Donnerstag, 13 März 2014 21:11

Thundra - Angstens Salt

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Angstens Salt Angstens Salt Thundra

Bereits zum vierten Mal stechen die Norweger von THUNDRA mit „Angstens Salt“ in die hohe See der Viking Metal-Scheiben. Zwar können die sechs Mannen an Bord bereits auf eine 16-jährige Erfahrung zurückblicken, segelten aber immer unter vorgehaltener Hand – zu Unrecht. Denn Thundra spielen anspruchsvollen, melodischen Metal, der über große Teile eine tiefe Schwärze besitzt.

Das Album enthält zwar nur sieben Songs. Da jedoch keiner kürzer als 6:44 Minuten ist, summiert sich das trotzdem noch zu sehr ordentlichen 57 Minuten Spielzeit. Dass die Band so unbekannst ist, verwundert, befinden sich mit Harald Magne Revheim (Drums) und Stein Roger Sund (Bass) ein Ex-Enslaved und ein Ex-Einherjer-Musiker an Bord. Nun, schauen wir mal, was die Musik zu bieten hat.

Schnell startet der erste Song („Discipline Made for Destruction“), wirft einen quasi ins kalte Wasser. Und nicht nur das. Er gibt auch die Spielart vor, die das Album dominieren wird.
Midtempo-Gekrache mit starken Riffs, treibenden Drums, kraftvollen Vocals. Das Ganze wird abgedunkelt von einer düsteren Atmosphäre, die sich zwar im Hintergrund hält, jedoch quasi als Grundbaustein der Musik das gesamte Werk dunkel färbt – mit einer für die Musik positiven Wirkung.

Oder um bei der Schiffsmetapher zu bleiben: Man bekommt das Gefühl, als würde sich ein Schiff langsam einen Weg durch die hohen Wellen eines Sturmes erkämpfen.

Teilweise bricht die Band auch aus dem Midtempo aus, verfällt für kurze Zeit in gemäßigte Raserei, immer angetrieben von der starken Arbeit an den Instrumenten sowie den kraftvollen Vocals. Sänger Steven Grindhaug kann übrigens auch im Klargesang überzeugen und als Antrieb des sechsköpfigen Metalungeheuers dienen.

Man merkt der Band die lange Erfahrung an, äußerst solide liefern die Saiteninstrumente ein gutes Riff nach dem anderen ab. Die Härte bleibt dabei nicht zu kurz, das Songwriting überzeugt.

Jedoch gibt es auch den ein oder anderen misslungenen Moment. So bauen Thundra in der Mitte des dritten Songs („Tired Soul“) etwas ein, das nach einem verkrüppelten Hybriden eines Breakdowns mit einem Pig Growl klingt. Liest sich komisch? So hört es sich auch an.

Nun gut, davon mal abgesehen, ist es musikalisch wirklich souverän, was die Norweger zeigen. Und es wird sogar noch besser: Während sich in der Mitte des Albums („Tired Soul“, „Angstens Salt“) ein wenig eine gewisse Monotonie einstellt, wissen Thundra auch hier Abhilfe zu schaffen. „Despise the Masquerade“ klingt schon ganz anders als das bisher gehörte. Quasi eine Vertonung des überstandenen, zuvor wütenden Sturms. Der Himmel ist klar, die düstere Atmosphäre beginnt sich aufzulösen. Dabei wirkt es fast schon rockig, verträumt, ja gar über kurze Strecken balladenhaft. Hier wird erneut deutlich, was für eine grandiose Arbeit die Gitarren abliefern.

Diese Abwechlsung tut dem Album gut. Das dachten sich Thundra wohl auch und machen die Abwechslung zur Tugend. Auch der vorletzte Song, „Purpose“, ertönt atmosphärisch hell, man hat die Möglichkeit aufzuatmen. Der Song beginnt zudem mit dem wohl gelungensten Riff des Albums.

Zum Ausklang hauen die Norweger jedoch nochmal ordentlich auf den Putz: „Faded Lights“ schraubt die Härte kräftig nach oben.

Nun, wie lässt sich „Angstens Salt“ jetzt einordnen? Das wiederum ist nicht die einfachste Aufgabe. Ohne Zweifel, es handelt sich um ein grundsolides Album, dass sich wohl in jedem CD-Player über mehrere Rotationen erfreuen wird. Die große Offenbarung, etwas nie dagewesenes ist es auch nicht. Aber was will man denn auch von den alten Haudegen erwarten? Die segeln weiter ihren bewährten, wenn auch nicht berühmten Kurs: Schleppende Härte, starke Instrumentalarbeit, kräftige Vocals. Sicherlich ein Album, das man nicht bereuen wird. Aber auch ein Album, das Gefahr läuft, nach ein paar Wochen im Schrank zu versauern. Reinhören lohnt sich trotzdem!

Bewertung:
7,5/10 Punkten

Tracklist:

01. Discipline Made for Destruction
02. Silence Welcomed
03. Tired Soul
04. Angstens Salt
05. Despise the Masquerade
06. Purpose
07. Faded Lights

Weitere Informationen

  • Band: Thundra
  • Album Titel: Angstens Salt
  • Erscheinungsdatum: 04. Mai 2013
  • Fazit: Sicherlich ein Album, das man nicht bereuen wird. Aber auch ein Album, das Gefahr läuft, nach ein paar Wochen im Schrank zu versauern. Reinhören lohnt sich trotzdem!
Gelesen 1938 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 13 März 2014 21:57

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Discipline Made for Destruction Thundra