Donnerstag, 14 Mai 2015 18:27

Spellbreaker – House of Cards

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Spellbreaker – House of Cards Spellbreaker – House of Cards Spellbreaker

Spellbreaker aus Bielefeld existieren bereits seit 2005 und haben nach ihrer Debut-Veröffentlichung 2010 nun ihr zweites Album fertig gestellt. Live haben Spellbreaker bereits mit Bands wie Obituary, Tankard, Onkel Tom Angelripper, Darkened Nocturn Slaughtercult, Cripper, Cancer Bats und Narziss gespielt. Die Liste der Bands macht schon klar, dass sich Spellbreaker nicht so einfach in eine Schublade packen lassen wollen und ungeniert Genres mischen und zwischen ihnen wechseln, je nachdem was der Song gerade erfordert.


Das ist ein erfrischender Ansatz, wenn auch nicht ganz ungefährlich, denn wenn es am Ende nicht homogen klingt, dann gibt es erstens kaum einen Wiedererkennungseffekt und zweitens wird es auch für potenzielle Fans nicht gerade einfacher auf die Band aufmerksam zu werden. Um beides muss man sich bei Spellbreaker allerdings keine Gedanken machen. Sie mischen zwar klassischen Heavy Metal mit NWOBHM-Einflüssen, Thrash- und auch Melodic Death Metal, aber Sänger Lance kann das gesamte Spektrum auch überzeugend abdecken und das Album wirkt wie aus einem Guss.


Vorweg: die Produktion klingt recht dünn, die aggressive und druckvolle Musik würde von einer ebensolchen Aufnahme/Abmischung noch einmal deutlich profitieren. Was gibt’s denn nun auf die Ohren: „Siege of '73“ ist ein klassischer Metal-Song, bei dem sowohl mit Klargesang also auch mit Growls gearbeitet wird. „Borders“ ist schon ein ziemlich brutaler Song mit durchgehenden Growls. „Last Piece In The Puzzle“ erinnert von der Machart an späten 80er-Jahre Thrash mit teils Annihilator-artiger Rhythmusgitarre. „Losing Home“ vollzieht den Wechsel von der zu Beginn eher ruhigen Stimmung hin zu einem ziemlich vertrackten und schnellen Nackenbrecher – sehr schön gemacht!


„Meet In The Middle“ wieder ein „normaler“ Metaltrack, aber keineswegs schlecht. Bei „Wendigo“ wird härtemäßig wieder eine ordentliche Schippe sowie gutturaler Gesang draufgelegt, kaum zu fassen, dass dieser Song von der gleichen Band ist, wie der vorige. Wer schon viele Musikerwitze über Bassisten gehört oder erzählt hat, der sollte sich mal „Shed“ anhören – hier wird der Bass nicht nur zur Unterstützung der Rhythmusabteilung, sondern auch als tragendes Instrument eingesetzt. „House Of Cards“ geht wieder in eine ganz andere Richtung: in der Strophe teils Crossover-Elemente, dann wieder Growls und psychedelische Zwischenparts – wie schon bei anderen Songs wird hier alles durcheinandergewürfelt und zusammen gebracht, was eigentlich gar nicht passen dürfte und funktioniert dann doch. „The Shadow Of Mt. Rushmore“ zeigt dann in knapp neun Minuten nochmal das gesamte Spektrum der Band in nur einem Song.


Auf der Haben-Seite steht ganz vorne die enorme Vielseitigkeit der Band und die abwechslungsreichen Songs, die zwar alle keine leichte Kost sind und die wenigsten davon einen sofort mitgehen lassen, aber gerade auch die Leistung von Sänger Lance ist bemerkenswert und wer sich mit dem Album auseinandersetzt sollte auf jeden Fall lange damit Spaß haben. Wer ohne Scheuklappen auf der Suche nach etwas wirklich ungewöhnlichem ist, der sollte hier unbedingt mal reinhören, denn es ist nicht nur anspruchsvoll, sondern macht einfach Freude. Das einzige was diese Freude etwas trübt, ist die Produktion.


Tracklist:
1. The Siege Of ’73
2. Borders
3. Last Piece Of The Puzzle
4. Losing Home
5. Meet Me In The Middle
6. Wendigo
7. Shed
8. House Of Cards
9. The Shadow Of Mt. Rushmore


Bewertung
7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Spellbreaker
  • Album Titel: House of Cards
  • Erscheinungsdatum: 23.10.2014
  • Fazit: Auf der Haben-Seite steht ganz vorne die enorme Vielseitigkeit der Band und die abwechslungsreichen Songs, die zwar alle keine leichte Kost sind und die wenigsten davon einen sofort mitgehen lassen, aber gerade auch die Leistung von Sänger Lance ist bemerkenswert und wer sich mit dem Album auseinandersetzt sollte auf jeden Fall lange damit Spaß haben. Wer ohne Scheuklappen auf der Suche nach etwas wirklich ungewöhnlichem ist, der sollte hier unbedingt mal reinhören, denn es ist nicht nur anspruchsvoll, sondern macht einfach Freude. Das einzige was diese Freude etwas trübt, ist die Produktion.
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