Mittwoch, 07 Januar 2015 16:37

Es gibt genau eine Warnung, wenns dann nicht klappt, geht’s direkt ohne Nachtisch ins Bett!

geschrieben von Ghostwriter

So oder so ähnlich sind offenbar die "neuen" Regeln in der Stuttgarter „Metal“Szene, wenn man beim Popeln erwischt wird. Oder beim Metalhören. Oder beim Violent Dancing. Nachdem in unserer Ländleshauptstadt das Metalclubsterben inzwischen scheinbar abgeschlossen ist und nur noch die Mainstream- und Hardcorehütten übrig geblieben sind, gibt es nur noch wenig Locations die dem zumeist ADHS-Affinen Publikum eine Abendstätte zum Austoben bieten (Nachdem die Leute mit Musikgeschmack das Feld geräumt haben).

Welche Ausmaße das inzwischen angenommen hat, dürfte folgender Kommentar eines Undercover Metalheads schildern:


„In Club XY haben sie inzwischen einen weiteren Türsteher aufgestellt, der auf den Floors aufpasst, dass die Kids nicht Violent Dancen, Windmühlen, Highkicks, Schläge und allgemein Tritte ausführen da offenbar der (lol) Hardcore Ehrenkodex des gewaltfreien Tanzes nichts mehr zählt.“

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Während echte Metalheads hier nur mitleidig den Kopf schütteln können (von oben nach unten), scheint es wohl in der Vergangenheit nicht gerade wenige ernsthaft Verletzte durch den modischen Kindergeburtstag gegeben zu haben. Als in die Jahre kommender Metaller, der schon Moshpits, Circle Pits, Wall Of Deaths und andere „moderne“ Tanzeinlagen von offenbar unterforderten Möchtegern-Moshern als lächerlich abtut, bleibt nur ein weiteres gequältes Lächeln übrig.


Gibt Core inzwischen so wenig her (was sowieso noch nie viel war), dass man die „Musik“ schon nicht mal mehr nur noch vollkommen besoffen erträgt? Ist die eher putzige Gewalteinlage von meist schmächtigen und oberkörperfreien adoleszenten Erwachsenen ein gebrauchtes Protest-Ventil weil in der Walldorf Schule statt Korn nur noch Slipknot gehört werden darf? Sind die Nacken so weich und die Musik so schlecht geworden dass einträchtiges Gruppen-Kopfnicken zu wenig ist um zu zeigen wie geil die Musik ist und um Bands zu feiern?


Der Wunsch Türsteher oder lieber gleich FSJ’ler im Kindergarten zu werden, sinkt damit auf ein neues Tief und man wünscht sich einmal mehr die gute alte Zeit zurück. Als genug Bier noch zum gemeinsamen Headbangen animierte, Dödel die Ausnahme waren und der „Ehrenkodex“ noch: „Wer Alk verschüttet besorgt Neuen“ bedeutete. Bleibt noch die Frage wie die neue Generation reagiert, wenn statt geballter Scheisse auf einmal Thrash, Death oder Black auf dem Plan steht. Man darf auf jeden Fall gespannt sein wie tief noch gesunken werden kann – zumindest gefühlt ist das Alltime low schon lange erreicht.


Und jetzt Prost an alle stahlnackigen Metalrentner, wenigstens ihr habts noch drauf!


P.s. Wer auf dem GFO beim Violent Dancing erwischt wird, wird nicht rausgeworfen, sondern direkt in die Zufahrt betoniert. Da darf man dann nach Herzenslust Windflügeln, 2-Steppen und epilepsieren wie man Bock hat.

Gelesen 2959 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Januar 2015 16:56

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