Donnerstag, 05 Dezember 2013 14:53

Undertow – In Deepest Silence

geschrieben von Infidel
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In Deepest Silence In Deepest Silence Frank Schillinger/Undertow

Undertow blicken mittlerweile auf eine 20jährige Bandhistorie zurück. Diese umfasst zahlreiche Auftritte auf Festivals und im Vorprogramm von bekannten Acts wie beispielsweise Crowbar, Kreator und Volbeat. und mittlerweile 7 Studioalben. Der jüngste Eintrag in dieser Liste hört auf den Namen „In deepest silence“.

Der Name Undertow ist mir des öfteren schon über den Weg gelaufen, bis jetzt konnte ich ihn aber nie mit Musik in Verbindung bringen. Schon nach dem melodiösen Intro, unterlegt mit Zitaten aus dem Blockbuster „Marvel's The Avengers“ und dem ersten Song muss ich sagen, ich hab bisher echt was verpasst!


Sobald irgendwo in der Genre bezeichnung ein „Core“ ohne Hard davor auftaucht, macht sich meine Skepsis bereit, sofort zuzuschlagen sobald die Coreelemente negative Eindrücke erzeugen. So auch hier, als ich mich im vornherein über die Band informiert hab. Doch spätestens nach der Hälfte des Albums hat sich die Skepsis wieder schlafen gelegt. Die Coreelemente, die vor allem in den Songstrukturen auftauchen, machen zwar einen erheblichen Teil der Songs aus, aber Negatives lässt sich dem absolut nichts abgewinnen. Zu gut harmonieren sie mit den Thrashriffs und den immer wieder auftauchenden Doomparts. Auch hervorzuheben ist der geschickte Umgang mit dem Gaspedal, den die Band auf dieser Scheibe zelebriert. Schnelle, harte Songs wie 'These boots are made for stalking' oder 'Everember' wechseln sich wunderbar mit den doomigeren Songs wie dem Titeltrack oder 'The Strain' ab. Auch die Ballade 'Inside one' hinterlässt einen guten Eindruck. Nicht zuletzt wegen den sehr starken und abwechslungsreichen Vocals von Joachim „Joschi“ Baschin.


Die Rhythmusabteilung, bestehend aus Basser Thomas Jentsch und Schlagzeuger Rainer Pflanz glänzt besonders in den doomigen Songs, liefert aber im allgemeinen einen sehr guten Job ab. Markus „Brandy“ Brand an der Leadgitarre weiß immer wieder mit hervorragenden Leads zu überzeugen und harmoniert gut mit „Joschis“ Gitarrenarbeit. Der Sound der Scheibe rundet den sehr guten Eindruck perfekt ab. Das Album knallt ordentlich aus den Boxen, ohne aber überproduziert oder „klinisch“ zu klingen. Der einzige Kritikpunkt der auftaucht ist, dass sich manche Songs von der Struktur her recht ähnlich sind und sich nicht unbedingt auf Anhieb unterscheiden lassen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.


Zum Abschluss der Scheibe gibt es noch zwei Akustikversionen von älteren Songs der Band, in denen Joachim „Joschi“ Baschin erneut unterstreicht das er neben aggressiven Vocals auch über eine gute Klargesangsstimme verfügt.


Alles in allem bleibt zu sagen, wer auf „modernen“ Thrash Metal mit (Metal)Core- und Doomelementen steht kann hier blind zugreifen. Aber auch jeder der genreübergreifend denkt und mit einem der obengenannten Genres etwas anfangen kann, sollte hier mal ein Ohr riskieren. Viel falsch machen kann man nicht.


Tracklist

01. Barefaced [Intro]
02. Canvas Ghosts
03. BoxShapedHeart
04. These Boots Are Made For Stalking
05. In Deepest Silence
06. Inside One
07. Slatesoul
08. Everember
09. The Strain
10. Now And Forever
11. 34ce [Acoustic Version; Bonus Track
12. Smoke Garden [Acoustic Version; Bonus Track]

Bewertung:

8/10

 

Weitere Informationen

  • Band: Undertow
  • Album Titel: In Deepest Silence
  • Erscheinungsdatum: 06.12.2013
  • Fazit: Gelungenes, modernes Metal Album mit einer Kombination aus Thrash, (Metal)Core und Doom Elementen.
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