Mittwoch, 27 November 2013 08:50

Vanhelga - Sommar

geschrieben von Ghostwriter
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Wir schreiben (noch) das Jahr 2013 und Helga ist immer noch tot...

… jede Helga? Nein, denn ein kleines „Ein-Mann“ Projekt namens Vanhelga kämpft weiter trotzig mit einiger Unterstützung gegen schlechten Black Metal und releast, mitten im Winter, knapp ein Jahr nach seinem letzten Album eine EP mit dem zur Jahreszeit passenden Namen „Sommar“.

Wie bei der Vorgänger Laserrille wurden aber auch hier wieder einige Gäste zur Unterstützung geholt. Einer, der schon bei Höst keinen geringen Anteil hatte ist z.B. Herr 1853 (Lifelover) der bei Höst zwar nur einen Lyricschreibteil – Nun aber auch an den Vocals gefordert wurde. Des weiteren wurden D. Franzén (Drums) und J. Ejnarsson (Guitars) verpflichtet um dem Wahnsinn System zu geben. Viel hat sich im Vergleich zu Höst allerdings nicht geändert. Weiterhin macht Vanhelga melancholischen und düsteren Schwedenblack mit einen Hang zu sehr dichten, fast shoegazeartigen Klangwänden, die allerdings auch immer wieder durch Clean-Vocalparts aufgelockert werden. Wer keine Ahnung hat was ich meine, bediene sich bitte bei den Franzosen von Alcest, die das Ganze bis zur Perfektion getrieben haben.

 

Was vom Titel her eigentlich auch ein Outro hätte sein können, wurde hier mit „Aftermath“ als Erstes verarbeitet. Langsames Gitarrenspielspiel (welches mich stellenweise auch schwer an Nocturnal Depression erinnert), getränkt mit lamentierenden Screams und Backvocals, plus einem getragenen Drumming – ja man kann sich gut vorstellen wie ein Sommer in Schweden aussieht, wenn er im November zelebriert wird. Am ende darf man sich noch für eine Hochfrequenzeinlage bedanken - „Danke Helga, ich bin leider doch noch nicht so taub wie ich dachte“. Bevor es mit „Another Side Of Me“ weitergeht. Dem zweiten Track gehört aus meiner Sicht eine Medaille für Kreativität und Trendsetting. „Another Side Of Me“ ist der wohl erste Black Metal Song der Geschichte (oder meiner) der es locker als Sommerhit auf Platz 1 in die Populärcharts schaffen müsste. Ich mein Happy Black Metal? Wtf!!! Auf jeden Fall klingt der Track durch die Gitarrenarbeit sehr beschwingt und allgemein „glücklich“ - Das in BM verpacken zu können ohne dass es sich total scheisse anhört, Hut ab. Ein kurzes und rein akustisches Intermezzo bietet der Titeltrack „Sommar“ und lädt zum Verschnaufen ein.

 

„Välkommen In“ ist nochmal etwas ruhiger und bedächtiger. Ich folge hier aber auch nicht der Übersetzung, da das Irre Gelächter das sich durch den Song zieht nicht wirklich zum Bleiben einlädt. Ansonsten wieder sehr melancholisch mit Clean Vocals und immer wieder beängstigenden Stimmengeflüster im Background, unterstützt von langsamen Gitarrenspiel. Track 5 und Track 6 beginnen zwar beide wie heftige 0815 BM Stücke, fallen aber schnell wieder in ein ähnliches Muster zurück. Track 7 „Döda vita Drömmar“, welches ich auch unten als Video angefügt habe, fungiert nochmal als guter Gesamtüberblick über das Werk und schafft es, dass ich mir meinen Skandinavien Ausflug mit den Jungs schon jetzt herbeisehne - Jag älskar sverige!

 

Tracklist:

01. The Aftermath
02. Another Side (Of Me)
03. Sommar
04. Välkommen In
05. Vid Skymningens Gräns
06. Levande Begravd I Pffitvingad Fffingenskap (8mmcl)
07. Döda Vita Drömmar


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Vanhelga
  • Album Titel: Sommar
  • Erscheinungsdatum: 04.11.2013
  • Fazit: Viele Unterschiede zum Album habe ich nicht ausmachen können, trotzdem ist „Sommar“ nochmal einen Ticken nachdenklicher und melancholischer geworden. Die „verträumt-suizidalen“ Parts überwiegen stark und hinterlassen bedrückende Leere. Definitiv nicht jedermanns BM, meiner definitiv!
Gelesen 4190 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 27 November 2013 09:04

Medien

Döda Vita Drömmar (Official Promo) Vanhelga