Montag, 17 März 2014 21:25

Metsatöll – Karjajuht

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Karjajuht Karjajuht Metsatöll

Estnischer Folk Metal... Es gibt Dinge die muss man sich anhören weil es schlicht an Vorstellungskraft fehlt. Und selbst wenn man es dann hört fehlt es immer noch an jeder Ecke und jedem Ende. Selten hab ich ein Album so gerne in die Ecke pfeffern wollen und gleichzeitig hart abgefeiert.

Schon beim ersten Track habe ich das starke Bedürfnis die halbe Band mit rostigen Ketten zu erwürgen oder mit stumpfen Gegenständen zu malträtieren. Dass ich es hier mit einer Band zu tun habe die mehr als 15 Jahre auf die Straße bringt kann ich kaum glauben. Ich stelle mir direkt ein Musikvideo vor in dem das jeweils eigene Instrument an einem Rennen teilnimmt und versucht alle anderen zu überholen UND DIE VERDAMMTE FLÖTE GEWINNT!!! „Karjajuht“, so der Name des Albums wirkt auch weiterhin schwerst zusammengeschustert und die Disharmonien überwiegen in den meisten Songs. So sieht moderne Kunst aus wenn man sie auf CD presst oder eben ein Debütalbum einer Band die es schlicht nicht besser wusste. (Die-Hard Metsatöll Fans dürfen mich jetzt gern im Dunkeln besuchen kommen.)

 

Es gibt aus meiner Sicht tatsächlich nur genau drei Lichtblicke auf der Scheibe und das sind die Tracks 7,8,9 die einfach nur für den entstandenen Schaden entschädigen möchten. „Törrede Kôhtudes“ beginnt mit einem schnellen ?Zitter/Harfen? Spiel bevor die Drums einen netten Beat vorgeben und die Gitarren zusammen mit dem Metsatöll-Eigenen Singsang einfallen, der hier nicht ganz so dahingerappt wirkt wie auf den vorherigen Tracks. Der Song macht ausnahmsweise richtig Spaß und wurde direkt mehrfach angespielt. „Metslase Veri“ ist ähnlich wie Track 7 aufgebaut und besticht durch ein Drehleiher Spiel, das wieder zusammen mit Gitarre und Drumming sowie einem Ausnahmsweise sehr vereinnahmenden Gesang supportet wird - der durch Pausen der anderen Instrumente schön herausgearbeitet wird. „Surmamûûr", der 9. Song der Scheibe wirkt zum Anfang wieder sehr hektisch und es wird gegen Gitarre und Drums angesungen satt zu harmonieren, allerdings kommt gegeen Mitte des Songs einer der seltenen melodischen Gitarrenparts und eine fast schon „Van-Cantoerresker Moment“, in dem, ganz in Minne-Art zur Flöte gesungen wird. Dies klingt beim ersten Mal auch sehr gewöhnungsbedürftig, ist aber durchaus mit der Zeit sehr angenehm. Bestimmt beherrschen die Jungs von Metsatöll ihre einzelnen Instrumente, aber mein Fall ist es definitiv nicht. Zu hektisch und zu viele Einflüsse verderben hier den Brei und es gibt in der Branche wirklich andere Beispiele die man sich hier eher zu Gemüte führen kann.

 

Tracklist:

01 – Kulmking (Kulmking)
02 – Loome Mesti (Together)
03 – See On See Maa (This is the Land)
04 – Must Hunt (Black Wolf)
05 – Terasest Taotud Tee (Steelforged Path)
06 – Oo (Night)
07 – Torrede Kohtudes (In the Bellies of Barrels)
08 – Metslase Veri (Savage Blood)
09 – Surmamuur (Wall of Death)
10 – Mullast (From Dust)
11 – Karjajuht (Pack Leader)
12 – Talisman (Talisman)


Bewertung:

5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Metsatöll
  • Album Titel: Karjajuht
  • Erscheinungsdatum: 07.03.2014
  • Fazit: Insgesamt ist das Album tatsächlich nur für die Hardcore Folk-Enthusiasten zu empfehlen, die schon immer mal gerne estnisch Folklore gemischt mit Heavy Metal und klassischer Instrumentierung hören wollten. Für alle anderen gilt FINGER WEG – Berauscht euch lieber an Korpiklaani oder Finntroll oder ausgewählten Mittelalter Bands wie z.B. unseren Jungs (und Mädel) von Angur.
Gelesen 2490 mal Letzte Änderung am Montag, 17 März 2014 21:41

Medien

Lööme Mesti (feat. Jonne Järvelä) - (lyrics) Metsatöll