Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 87

Dienstag, 15 Oktober 2013 23:17

Craving - At Dawn

geschrieben von
Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Craving - At Dawn Craving - At Dawn Craving (Band)

Heutzutage vermag man die Grenzen der Metalgenres kaum noch zu überblicken. Ab wann ist etwas pagan ab wann melodic Death? Craving aus Oldenburg bezeichnen sich als Melodic Black Metal Band. Für meinen Geschmack würde ich aber Pagan Metal als Bezeichnung wählen, denn Songstrukturen und Melodien sowie Coverartworks kommen doch sehr paganlastig daher.

Was ist anders an Craving? Die Band brachte bereits 2012 ein selbst betiteltes Debüt heraus, welches durch rohen unverbrauchten Sound, Gasteinlagen von Szenegrößen wie Helge Stang und einem russischen Touch durch russischsprachige Kompositionen Aufmerksamkeit erregte. Im Oktober 2013 liegt nun das Nachfolger Werk der Band vor. „At Dawn“ erschien am 11.10.2013 bei Apostasy Records.


„Mek“ Direkt ein russischer Opener, hart und sehr death- metalisch kommt der russische Song „Mek“ daher. Ein idealer Einstieg wenn auch nicht typisch für den Rest der Platte. Auffallend modern und dynamisch wechselt der Song gekonnt von harten Blastbeatparts zu melodischen Überleitungen um dann sich in russischen Chören zu verlieren. Ein guter Einstieg für „At Dawn“. (8/10)


„Sons of Rebellion“. Der Song beginnt mit einer sehr an die Schweden Manegarm erinnernden Melodie, um sich nach einer guten Minute in einen epischen Refrain zu begeben. Der Track kehrt dabei immer wieder auf den typischen Pagan Sound der Schweden zurück. Zufall? Alles in allem ein relativ solider Song der allerdings wenig Spannung erzeugen kann. (6/10)


Das macht „Targaryen Wrath“ (feat. ex-Savatage, Chris Caffery) schon ganz anders. Mittelalterlich anmutende Klänge leiten den Song ein. Der Song steigert sich und wechselt häufig die Geschwindigkeit. Der Song switcht zwischen melodischen Parts und knallharten Death Metal Einlagen. Wie der Titel schon vermuten lässt geht es textlich um die das „Lied von Eis und Feuer“, welches vielen aus der HBO Serie Game of Thrones bekannt sein sollte. „Targaryen Wrath“ erzählt die Geschichte der Daenerys Targaryen und deren Schlacht um den Thron von Westeros. Dies merkt man spätestens im Refrain. Dieser kommt sehr episch daher und wird mit Gitarren Solis gut ausgespielt. Insgesamt ein sehr epischer Song mit Ohrwurmcharakter. Definitiv eines der Highlights des Albums. (10/10)


Mit „In die Nacht hinein“ (feat. Agalaz(Obscurity)) haben die Oldenburger einen von zwei deutschen Songs auf „At Dawn“ platziert. Etwas anstrengend ist das Genregewechsel in diesem Song ja schon. Denn hier wird ständig zwischen Black Metal/Death Metal und Pagan Chorus gewechselt. Der Text passt dabei sehr gut zum Soundgewand. Aggressive Parts wechseln sich mit fast schon kitschigen Refrains ab. Passender könnte der Gesang von Obscurity Sänger Agalaz nicht eingesetzt werden. (8/10)


„Schwarze Flügel“ legt wo „In die Nacht hinein“ aufgehört hat nochmal einen drauf. Treibende Melodien und garstiger Gesang von Sänger Ivan Chertov machen das Lied, dass mit verschiedenen Trademarks der deutschen Pagan Szene spielt durchaus hörenswert. Nur der eingeschobene „Erzählgesang“ mag nicht so ganz passen. Weniger wäre da mehr gewesen. (8/10)


„Olga“ hätte nicht besser platziert werden können. Das Lied fungiert als Herzstück der Platte. Der Song kling unheimlich frisch und dynamisch. Melodien und gekonnte Gesangsparts lassen den Song schnell und fröhlich daherkommen. Namensgeber des russischen Textes ist Olga von Kiew. Basierend auf den 4 Rachen der Olga von Kiew wird hier nebenbei noch Gedichts Material von Nolaj Stephanowich Gumelev eingewoben. Der ganze Song versprüht russisches Ambiente, auch wenn das Gesungene „Olga Olga“ im Refrain für manche ein wenig albern wirken wird, so ist dieses Stück als ein Alleinstellungsmerkmal für Craving zu sehen. Pagan Metal mit Melodie und Härte in russischer Sprache. Spannend! (10/10)


„Breath After Breath“ (feat. Chee Salis, Baal & Ingo Putz) erinnert mich irgendwie an die Finnen Battlelore. Der Song wirkt beim ersten durchhören etwas chaotisch (evtl. geschuldet durch die Featurings). Der Klargesang wirkt hier etwas deplatziert, wird dann aber von Growls abgelöst und setzt wieder einen an Härte drauf. Durchaus solide. (6/10)

„Garden of Bones“ hört sich an als hätte es auf dem Erstlingswerk stehen können. Pfeilschneller melodischer Death Metal, der sich mit melodischen Parts abwechselt und seine Hauptmelodie über den ganzen Track mitzieht. (6/10)


„Dance with the Wind“ (feat. Andreas Müller (Dystopolis) ) hält an diesem Konzept fest, kommt aber erst gegen Ende so richtig auf dem Punkt. Die Gesangsleistungen sind mal sehr eigensinnig und wissen nicht sofort zu gefallen. An machen Stellen wiederum durchaus Kraftvoll und passend. Generell setzt die Platte mehr auf Klargesang als der Vorgänger was ihr auch durchaus steht und die meisten Songs spannender ausfallen lässt. (8/10)


„Hellraiser“ ist wohl der schwärzeste Track des Albums und ist am ehesten als Black Metal zu bezeichnen. Sehr hart startend nimmt das Lied in der Mitte eine Verschnaufpause um am Ende nochmal alles zu geben. Melodic Black Metal vom feinsten. Der Gesang ist aggressiv, hart, aber dennoch verständlich. Der Song endet mit einem epischen Fadeout. Mit knapp 7 Minuten der perfekte Rausschmeißer wenn nicht der nächste Track wäre. (10/10)


„Only Teardrops“. Was haben die sich dabei gedacht? Einen Song Contest Gewinner covern! Das erzürnt die harten Black/Death Metal Underground Fans doch nur! Nein so würde ich es nicht sagen. Der Vorlagensong hat seine Momente und eine wunderschöne Melodie. Diese wird wunderbar als Metalversion adaptiert und wirkt durchaus gelungen, wenn auch etwas kitschig. Interessant dass dieser Track nach Hellraiser quasi als Bonus Track steht. Schwierig dass hierfür ein Musikvideo noch vor Albumstart released wurde. Den der Track steht nicht für das Album und ist daher als Bonus zu sehen. Ganz klar: Geschmackssache. (-/10)


Tracklist:

01. Мик (Mik)
02. Sons of the Rebellion
03. Targaryen Wrath (feat. Christopher Caffery)
04. In die Nacht hinein (feat. Niels Löffler (Orden Ogan))
05. Schwarze Flügel (feat. Agalaz (Obscurity))
06. Сказания о святой Ольге (Olga)
07. Breath after breath (feat. Chee Salis, Baal & Ingo Putz)
08. Garden of bones
09. Dance with the wind (feat. Andreas Müller (Dystopolis))
10. Hellraiser
11. Only Teardrops (Emmelie De Forest Cover)


Bewertung

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Craving
  • Album Titel: At Dawn
  • Erscheinungsdatum: 11.10.2013
  • Fazit: Fazit: Weiterentwicklung auf allen Ebenen. Die typischen Craving Trademarks wurden weiter ausgebaut. Das Album liefert melodischen Black/Death/Pagan Metal mit vielen Einflüssen, sehr dynamisch und abwechslungsreich. Auch wenn nicht jeder Song als Hit zu bezeichnen ist, so ist „At Dawn“ grade durch russischen Touch, dynamik und Ideen nicht einfach nur ein weiterer Pagan-Release sondern eine gelungene Eigendarstellung des Genres. Wenn ihr Melodien gepaart mit Black/Death Metal und einem Schuss Kitsch und russischem Charme mögt, dann ist „At Dawn“ den Kauf allemal Wert.
Gelesen 2781 mal Letzte Änderung am Dienstag, 15 Oktober 2013 23:51

Medien

Craving - Only Teardrops Apostasy Records