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Donnerstag, 28 August 2014 21:56

07.-09.08.2014 Party.San Open Air, Schlotheim + Satyricon + Nocturnal + Kreator + Grave +++

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Party.San Open AIr 2014 Party.San Open AIr 2014

Mitten in der Festivalsaison steht mal wieder das Party.San Metal Open Air an. Natürlich sind wir wieder mit dabei und schauen uns ein ausgeglichenes Billing an Death-, Black- und Thrash Metal an. Mit dabei sind Bands wie Satyricon, Watain, Entombed A.D., Kreator und Marduk, aber auch noch unbekanntere Größen wie Bölzer, Byond, Havok oder Nocturnal, die auf einer großen Hauptbühne und einer Zeltstage verteilt ihr Bestes gaben!

Nach einer etwas späten Anreise am Mittwoch Abend sollte für uns der Donnerstag schon recht fetzig beginnen. Denn als Opener auf der großen Bühne enterten Necrowretch die Bühne und bliesen dem Publikum eine ordentliche Portion Blackened Thrash Metal durch die Gehörgänge. Ich hatte das Vergnügen die Jungs schon letztes Jahr auf dem Live Evil in London zu begutachten und wieder legten die Franzosen ein packendes Konzert auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Leider war der Sound recht drucklos - Wobei wir schon beim großen Problem des Party.San Open Airs angekommen sind. Denn das Problem zog sich nicht nur im Prinzip durch das ganze Festival, sondern verschlimmerte sich bei manchen Bands immens - Egal, später mehr dazu.

       

Als nächstes Stand Skeletonwitch auf meiner Liste. Die US Amerikaner machten ihre Sache ebenfalls exzellent. Mit ihrem sehr Melodiereichen Stil zwischen Black-, Death- und Thrash Metal passten sie wie die Faust aufs Auge auf die Bühne des Party.San Open Airs. Vor allem freute es mich, dass sie meinen persönlichen Favoriten “Stand fight and die“ in ihrer Setliste eingebaut hatten. Bei Atlantean Kodex wusste ich nicht genau, ob ich den Gig schauen wollte oder nicht, da ich die Jungs dieses Jahr schon 2 Mal gesehen hatte und bei diesen Auftritten leider der Gesang nicht sehr überzeugt hatte. Aber es hat sich definitiv gelohnt nochmal eine Show der Deutschen Epic Metal Institution zu verfolgen. Diesmal passte es gesanglich und mit Songs wie “Sol Invictus“, “The Atlantean Kodex“ und “Pilgrim“ konnte man eigentlich nichts verkehrt machen. Auch wenn Atlantean Kodex nicht so recht ins Billing passte, war dies doch eine willkommene Abwechslung für mich.

 

In den Abendstunden wurde es dann wieder etwas Brachialer. Grave sorgten für eine geballte Ladung Schweden Death und begeisterten wie auch schon einen Monat vorher auf dem Bang your Head. Die Begeisterung war so groß, dass die nachfolgenden Entombed A.D. große Mühe hatten da Schritt zu halten. Für mich persönlich danach einfach zu stumpf und zu langweilig. Solstafir dagegen konnten mit ihrem experimentellen Post Metal die Zuschauer überzeugen obwohl auch hier der Sound schwer zu wünschen übrig ließ! „Fjara“ war wie immer echt ein Erlebnis, auch wenn ich dieses auf kleineren Gigs mehr schätze. 

Zu guter letzt am Donnerstag betraten Watain die Bühne des Party.San und genau hier muss ich jetzt mal zu dem großen Problem in meinen Augen kommen. Da ich Watain nun wirklich oft Live erleben durfte weiß ich, wovon diese Band bei ihren Live Auftritten lebt. Nämlich von den Gitarrenriffs und Soloeinlagen, die den Songs eine immense Detailtreue schenken und somit einfach unverzichtbar sind. Wenn ich allerdings bei “Wild Hunt“ zum Beispiel gänzlich einfach Null vom Solopart höre (An verschiedenen Punkten auf dem Konzertgelände) dann muss ich mich ernsthaft fragen wie dilettantisch hier denn abgemischt wurde? Ich kenne das Gelände ja und die Wetterbedingungen spielen auch oft eine Rolle beim Sound, so wie am Samstag, zu dem wir noch kommen werden. Aber an diesem Abend kann man den ultimativ beschissenen Sound wirklich auf nichts schieben. Da sollte unbedingt nachgebessert werden, denn der Sound war in meinen Augen unzumutbar an manchen Stellen - Und das sah nicht nur ich so.

 

Neuer Tag neues Glück. Mit Havok startete ich in den Party.San Tag Nummer 2. “Covering Fire“ und “Point of no Return“ sorgten wie immer für eine ordentliche Portion Propellerattacken und anschließende Nackenschmerzen. Thrash Metal in Reinkultur. Da hatten es die nachfolgenden Jungspunde von Lost Society nicht gerade einfach nachdem die US-Thrasher Havok die Messlatte schon sehr hoch angesetzt hatten. Trotz allem fand ich den Auftritt der Schweden nicht ohne, “Braindead Metalhead“ kann man eigentlich immer hören. Und auch die neuen Songs sind live ganz gut rüber gekommen. Obwohl ich sagen muss das mir das Material der ersten Scheibe “Fast loud Death“ schon besser gefällt. Für Ahab die direkt danach auf die Bühne mussten, fand ich die Uhrzeit absolut schwach gewählt. Die Heidelberger sind eben eine Nachtband und ihre Musik für einen Start in den Tag einfach zu komplex und schwerfällig.

 

Mit Inquisition fand sich dann wieder Leben in mir ein und gleichzeitig auf den Abend, denn heute war Black Metal für den Abend angesagt. Was ich mich bei den Südamerikanern immer fragen muss, wie es 2 Leute schaffen so eine gewaltige Soundwand zu erschaffen. Denn Inquisition bestehen nur aus 2 Bandmitgliedern die sich an Drums und Gitarre mit Vocals verteilen. Wirklich brachial, was die Jungs da auf der Bühne veranstalten. Es ward Nacht und es ist an der Zeit die Panzer Division zu entfesseln. Marduk legen los mit ihrem Sperrfeuer. “Christraping Black Metal“ war für mich der Höhepunkt der Setlist. Aber auch neue Songs wie “Serpent Seremon“ vom gleichnamigen Album oder “The Levelling Dust“ vom Rom 5:12 Album wurden zum besten gegeben. Was ich mir hier für die Zukunft wünschen würde, wäre ein Opus Nocturne Special Set weil das für mich eines der Besten Alben von Marduk darstellt.

 

Zum Finale am Freitag spielten noch Satyricon an der Headliner Position. Auch hier war der Sound so unmenschlich, obwohl wir auf der Höhe des Soundturms in der Mitte standen. Man hatte den Eindruck, dass es komplett außer Kontrolle gerät, denn die Änderungen waren deutlich hörbar aber es machte halt nichts besser. Zurück zu Satyricon und weg vom Ärger. Die Setlist bot einiges aus fast allen Epochen der Bandgeschichte. Da hätten wir unter anderem “Forhekset“ und natürlich “Mother North“ von Nemesis Divina, “Possessed“ und “Fuel for Hatred“ von Volcano, “The Pentagram burns“, “K.I.N.G“ und “Now, Diabolical“ vom gleichnamigen Album, “Black Crow on a Tombstone“ von „The Age of Nero“ und 2 Stücke vom neuen selbstbetitelten Album. Schade nur, das keine älteren Songs von den 2 ersten Scheiben “Dark Medieval Times“ und “The Shadowthrone“ Platz in der Setliste finden.

 

Ebenfalls für großes Kopfschütteln sorgte bei mir auch die Platzierung von Nocturnal als Opener am Samstag. Schon um 12Uhr mussten die Mainzer vor dennoch zahlreich erschienenen Zuschauern spielen. Für mich persönlich auch eine Band die einen Platz weiter oben in der Running Order verdient hätten, denn die Truppe um Frontfrau Tyrannizer legten einen energiegeladenen Auftritt hin und begeisterten auf ganzer Linie. Genau da wo Nocturnal nach nur einer halben Stunde aufhören mussten, machten Protector weiter und konnten auch mit ihren Thrash Attacken voll Punkten. Vor allem die Songs ihrer letzte Scheibe   “Reanimated Humunculus“ konnten mich von den Live Qualitäten der Band überzeugen. Leider wurde der Sound durch den teils auffrischenden Wind extrem gestört sodass man ein wechselndes Klangbild geboten bekam. Dies sollte sich auch nicht so schnell ändern.

 

Gewohnt stark präsentierten sich auch die Mannen von Imperium Dekadenz. Unter Anderem Mit ihrem Hit “Schwarze Wälder“ und dem neuen Überflieger “Tränen des Bacchus“ überzeugten sie die zahlreich lauschende Menge und heimsten ordentlich Jubel ein. Noch eine Schippe legten allerdings dann Kampfar drauf. Mit Songs wie “Død Og Trolldom“, “Vettekult“ oder dem bekannten “Ravenheart“ brachten die Norweger die Menge zum Kochen. Aber auch Songs vom neuen Album Djevelmakt wurden zum besten geben wie zum Beispiel “Mylder“ oder “Swarm Norvegicus“. Die Beifallsbekundungen des Publikums waren für diesen Auftritt auf jeden Fall mehr als verdient.

 

Und das Niveau der Bands bleibt hoch an diesem Tag. Aura Noir poltern los und nachdem schon als Opener “Black Thrash Attack“ zum Besten gegeben wird ist klar, hier werden keine Gefangenen gemacht. Die selbst betitelte “Ugliest Band in the World“ gibt Alles trotz schon weiter oben erwähnten Soundproblemen, die ich an dieser Stelle nicht weiter breit treten will. Nun warteten noch 2 Bands auf der Tentstage darauf los zu legen. Erstere hörte auf den Namen Byond und gehören zur neuen Riege von qualitativ hoch potentiellen deutschen Death Metal Kapellen. Und hier passte endlich auch der Sound. Druckvoll laut und massiv prallte die Soundwand auf die Zuhörer. Byond begruben das gut gefüllte Zelt regelrecht unter einem gewaltigen Todesbleihagel und gaben Songs ihrer ersten Full Length Scheibe “Fatal Power of Death“ zum Besten.

 

Dann folgte für mich noch der absolute Höhepunkt des diesjährigen Party.San Open Airs, nämlich Bölzer! Mann, was soll ich sagen… Ich habe wirklich noch nie eine Band gesehen, die wie Inquisition schon zu Zweit auf der Bühne agiert und solch eine Atmosphäre und Energie auf der Bühne freisetzt. Die Schweizer beeindrucken mich immer wieder aufs Neue und hatten bei diesem Gig auch neues Material ihrer “Soma“ EP mit im Gepäck. Ein genialer Auftritt mit brillantem, aber doch brachialen Sound - Der absolute Wahnsinn!

 

Nach diesem phänomenalen Auftritt waren die nachfolgenden Auftritte von Obituary und Kreator fast zur absoluten Nebensache geworden. Erstere konnten schon eher noch dem hohen Niveau folgen, dass Bölzer vorgelegt haben. Doch Kreator ist in den vergangenen Jahren einfach nur stumpf, langweilig und einfallslos geworden. Selbst Nocturnal als Opener fand ich persönlich ausdrucksstärker und einfach auch kraftvoller. Meiner Meinung nach fehlt der Thrashlegende mittlerweile einfach auch die Energie auf der Bühne, die in vergangenen Jahren noch eher zu erkennen war.

 

Bandtechnisch war das diesjährige Party.San mal wieder echt stark und es gab wie immer Einiges zu sehen. Was mir allerdings wirklich Kopfzerbrechen machte war wie erwähnt der absolut dilettantische Sound auf der Hauptbühne, der eigentlich wirklich mit nichts zu entschuldigen ist. Das kann man den Bands allerdings nicht ankreiden. Da muss auf jeden Fall bis nächstes Jahr noch einiges verbessert werden!!! Ansonsten wie immer ein geiles Festival, das für Musikliebhaber der härteren Gangart immer noch sehr empfehlenswert ist!


Weitere Informationen

  • Band(s): Satyricon + Nocturnal + Kreator + Grave + Solstafir + Havok + Necrowretch +++
  • Wann: 07.09.2014
  • Wo: Flugplatz Obermehler, Schlotheim
Gelesen 4175 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 28 August 2014 22:14


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