Konzentration auf die Gitarrenparts sind für Black Metal fast schon unüblich zu nennen, was dem Werk allerdings in keinster Weise schadet, sondern Akzente setzt. Ohne jetzt das Wort progressiv zu benutzen, möchte ich das Wort progressiv benutzen und meine damit mitnichten angestrengtes „Anderssein“ durch überladene Experimente, sondern ein in sich schlüssiges melodisches Gitarrenkonzept, das sich nahtlos in das Songefüge einreiht ohne zu sehr aufzufallen oder nervig zu sein. Abgeschmeckt wird auch im Hause Verheerer mit Samples (mit biblischem Kontext) aus Filmen die ich (ausnahmsweise) leider nicht näher benennen kann oder das eine oder andere Mal mit Keyboard untermalt wurde.

 

Archar geht vielleicht nicht neue Wege, aber definitiv abseits der Pfade und schafft es, etwas Eigenständiges zu erschaffen ohne greifbar bei anderen Bands abzukupfern. Aus meiner Sicht eine echte Leistung wenn man bedenkt wie viele Outputs gerade im Underground Sektor auf den Markt drücken. Ich persönlich bin schon sehr gespannt was bei einem längeren Werk herauskommt und wir bleiben für euch am Ball!


Trackliste:

01 Niederkunft

02 Archar

03 Totenkult (Drink Bitterness)

04 Verheerer


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Verheerer
  • Album Titel: Archar
  • Erscheinungsdatum: 12.09.2015
  • Fazit: Archar geht vielleicht nicht neue Wege, aber definitiv abseits der Pfade und schafft es, etwas Eigenständiges zu erschaffen ohne greifbar bei anderen Bands abzukupfern. Aus meiner Sicht eine echte Leistung wenn man bedenkt wie viele Outputs gerade im Underground Sektor auf den Markt drücken. Ich persönlich bin schon sehr gespannt was bei einem längeren Werk herauskommt und wir bleiben für euch am Ball!
Gelesen 2710 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 November 2015 18:42