Dienstag, 03 Februar 2015 17:58

Innsmouth - The Shadow Over Innsmouth

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The Shadow Over Innsmouth The Shadow Over Innsmouth Innsmouth

Dass die Horror-Geschichten von H. P. Lovecraft auf das Metal-Genre lyrisch einen großen Einfluss ausüben, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch das noch junge Trio von Innsmouth huldigt den Meister des Schreckens und widmet ihm nicht nur seinen Bandnamen, sondern gleich dazu noch sein 2014 erschienenes Debüt-Album Shadow over Innsmouth.

Musikalisch bewegt sich die Band aus Dänemark im Bereich Death Metal und legt dabei ihr Hauptaugenmerk in erster Linie auf schnelles Gitarren-Gefrickel und Shred-Soli. Dass die Jungs gern zeigen wo ihre Stärken liegen, beweist schon der erste Song, der ohne Umschweife direkt in die Vollen geht und den Hörer mit einer heftigen Sweep-Peitsche attackiert. Solch eine Fingerakrobatik lässt sich auf der ganzen Platte wiederfinden und kann Musikern schon mal Pipi in die Augen treiben. Sauber gespielt und teilweise recht progressiv, die kommen echt gut!


Ganz anders verhält es sich jedoch mit den Riffs. Hier setzen Innsmouth auf kurze Repeat-Motive, die sich gegenseitig ablösen. Die klingen im Großen und Ganzen eher harmlos und unspektakulär und lassen einfach keine herausragenden Songstrukturen entstehen. Größtes Manko ist jedoch das programmierte Schlagzeug, was zum einen einfach nur langweilig programmiert ist und zudem soundmäßig nicht überzeugt. Der Grunzgesang ist durchweg monoton tief, klingt aber, als wurde er im Nebenzimmer aufgenommen. Zusammen mit dem Schlagzeug und den wiederholenden Riffs verstärkt sich der monotone Charakter und zieht sich über die 33min Spielzeit des Albums hinweg durch.


Etwas epischer wird es lediglich im vorletzten Song The Colour Out of Space, das komplett instrumental mit einem Piano-Intro beginnt und sich zu einem fast 3minütigen Gitarrensolo weiterspinnt. Da es kompositorisch noch am spannendsten wirkt, ist es für mich der beste Song der Platte. Trotzdem kann er nicht über die Schwächen des Albums hinwegtäuschen, das über weite Strecken schnell langweilig werden kann. Etwas mehr Variation oder ein Break hier und da hätten wirklich Wunder gewirkt. Insgesamt wäre die Scheibe besser das Solo-Album des Gitarristen, als ein Death Metal Album geworden. Dann hätte dieser sich mehr austoben können und eher eine genaue Zielgruppe erreicht.


Trackliste:

1. Vomiting A Hole In The Soul
2. Dreams Of Slowly Drowning 
3. Ritual Of Chud 
4. Under The Pyramids 
5. Klaatu Verata Nicto 
6. Reanimator 
7. The Colour Out Of Space 
8. The Shadow Over Innsmouth 


Bewertung:

6 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Innsmouth
  • Album Titel: The Shadow Over Innsmouth
  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Fazit: Spielerisch kann man zumindest dem Gitarristen gar nichts vorwerfen. Wer auf Gefrickel und schräge Sounds steht, sollte auf alle Fälle mal in die Platte reinhören. Ansonsten klingen Innsmouth für mich zu monoton und klinisch. Größter Kritikpunkt ist und bleibt das schlecht programmierte Schlagzeug, das viel an der Hörfreude kaputt macht.
Gelesen 1410 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Februar 2015 18:32

Medien

The Shadow Over Innsmouth (2014) //Official promotion track// Crime Records Innsmouth

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