Donnerstag, 10 Juli 2014 11:08

Abinchova - Wegweiser

geschrieben von Ghostwriter
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Wegweiser Wegweiser Abinchova

Ist es Folk? Ist es Death Metal? Ist es Epic Metal? Nein, es ist Abinchova! Was laut Homepage und CD-Cover aussieht wie das inzwischen drümpfzigste Folkgerümpel nach Schema F (Mythen und Sagen, Violine und Keyboard, Growl und Klargesang), ist das zweite komplette Album „Wegweiser“ der luzerner Kombo und enthält ein paar echte Überraschungen.

Nachdem mir ein Schwyzer Almbauer in einem kurzen Intro „Praeludium“ etwas vom Pferd erzählt (Ich kam aufgrund des Akzents nur halb mit aber es geht wohl um 7ben Musiker, Märchen und/oder um die Zolleinfuhrbestimmungen von Bündnerfleisch), legen die sieben Bandmember direkt los und klopfen mir mit „Handgeschrieben“ erstmal ein schönes schnelles und relativ progressives Gitarrenintro um die Ohren, das für waschechten Folkmetal relativ untypisch ist. Wenn dann Arnaud (Growls) und Nora (Cleangesang und Arietten) anfangen im Duett zu singen, kommt mir das schon eher bekannt vor (Angur und Adorned Brood lassen grüßen) und passt zusammen mit dem einsetzenden Keyboard das erste Mal wirklich ins anvisierte Genre. Im Track „Vom Grünen Grund“ zeigt uns Nora noch zwei weitere Facetten, einerseits das passend ins Szene geschobene Violinenspiel und dann noch das bereits erwähnte außergewöhnliche operetteske Gesangstalent, wie ich es im „Underground“ zuletzt bei Molllust gehört habe. Trotzdem versteift sich die Band zu keinem Zeitpunkt auf ein Genre und so finden sich in fast allen Tracks Death- und Teilweise Thrashanleihen quer durch den Silberling was einerseits mutig ist und andererseits glücklicherweise wirklich passend. Zu oft hat man Bands erlebt die mit ähnlichen Experimenten heillos überfordert waren und an eigenen Anspruch gescheitert sind.


Dass das Album komplett über Crowdfunding finanziert werden konnte, wobei 10.000 Chf anvisiert und knapp 15.000 gesammelt wurden, spricht für eine starke Fanbase, aber noch vielmehr für eine im Vorfeld starke überzeugende Leistung der Band. Mitunter ein Grund warum sich der Sound so gut anhörte könnte auch sein, dass das Geld unter anderem direkt zu Tommy Vetterli (New Sound Studio) der schon diverse andere Bands wie z.B. Eluveitie abgemischt hat, gebracht wurde. Seine Expertise zusammen mit dem Talent der einzelnen Bandmitglieder hat hier zwar ein relativ kurzes (10 Tracks inklusive Intro) Album hervorgebracht, dafür aber ein umso überzeugenderes.


Die Band kommt 2014 noch etwas rum und hat unlängst mit unseren Jungs von Firtan und der Band Axxelerator „Wegweiser“ aus der Taufe gehoben. Solltet ihr die Jungs und Mädels irgendwo auf einem Festival entdecken, empfehlen wir definitiv ein Reinhören - In der Zwischenzeit gibt es ja noch Bandcamp und dort das komplette Album auf die Ohren.


Tracklist:
01. Präludium
02. Unter der Erde
03. Wandlung
04. Handgeschrieben
05. Vom grünen Grund
06. Sturmgeweiht
07. Unbenannt
08. Felsenfrass
09. Flaschengeist
10. Echo


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Abinchova
  • Album Titel: Wegweiser
  • Erscheinungsdatum: 04.07.2014
  • Fazit: Interessante Mischung aus Folk, Epic und Death Metal mit einem ordentlichen Schuss Talent - Leider etwas kurz geraten.
Gelesen 2299 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 10 Juli 2014 11:33

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