Mittwoch, 28 Januar 2015 20:10

Barbarian Prophecies - XIII

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XIII XIII Barbarian Prophecies

Barbarian Prophecies – klingt nach einem Bandnamen, der durch einen Metal-Namensgenerator basierend auf den Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachname eines der Bandmitglieder entstanden ist. Diese Generatoren, oft auf sozialen Netzwerken wie Facebook anzutreffen, machen natürlich ungemein Spaß, sind jedoch nicht mehr als kleine Spielereien. So ganz Unrecht habe ich mit meiner anfänglichen Vermutung jedoch nicht.

Die hier diskutierte Formation entstand als Fusion der beiden Bands Barbarianth und Venomous Prophecies und der Name ist die Symbiose aus Beidem und basiert nicht auf vorherigen geistigen Überlegungen der Bandmitglieder über Sinngehalt der Musik und Texte. Hoffen wir nur, dass sie in musikalischen Fragen nicht auch so vorgehen. Nichtsdestotrotz existiert die Formation bereits seit 2000 und konnte mit diesem Namen schon 15 Jahre im Untergrund Spaniens überleben und fünf Veröffentlichungen auf den Markt werfen. Wird man sich in dieser Zeit schon einen kleinen Namen im Heimatland gemacht haben, so sind die Jungs (und neuerdings auch Mädels) in Deutschland ein eher unbeschriebenes Blatt und das 2013 erschienene Album mit dem simplen Titel „XIII“ brachte auch noch nicht die große Wende.


Trotzdem wollen wir uns die Zeit einräumen, das nicht mehr ganz junge Album genauer unter die Lupe zu nehmen um zu schauen, ob wir es hier nicht doch mit einer Perle aus dem Untergrund zu tun haben. Erst einmal muss gesagt werden, dass es meines Erachtens sehr löblich für eine Band ist, wenn sie wartet, bis sie über eine Stunde Spielzeit hat, bevor sie ins Studio geht um ein Album aufzunehmen. Genau das ist hier nämlich der Fall. Sagt die Länge eines Albums erst mal nichts über die Qualität der Musik aus, so bekommt der Hörer und hoffentlich auch Käufer der CD immerhin quantitativ einiges für sein Geld geboten. Lehnen wir uns nun zurück und lauschen den Klängen barbarischer Prophezeiungen:


Das obligatorische Klavierintro mit düsteren Klängen ist in dem ersten Song mit eingebettet. Nach weniger als einer Minute kommen dann die eigentlichen Protagonisten an die Reihe und bereiten mit schleppenden Akkorden das eigentliche Gewitter vor. Das entpuppt sich als leicht progressiver Death Metal mit teils ausladenden Songstrukturen. Mittels Break und cleanen Gitarrenpart wird bereits im ersten Song eine schöne dramaturgische Spannungskurve zum Solo gezogen. Hier liegt jedoch einer der Schwachpunkte der Band. Die Soli der Scheibe hätte man sich lieber sparen sollen, da sie zum einen nicht wirklich auf einem hohen Niveau gespielt werden und zweitens melodisch doch eher unspektakulär daher kommen. Negativbeispiel ist hierbei ganz klar der dritte Track „Towards Nowhere“. Wie das richtig geht zeigt der Gastmusiker Óscar Insua, der vertreten mit einem Solo auf „Embrace of Insanity“ den Song wirklich aufwertet und den anderen Musikern etwas die Show stiehlt. Trotz Gastmusiker für mich ein Highlight des Albums. Nun aber zurück zu den Gesamtkompositionen.


Das Prinzip leicht komplexer Songs wird über 13 Stücke (Titeltrack „XIII“ ist ein instrumentales Outro auf klassischer Gitarre) hinweg beibehalten und größere Überraschungen sind leider nicht mehr zu Vernehmen. Im Gegenteil, nach einer Weile stellt sich das Gefühl ein, dass bereits Gehörtes wiederholt wird und tatsächlich, bei genauem Hören erkennt man Parallelen beispielweise bei „Towards Nowhere“ und „Twilight of Mankind“ oder beim Break von „Anger“ und ebenfalls „Twilight of Mankind“. Das Gefühl verstärkt sich weiter durch die Verwendung des immer selben Tonmaterials und der Ähnlichkeit der Komposition der Riffs. So erscheinen die Songs isoliert betrachtet gar nicht so schlecht, auch wenn die Riffs teilweise unspektakulär sind. Im Ganzen kann das Album daher jedoch nicht ganz überzeugen und weist Längen auf. Nun möchte ich das Review jedoch nicht mit diesen negativen Zeilen beenden, sondern euch noch einen Song der Band ans Herz legen. „Nine Day of Storm“ ist nicht nur der längste Track des Albums, sondern meines Erachtens auch der beste! Kompositorisch für mich die spannendste Hymne des Albums mit dem Verlauf: langsam-schnell-langsam-Solo-Outro.

 

Trackliste:

1. The Hidden

2. Anger

3. Towards Nowhere

4. Into The Infinite Void

5. Twilight Of Mankind

6. Embrace Of Insanity

7. Dreadful Game

8. Nameless Shadows

9. Punishment Of Oblivion

10. Defeated

11. 9 Days Of Storm

12. Engulfed

13. XIII

 

Bewertung:

6,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Barbarian Prophecies
  • Album Titel: XIII
  • Erscheinungsdatum: 2013
  • Fazit: Persönliches Fazit: Nach eins, zwei Bierchen auf nem Konzert sicher sehr spaßig, für die intime Musikrezeption daheim zumindest für mich leider etwas zu unkreativ und zu oft gehört. Da handwerklich trotzdem sauber, könnte es dem einen oder anderen traditionellen Death Metal Hörer jedoch gefallen.
Gelesen 2286 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Februar 2015 19:15

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