Samstag, 13 Februar 2016 14:23

Pokolgép - Metalbomb

geschrieben von Ghostwriter
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Metalbomb Metalbomb Pokolgép

Ein Mysterium ist es mir jedesmal wenn ein Album einer Band vor mir liegt, die ich eigentlich kennen müsste. Fast 20 Releases, Live-Abmischungen, Ep's, Demos und Alben (und fast genau so viele Memberwechsel) liegen hinter ihnen, dazu unzählige Auftritte, Touren und ein Sound, der sich wie flüssiges Gold anhört und der den Vergleich mit Bands wie Iron Maiden, Manowar oder Mötley Crüe nicht zu scheuen braucht.

Man mag mir verzeihen wenn ich das jetzt „Underground“ nenne, denn ich könnte mir vorstellen dass es vielen ähnlich gehen würde, die mit dem Namen „Pokolgep“ nichts anfangen können. Wenn sich jetzt das eine oder andere Fragezeichen im Hirn formt, würde ich mich auch tatsächlich besser fühlen. Aber genug um den heißen Brei geeiert und ans Eingemachte. Die ungarische Band Pokolgep ist jetzt seit über 35 Jahren aktiv und hat sich das, was oben genannten Bands in der westlichen Hemisphäre noch zugeflogen ist, hart erkämpfen müssen. Hinter dem eisernen Vorhang waren nicht nur die Instrumente und auch die Einflüsse knapp, aber dafür die Repressionen hoch und so ist der Stil, den sich die Kombo über die Jahre zugelegt hat, (zumindest in den prägnden Jahren) selbst organisch erwachsen. So ist das neue Album „Metalbomb“ eine Zeitreise in die besseren Tage des Heavy Metal wie er mal war und beinhaltet den Rundumschlag von Heavy- über Power Metal und Rockeinflüsse.

 

Auch wenn ich wenig von dem verstehe was die fünf Jungs singen, bekommt man doch eine Idee was gemeint sein könnte, denn der Mix aus den klassisch-lyrischen Elementen, die guten Heavy ausmachen ist doch recht kurz gehalten (und ich möchte mir einfach vorstellen, dass die Band über Kampf, epische Schlachten, Drachen, Frauen und nicht über die Probleme beim Durchlesen einer AGB von 50 Seiten singen). Der Sound ist dabei durch die Bank weg episch zu nennen – Choräle, angeführt von Sänger Attila Tóth (von dem sich Rob Halford noch etwas abschauen könnte), ausladenden Gitarrensolos, hämmernde Drums und der Sprung zwischen Midtempo Stücken wie „Acelkemeny“, Balladen wie „Szemtol Szembe“ und „Emlekszem“, sowie Uptempo Tracks wie Albumtiteltrack „Metalbomb“, das Repertoire wird vollends ausgeschöpft. Hooklines, Riffing, treibendes Drumming - Die Gänsehaut ist garantiert wenn man ohne Rücksicht auf Emotionen in die eigene musikalische Vergangenheit geschickt wird und man sich fühlt, als würde man sich ein Bier mit einem alten Freund teilen und dabei Axxis, Judas Priest oder Helloween aus einer anderen Welt hören.

 

Der Sound des Albums hegt in mir den Wunsch, mir die komplette Diskografie der Band zu besorgen und sich mal Live anzuschauen, was da geboten wird und ein Reinhören wird wärmstens empfohlen!

 

Trackliste:

01 Az Álarc Lehull (The Mask Falls Down)
02 Szemtöl Szembe (Face To Face)
03 Metálbomba (Metal Bomb)
04 Ringben (In The Ring)
05 Szeretném, Ha Szeretnének – Ady Endre (I Would Like To Be Loved by Endre Ady)
06 Ne Köss Belém! (Do Not Pick On Me!)
07 Szabadon És Még Szabadabban (Freely And More Freely)
08 Acélkemény (Hard As Steel)
09 Véssétek Fel (Engrave On)
10 Emlékszem (I Can Remember)

 

Bewertung:

9,0 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Pokolgép
  • Album Titel: Metalbomb
  • Erscheinungsdatum: 29.01.2016
  • Fazit: Der Sound des Albums hegt in mir den Wunsch, mir die komplette Diskografie der Band zu besorgen und sich mal Live anzuschauen, was da geboten wird und ein Reinhören wird wärmstens empfohlen!
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