Sonntag, 10 November 2013 19:20

FX3 - Spacemusic

geschrieben von Ghostwriter
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Spacemusic Spacemusic FX3

Ziemlich progressiv – Oder sollte ich sagen alternativ geht es beim Erstlingswerk von FX3 zu. Der relativ nichtssagende Bandname könnte auch ein Nintendo Racing Game oder eine Produktbezeichnung eines Rasierapparate-Herstellers sein, steht aber doch für ziemlich eigenwilligen, praktisch ausschließlich akustischen Rock.

Bezeichnend dürfte hier direkt schon die Aufstellung der Combo sein. Sandor (Gitarre und Vocals), Bine (Bass), Schneiderer (Drums) und Dadel (Didgeridoo) klingt ja auch erstmal wie eine vollkommen normale Aufstellung wie man sie jeden Tag hört. Naja okay, bis auf das Didgeridoo... aber durch die „Ankündigung“ kann man sich schon grob die Marschrichtung des Erstlingswerkes vorstellen, vor allem wenn FX3 ein ein Nebenprojekt für klassischen Deutschrock von Sandor und Bines Band „D-Zug“ darstellen soll.

 

Die 8 Tracks sind wie Eingangs erwähnt bis auf Track 6 „Das Licht“ und auf ein paar kleine Einspieler komplett akustisch gehalten. Insgesamt ist das Album schon sehr sphärisch und auf Klangeffekte gepolt. Besonders Track 1 und 8, Epilog (New World) und Prolog (New World) sind eine Aneinanderreihung von Didgeridoo Klängen, etwas leichtem Riffing und zum Teil sehr dominanten Bongos und anderen Instrumenten, die vom Vordergrund in den Hintergrund und wieder zurück faden. Track 2 "Echoes" wird sehr vom Didgeridoo geprägt und von den Gitarren getragen, dass praktisch permanent im Hintergrund durchknödelt. Es wurde auch hier sehr auf hallende Effekte gesetzt, was dem Ganzen ein sehr offenen weiten Raum spendiert den es zu füllen gilt. Schon im nächsten Track musste ich sofort an singende Rentiere bzw. eine sehr bekannte 4-Chords Präsentation denken - wer sich den Song zu Gemüte führt, wird gewisse Ähnlichkeiten erkennen, auch wenn ab der Mitte schon fast indische Sitarklänge ins Spiel kommen.


Zu Track 4 „Electrifire“ wird’s dann endlich mal richtig rockig und Halleffekte sowie kräftiges Riffing zeigt endlich mal ein bisschen Power die hinter FX3 steht. Das zentrale Stück und eine Fortführung von „New World (Prolog)“ ist „New World“ und setzt genau dort an wo der erste Song auf- und der Epilog anfängt. Insgesamt wieder sehr sphärische Klänge, mit scheinbar planlosen experimentalem Riffing, Didgeridoo Klängen und ausladenden Verzerrungen der Klänge machen das ganze schon fast zu einem echte Trip. Wie oben beschreiben ist Track 6 „Das Licht“ der einzige wirklich mit Lyrics unterlegte Song und ich finde, dass die Stimme von Sandor etwas kraftlos rüberkommt und locker von Gitarre und Drums überlagert werden. Ich kenne das Hauptprojekt von ihm nicht und hoffe, dass der Deutschrock da etwas akzentuierter rüberkommt – Echter Rock braucht Röhre! „Hertzschlag“ ist nochmal ein 6-minütiges Instrumental mit kleinem Intro und lässt Drums und Didgeridoo bzw. Gitarre nochmal den (leider zu großen) Raum erfüllen.

 

Spacemusic von FX3 ist ein etwas blass geratenes aber durchaus interessantes (Rock!?) Projekt und spiegelt den Willen der Bandmember wieder – genüsslich zu experimentieren. Ob man dazu jetzt eine CD auf den Markt werfen muss – Oder es lieber für sich selbst beim bewußtseinserweiternden Jammen in einem kleinen Proberaum aufführt, stelle ich direkt zur Diskussion.


Tracklist:

01 New World (Prolog)
02 Echoes
03 Voyage
04 Electrifire
05 New World
06 Das Licht
07 Hertzschlag
08 New World (Epilog)

Bewertung:

6 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: FX3
  • Album Titel: Spacemusic
  • Erscheinungsdatum: 22.11.2013
  • Fazit: Spacemusic von FX3 ist ein etwas blass geratenes aber durchaus interessantes (Rock!?) Projekt und spiegelt den Willen der Bandmember wieder – genüsslich zu experimentieren. Ob man dazu jetzt eine CD auf den Markt werfen muss – Oder es lieber für sich selbst beim bewußtseinserweiternden Jammen in einem kleinen Proberaum aufführt, stelle ich direkt zur Diskussion.
Gelesen 2351 mal Letzte Änderung am Sonntag, 10 November 2013 19:33

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Spacemusic Trailer FX3