Montag, 18 Mai 2015 13:08

Kings Destroy - Kings Destroy

geschrieben von Soundchaser
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Kings Destroy Kings Destroy Kings Destroy

"Ich verstehe nicht, was soll das sein? Avantgarde?" Dieser Satz schoss mir nach dem ersten Anhören des aktuellen Albums der Band aus Brooklyn durch den Kopf. Dieses Zitat stammt aus der Folge einer Fernsehserie (Buffy). Es beschreibt geradezu perfekt den Eindruck, den „Kings Destroy“ bei mir hinterlassen haben.

Aufgrund des Bandnamens vermutete ich zunächst reinrassigen Doommetal, doch finden sich auch Elemente aus Punk, Hardrock und Psychedelic Rock. Auf der offiziellen Webseite wird die Band als „Hybrid zwischen Stoner Rock, Doom und Hardcore“ beschrieben.


Die Songtitel zeigen sofort: Doom ist nur eine der Zutaten. „Smokey Robinson“ startet mit schweren, schleppenden Riffs, klassisch und doomig. Nach Einstieg mit streckenweise gedoppeltem Gesang (gut gemacht!) geht’s aufs Gaspedal, schnell und punkig – aber unnötig und störend wie Vogelschiss auf einer sauberen Frontscheibe.


„Mr.O“ (siehe Video) und „W2“ klingen mäßig interessant, rumpeln aber an mir vorbei, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Mythomania“ gefällt mir da wesentlich besser, schöner ruhiger Einstieg und insgesamt atmosphärisch reizvoll. Mit „Embers“ und „Green Diamonds“ folgen zwei weitere Songs, die klassische, treibende Riffs bieten, ohne sich mir als Dauergast in meinem Gehörgang zu empfehlen. Mit „Time for War“ schließen Kings Destroy das Album mit einer Nummer, deren Titel etwas völlig anderes erwarten lässt: hier hört man keinen Kriegslärm, sondern eher Verzweiflung – immerhin: passend intoniert. Im Hintergrund scheppert und dröhnt irgendein Dauergeräusch, das vermutlich die bedrohliche Kulisse für den Song untermauern soll, aber irgendwie nur nervt.


Kings Destroy vermitteln den Eindruck von Eigenständigkeit. Jedoch lässt sich daraus leider nicht immer Güte ableiten. Das aktuelle Album ist weder Fisch noch Fleisch. Weder hat es die cleane Power von Doom Metal, noch die Rotzigkeit von Punk, nicht die Komplexität von Prog Metal, und die Stimme des Sängers Steve Murphy trägt für mich persönlich dazu bei, dass die Songs insgesamt nicht unbedingt an Einprägsamkeit gewinnen – aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Die Produktion ist erdig, der Bass schön differenziert herauszuhören – schade, dass die Qualität der Songs dahinter zurückbleibt.


Trackliste:


1. Smokey Robinson

2. Mr. O

3. W2

4. Mythomania

5. Embers  

6. Green Diamonds

7. Time for War

 

Bewertung:

5,5 von 10 Punkten  


Weitere Informationen

  • Band: Kings Destroy
  • Album Titel: Kings Destroy
  • Erscheinungsdatum: 05.05.2015
  • Fazit: Wer auf nachdenklichen, psychedelisch-melancholisch angehauchten Hardrock im Mix mit Stoner Metal, Doom-Elementen und etwas Punkmomenten steht, sollte mal ein Ohr riskieren. Wer auf prägnante Refrains hofft, auf treibende Heavy-Rhythmen und/oder messerscharfe (auch zeitlupenlangsame) Riffs, sollte sich nach etwas anderem umhören.
Gelesen 2413 mal Letzte Änderung am Montag, 18 Mai 2015 13:36

Medien

Mr. O Kings Destroy