Dienstag, 29 April 2014 13:18

Evil Umbrella - Best Of

geschrieben von Ghostwriter
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Best Of Best Of Evil Umbrella

Heute greifen wir mal in die alte Klamottentruhe und ziehen uns deutschen Bay-Area Thrash aus Köln rein. Zugegeben, man wirft sich relativ weit aus dem Fenster wenn man sein Debüt Album „Best Of “ nennt, aber ein Augenzwinkern kann man den Rheinthrashern von „Evil Umbrella“ sowieso attestieren.

Das Album kam schon 2010 raus und danach hat sich, neben einigen Gigs und obwohl die vier Kölner doch recht aktiv in der Szene unterwegs sind, leider relativ wenig getan. Die soll sich allerdings ändern und der Kreativprozess für ein neues Album hat begonnen, was auch der Grund für das Entstauben von „Best Of“ ist.


Ich muss zu Beginn zugeben dass ich mit Evil Umbrella trotz mehrfachen Hörens nicht 100% warm geworden bin. Die Stimme von Enis Süren tönt etwas schwach aus den Boxen, während die Gitarren und die Drums irgendwie die PS nicht auf die Straße zu Bringen vermögen. Die ersten fünf Songs bleiben trotz aufmerksamen Zuhörens irgendwie nur als Einheitsbrei in Erinnerung und stechen leider untereinander nicht merklich hervor. Ab Track 6 „The Key“ vollzieht sich allerdings ein gravierender Wandel und Evil Umbrella wird melodisch, nachdenklich und sehr sehr weich. Enis versucht sich an Clean Vocals und kann damit im Vergleich zu den anderen Stücken einigermaßen Punkten, während sich auch das Können der anderen Bandmember zeigt. Klares Gitarrenspiel, rockige Riffs und abwechslungsreiche Songstruktur. Im Thrash ist das ja meist sowieso zu vernachlässigen, aber hier sorgt es für den lang erhofften „Aha-Effekt“.


„Harmonia“ ist die nächste echte Ausnahme – Ein reines Akustik Stück mit fast schon progressiv zu nennenden Riffing und feinen Melodien, die sich angenehm vom Brei der ersten Tracks abheben und nach dem Bruch innerhalb des Albums an „The Key“ anknüpfen. Trotzdem wieder etwas thrashiger und rauher unterwegs, verfällt „Best Of“ nach „Harmonia“ mit dem letzten Song „Isotonic Bitchdrink“ wieder in das alte Muster zurück. Es wird wieder geknüppelt ein kleiner Chor aus Enis, Enis und Enis (offenbar dupliziert) paart sich mit hartem Gitarrenspiel, Bass und Drumming.


Für ein Erstlingswerk ist „Best Of“ gut produziert und Talent möchte ich den einzelnen Bandmembern auf keinen Fall absprechen, aber für mich persönlich ist das Album zu einfallslos und wenig stringent. Ich hoffe, dass die Live-Performance der letzten vier Jahre der Band weiteren kreativen Raum geschaffen hat um das nächste Album etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Wir sind gespannt!


Tracklist:

1. Chemical Bodycount

2. Slayer Inc.

3. Evil Umbrella

4. Welcome To My World

5. Monster

6. The Key

7. Harmonia

8. Isotonic Bitchdrink


Bewertung:

5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Evil Umbrella
  • Album Titel: Best Of
  • Erscheinungsdatum: 2010
  • Fazit: Wenn ich auf FB lese, dass sich die Band als Live-Band mit tollem Rahmenprogramm versteht, möchte ich mir die Jungs auf jeden Fall auch mal live reinziehen um zu sehen ob da mehr Feeling rüberkommt.
Gelesen 2145 mal Letzte Änderung am Dienstag, 29 April 2014 13:25

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Teaser 2014 Evil Umbrella