Samstag, 09 August 2014 19:20

Blutnebel - Niedergang

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Niedergang Niedergang Blutnebel

Black Metal aus Sachsen? Wer bei dem Quintett von BLUTNEBEL auf einen unhörbaren, aber trven Brei aus Instrumenten, aufgenommen im Keller, wartet, braucht „Niedergang“ gar nicht erst anzuspielen. Die Band spielt angenehmen melodischen Black Metal und präsentiert ein unterhaltsames, eingängiges Album, reißt gleichzeitig aber auch nicht vom Hocker.

Zehn Songs finden sich auf Blutnebels zweitem Werk. Dabei erfindet die Band das Rad keinesfalls neu, schlägt sich aber durchgehend zufriedenstellend. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, einen Ausreißer nach unten oder oben gibt es jedoch nicht. Dabei bauen Blutnebel verstärkt aufs Midtempo. Dadurch fehlt der Scheibe zwar ein wenig an Abwechslung, Dynamik ist aber dank starker Gitarrenarbeit trotzdem vorhanden. Gleiches gilt im Übrigen auch für die kraftvollen, wenn auch nur wenig abwechslungsreichen Vocals von Frontmann Namon.

Was man der Band lassen muss: Trotz der ordentlichen Härte fehlt es den Songs nicht an Eingängigkeit, auch wenn diese immer nur sehr kurzlebig ist. Erfrischend wirken die wenigen instrumentalen Parts, die nochmals unterstreichen, was für eine gute Arbeit an den Gitarren geleistet wird. Ein weiterer Pluspunkt: Die Band verzichtet auf ein nerviges und unnötiges Intro, sondern kommt gleich zur Sache.  

Zwei Songs stechen aus dem eher einheitlichen Midtempo heraus. Dabei überraschen sie nicht nur durch akkustische Einstiege, sondern auch durch den Ausbruch aus dem einheitlichen Tempo und der immer wiederkehrenden Struktur und stellen somit klar den Hochpunkt des Albums dar, auch wenn die letzten beiden Songs ebenfalls besser klingen als der Beginn.

Letzten Endes sprechen sowohl das Cover als auch die klischeehaften Songtitel Bände: Blutnebel zeigen in rund 50 Minuten ihr vorhandenes, wenn auch beschränktes Potenzial, sind dabei zwar eingängig und ordentlich, zu keinem Zeitpunkt aber neu oder eigenständig. Viele der Songs klingen beim Hören durchaus gut, im Kopf oder im Ohr bleibt davon jedoch nichts zurück. Wer über dieses doch größere Manko hinweg sehen kann und sich von Musik ohne große Gedankenspiele oder Experimente betören lassen möchte, kann durchaus mal reinhören, in Blutnebels zweites Werk.

Bewertung: 7/10 Punkten

Tracklist:

01. Jenseits der Wälder
02. Rabenbanner
03. Wolfshäute
04. Geboren im Feuer
05. Zeitenwende
06. Nebelwald
07. Verdammnis
08. Rotrunengrab
09. Stille der Nacht
10. Nocturne

Weitere Informationen

  • Band: Blutnebel
  • Album Titel: Niedergang
  • Erscheinungsdatum: Oktober 2013
  • Fazit: Blutnebel zeigen in rund 50 Minuten ihr vorhandenes, wenn auch beschränktes Potenzial, sind dabei zwar eingängig und ordentlich, zu keinem Zeitpunkt aber neu oder eigenständig. Viele der Songs klingen beim Hören durchaus gut, im Kopf oder im Ohr bleibt davon jedoch nichts zurück. Wer über dieses doch größere Manko hinweg sehen kann und sich von Musik ohne große Gedankenspiele oder Experimente betören lassen möchte, kann durchaus mal reinhören, in Blutnebels zweites Werk.
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Album Trailer - Niedergang - 2013 Blutnebel