Mittwoch, 23 Dezember 2020 21:28

Tarbathian Fortress Split

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Hölle (Deutsch)

Wortart: Substantiv, (weiblich)

Silbentrennung:

Höl|le, Mehrzahl: Höl|len

Wortbedeutung/Definition:

1) Ort oder Zustand, der mit Angst, Schrecken und Qualen verbunden ist

2) Der Versuch, eine Metal-Compilation aus Estland zu reviewen

Gut, ich übertreibe an der Stelle vielleicht etwas, aber wer (wie wir) schon eine kleine Zeitspanne in der estnischen Metalszene unterwegs ist weiß, dass es vollkommen unmöglich ist, die Verschachtelungen, Verquickungen und Verwandtschaften der Bandmember einzelner nationaler Bands zu begreifen – zumindest ohne ein Buch schreiben zu wollen. Estland ist mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern nun mal überschaubar und die Szene an sich damit dementsprechend noch kleiner. Wirklich und so richtig tricky wird es dann, wenn man wie im Fall von „Tarbathian Fortress“ eine Metal-Compilation vorliegen hat, die ausschließlich mit Bands aus Tartu bespielt wurde. Tartu ist nach Tallinn die zweitgrößte Stadt Estlands und mit knapp 100.000 Menschen dennoch recht klein zu nennen. Man darf, kann und muss also davon ausgehen, dass man sich in der Szene dort untereinander kennt, gut vernetzt ist und jeder Metalhead, der auch nur eine Gitarre, einen Ton oder ein Drumset (zusammen) halten kann, in nicht nur einem Projekt unterwegs ist!

Die 9 Bands, die sich auf der Compilation die Ehre geben, bewegen sich alle im härteren Spektrum und so finden sich hauptsächlich Black- und Death Metal lastige Bands, neben Ausreißern wie Igor Mortis (Gore/Horrorgrind) oder Ulguränd (Pagan). Damit gibt „Tarbathian Fortress“ (Tarbathian ist eine Hommage an den alten Namen der Stadt und die dort geschichtlich erwähnte und umkämpfte Burg „Tharbatas“ ) einen wunderbar vielfältigen Einblick in die örtliche Szene und selbst für absolute Oldschool Fanatiker wird es hier nicht langweilig, da sich jede Band gefühlt mit einem Flaggschiff des eigenen Schaffens verewigt hat. Die Produktion an sich lässt keine Wünsche offen und ist durchweg gut bis sehr gut und wurde gefühlt auf die jeweilige Performance eingestimmt. Einzelne Songs hervorzuheben fällt mir daher schwer, da jeder Track seine eigene Besonderheit und Marke aufweist und zum Gesamtwerk „Tarbathian Fortress“ beisteuert.

Fragt man hartnäckig nach meinem persönlichen Geschmack, wird dieser z.B. durch den Opener „Sküllfükk Satänic Slüts“ mit einem dreckig, räudig schnellen „Satänic Sexüal Speed Riders“ und einer Black'n'Roll Nummer erster Güte getroffen. Ziegenhorn mixt gekonnt Death Metal Einflüsse mit Black Metal und einer grandios dröhnenden Klangwelt und wenn man sich eingegroovt hat, müssen Fäuste und der Kopf zu „Ziegenkvlt“ fliegen. „Lõõm“ von Ulguränd beginnt zuerst mit einem etwas merkwürdigen, fast zu poppigen Intro, wird dann aber schnell zu einer schönen Pagan Nummer inklusive Growls, Cleangesang, Chorus und schönen Kriegstrommeln, die an die guten alten Tage erinnern wollen bevor... na ihr wisst schon, bevor unsägliche Dreckskombos den Rausverkauf begonnen haben. Koffin und Swarn bilden auf der Compilation ganz klar die Front aus schön räudigem Death Metal der alten Schule, während mit Kaev die Syntheinlagen der alten Mid 90er Tage des Black Metal Einzug halten und für nostalgische Stimmung bei Liebhabern der schwarzen Künste sorgen dürfte. Kurzum: Tarbathian Fortress ist eine runde Split/Compilation mit ordenlich Underground für den schmalen Euro und sollte nun wirklich von jedem gehört werden!

Trackliste:

Sküllfükk Satänic Slüts - Satänic Sexüal Speed Riders

Ulguränd - Lõõm

Ziegenhorn - Ziegenkvlt

Koffin - Secrecy Of The Night

Igor Mortis - Voices From The Mausoleum (I Want To Rot)

Swarn - Sulphorous Rituals

Kaev - Mourning Of The Sinner

Langenu - Langetõbi

Form - Antecedent Garden

Bewertung:
(n/a)

Weitere Informationen

  • Band: Tarbathian Fortress Split
  • Album Titel: Compilation
  • Erscheinungsdatum: 12.12.2020
  • Fazit: Kurzum: Tarbathian Fortress ist eine runde Split/Compilation mit ordenlich Underground für den schmalen Euro und sollte nun wirklich von jedem gehört werden!
Gelesen 770 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Dezember 2020 21:35

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