Donnerstag, 07 Mai 2015 13:14

GodPuppet - The Breathing

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GodPuppet - The Breathing GodPuppet - The Breathing GodPuppet

GodPuppet gründeten sich 2011 in Nordhorn/Lingen, machen melodischen Death-/Thrash Metal und haben jetzt ihr Debut-Album veröffentlicht. Als Einflüsse nennt die Band selbst Namen wie beispielsweise Pantera, Lamb of God, Machine Head, Testament, Hatesphere und At the Gates. Das zeigt zwar die grobe Richtung an, die Band baut aber auch immer wieder New Metal-Elemente ein und verzichtet im Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz auf Gitarrensoli, die ja andere Melodic Death-Bands wie Arch Enemy gerade auszeichnet.

Als erstes sticht die, nicht nur für eine Eigenproduktion, sehr professionelle und druckvolle Produktion positiv heraus. Musikalisch geht es ebenfalls hochkarätig zur Sache, man merkt, dass die Band zwar noch recht jung, die Musiker selbst aber über recht viel Erfahrung verfügen und alle schon in einer beachtlichen Anzahl an Bands mitgespielt haben. Was man hier allerdings gleich vorneweg sagen sollte: Melodisch ist bei GodPuppet relativ und man sollte keine Melodielinien wie bei Testament, Arch Enemy oder Kreator erwarten, hier geht es eine ganze Ecke rauer zu.


Die 9 Songs („Maggot“ ist nur ein Intro), sind alle aggressiv, schnell, knüppeln durch und lassen dem Hörer wenig Verschnaufpausen, lediglich bei „Inner Descent“ gibt es mal eine ruhigere Stelle. Die Intrumentalisten können überzeugen, Sänger Renato lässt ebenfalls nichts anbrennen und hat offenbar vor den Aufnahmen erst mal ausgiebig mit Napalm gegurgelt – sein Gesang gehört in die Rubrik ultrabrutal. „Parasite“ ist ein gut gewählter Opener, nach kurzem Midtempo-Part geht die Geschwindigkeit hoch, die Lead-Gitarren geben immer wieder eine leichte Melodie-Orientierungshilfe. Cooler Song!


„Enslaved By Disgrace“ baut sich langsam auf, legt dann an Härte zu, es sind auch ganz nette Spielereien mit dem Stereopanorama drin: der Sound der Becken ist an einigen Stellen z.B. extrem nach links oder rechts gemischt, das schafft etwas Abwechslung, lediglich der Song selbst ist recht vorhersehbar und der Refrain auch eher durchschnittlich. Ganz anders dagegen „The Breathing“: Gleich von Beginn an wird das Gaspedal ordentlich durchgedrückt, schönes Doublebass-Gewitter schon in der Strophe, der Refrain ist knapp, aber effektiv gesetzt und erinnert etwas an Sodom. Was mir persönlich leider gar nicht gefällt ist der Gesang ab zwei Minuten und 13 Sekunden: hier wird eigentlich klarer Gesang mit Effekten angezerrt und verfremdet und nimmt dem Ganzen einiges an Härte raus, ohne dass der Song dadurch gewinnen würde. Was Sänger Renato einfach besser kann ist Brüllen als wäre der Leibhaftige hinter ihm her.


„Demons Crawling“ ist der eingängigste Titel, der Refrain klingt wie rausgehustete Stahlklumpen, die Lead-Gitarre spielt das Lick während der Strophe unentwegt und unverändert, was mir beim zweiten Anhören der CD etwas auf den Wecker ging, trotzdem ist es ein guter Song. Bei „Inner Descent“ bekommt man schon von Anfang an das volle Brett und ist eines der wenigen Stücke, bei der es mal ein schnelles Gitarrensolo gibt. Dieses Mal wird die Stimme innerhalb des Stereopanoramas unterschiedlich verteilt, das ist nett und zeigt, dass man den Effekt immer nur an den jeweils passenden Stellen einsetzt, was keine Ermüdungserscheinungen auslöst.


Von den restlichen Songs ist noch „Deathly Pale“ erwähnenswert, da es sich hier um den Song des Albums handelt der am langsamsten beginnt, härtemäßig werden aber keine Kompromissen gemacht. In der zweiten Hälfte des Stücks gibt es dann auch wieder Vollgas, so viele unterschiedliche Parts gab es in den anderen Songs nicht, wirklich gut gemacht.


Dieses Album ist schwer einzuordnen: gute Musiker ziehen ihren Stiefel konsequent durch, die Produktion weiß zu gefallen und technisch anspruchsvoll ist es auch. Die Songs werden immer wieder durch unerwartete technische Gimmicks aufgelockert, man hat sich viele Zwischenparts überlegt, die dem Zuhörer Abwechslung bieten sollen und trotzdem klingen alle Songs von den Gesangslinien recht ähnlich. Sie haben nicht genug Melodie, als dass man sie anhand des Refrains sofort identifizieren könnte, Instrumentalseitig sind die Muster doch immer wieder ähnlich, so dass man auch nach mehrmaligem hören bestenfalls drei bis vier Songs eindeutig zuordnen kann. Für mich ist das Ganze daher weder Fisch noch Veggie-Burger: Für Death-/Thrash-Metal ist zuviel Melodie drin, die New Metal-Elemente (vor allem beim Gesang) ergeben für mich kein rundes Gesamtbild und für Melodic Death-/Thrash fehlt es noch an gut ausgearbeiteten Melodielinien, die im Ohr hängen bleiben. Da GodPuppet hier aber keine eindeutige Richtung erkennen lassen, weiß man halt auch nie wohin der Song gehen soll. Macht das erste Anhören des Albums noch viel Spaß und unterhält gut, so fragt man sich danach schon welche Songs man eigentlich gerade gehört hat und beim zweiten Hören verliert das Album deutlich. Mein Wunsch für das nächste Album wäre, dass sich die Band auf eine Richtung festlegt und dann die dafür charakteristischen Elemente stärker ausbaut, denn es wäre hier sehr viel mehr drin gewesen und das musikalische Potenzial ist bei GodPuppet nicht der limitierende Faktor.


Tracklist
1. Maggot
2. Parasite
3. Enslaved By Disgrace
4. The Breathing
5. Demons Crawling
6. Inner Descent
7. Human Kind - Psychotic Mind
8. Deathly Pale
9. God Inside?
10. Escape



Bewertung
6 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: GodPuppet
  • Album Titel: The Breathing
  • Erscheinungsdatum: 13.01.2015
  • Fazit: Dieses Album ist schwer einzuordnen: gute Musiker ziehen ihren Stiefel konsequent durch, die Produktion weiß zu gefallen und technisch anspruchsvoll ist es auch. Die Songs werden immer wieder durch unerwartete technische Gimmicks aufgelockert, man hat sich viele Zwischenparts überlegt, die dem Zuhörer Abwechslung bieten sollen und trotzdem klingen alle Songs von den Gesangslinien recht ähnlich. Sie haben nicht genug Melodie, als dass man sie anhand des Refrains sofort identifizieren könnte, Instrumentalseitig sind die Muster doch immer wieder ähnlich, so dass man auch nach mehrmaligem hören bestenfalls drei bis vier Songs eindeutig zuordnen kann. Für mich ist das Ganze daher weder Fisch noch Veggie-Burger: Für Death-/Thrash-Metal ist zuviel Melodie drin, die New Metal-Elemente (vor allem beim Gesang) ergeben für mich kein rundes Gesamtbild und für Melodic Death-/Thrash fehlt es noch an gut ausgearbeiteten Melodielinien, die im Ohr hängen bleiben. Da GodPuppet hier aber keine eindeutige Richtung erkennen lassen, weiß man halt auch nie wohin der Song gehen soll. Macht das erste Anhören des Albums noch viel Spaß und unterhält gut, so fragt man sich danach schon welche Songs man eigentlich gerade gehört hat und beim zweiten Hören verliert das Album deutlich. Mein Wunsch für das nächste Album wäre, dass sich die Band auf eine Richtung festlegt und dann die dafür charakteristischen Elemente stärker ausbaut, denn es wäre hier sehr viel mehr drin gewesen und das musikalische Potenzial ist bei GodPuppet nicht der limitierende Faktor.
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