Freitag, 24 Mai 2013 00:00

Draugûl - The Voyager

geschrieben von Ghostwriter
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The Voyager The Voyager Draugûl

Wikinger kommen aus Malta – Jawoll richtig gehört – Zumindest der Wikinger von Draugul ist im sonnigen Süden beheimatet, aber man sollte sich definitiv nicht von der Sonne täuschen lassen. Dunkeldüsterer Epic-Viking Metal mit einem Schuss Black ist das Metier von Vargblod, der unter dem Banner der Pesttanz Klangeschmiede sein Erstlingswerk präsentiert.

Wo ich sowieso meinen Helm vor jedem Ein-Mann Projekt ziehe kommt, wie auch schon bei unserem Soloplayer Leichenbrand, bei Draugul noch einiges an Skill hinzu. Erst seit 2012 aktiv, schafft es Vargblod mit Support diverser Stilmittel eine mehr als ordentliche Scheibe abzuliefern. "Draugul", was dem aus Tolkien entlehnten Mordorsprech nach soviel wie „Fluch des Wolfes“ bedeutet, legt in dem fast 60 minütigen Debüt ordentlich vor.


Begonnen mit einem knappen Intro ist „Paths Of The Dead“ eine tiefe Verbeugung vor dem Klischee aller Viking und BM Songs. Langsames getragenes Riffinggeschredder mit ordentlich Growllyric, Hintergrundsynthie und stimmigen Clean Vocals. zum Mittelpart – Bäm, alles richtig gemacht! „From The Ruins Of Angmar“ lässt mich an der Soloscheibe zweifeln, das Duett klingt zu unterschiedlich als von einer Person zu kommen, aber wirklich eruieren wer hier noch geholfen hat oder ob Vargblod eine sehr wandlungsfähige Stimme hat lässt sich leider nicht zu 100% klären. Auf jeden Fall auch ein starkes Stück Dunkelviking mit starkem Chor und supported durch Gitarre und Bass. Mit „Ainulindale“ haben wir dann ein drei minütiges instrumentales Zwischenstück dass episch abschweifen lässt nur um von „Furore Normanorum“, eingeleitet durch ein kurzes Keyboardintro mit Growls, harten Gitarren und Drums in die alte Kerbe zu schlagen, ohne dabei abgewetzt zu wirken.


Spätestens hier wird klar, dass die Platte richtig Spaß macht – wenn man denn für das Genre etwas über hat. Mit „One Rode To Asa Bay“ hat Draugul dann auch noch einen der stärksten Bathory Songs überhaupt gecovert und damit die Herkunft der Inspiration sowie die weitere Marschrichtung von „The Voyayer“ vorgegeben. „The Curse Of Heoroth“ ist nochmal sehr getragen und am ehesten klassischer Viking Metal zu nennen – In dem Stück kommt dann auch eine holde Maid zu Wort die dem Stück neben Synthie noch mit ihrer Stimme Eindruck verleiht. „The Voyager“ als Titeltrack ist eher ein kurzes Intermezzo als Singsstück konzipiert, was vor den letzten zwei Songs nochmal Luftholen lässt. „Kazikly Voyvoda“ ist mein persönlicher Favorit und relativ BM-lastig gehalten. Nach einer guten Minute geht es richtig ab und die Haare können nur mit Mühe zusammengehalten werden bevor man nochmal mit Damenchor und vorbereiteter Nackenpause verschnaufen kann. Der letzte Song der Platte,„The Barren Wastelands of Ragnarok“ der mit 11 Minuten auch der Längste ist, hat nochmal alles was eine gute Vikingscheibe haben sollte. Schönes Intro mit Flöte, Drums und Schlachtenlärm geht über in Screams und Growls, gefolgt von Clean Vocals, schönem Geschredder und treibenden Drums sowie einem „schönen“ Ende.

 

Vargblod gelingt mit seinem Debüt ein starker Einstand und man kann kaum glauben dass das alles alleine geschaffen worden sein soll. Zumindest die Dame wird er wohl nicht gesungen haben. Auf jeden Fall Hut ab vor so viel Kreativität und man darf gespannt sein ob Draugul mit der nächsten Scheibe nochmal meine Türen eintritt.

 

Tracklist:

01. Bûrgûl-ob Agh Ghaash

02. Paths of the Dead

03. From the Ruins of Angmar

04. Ainulindale

05. Furore Normanorum

06. One Rode To Asa Bay

07. The Curse of Heoroth

08. The Voyager

09. Kazikly Voyvoda

10. The Barren Wastelands of Ragnarok

 

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Draugûl
  • Album Titel: The Voyager
  • Erscheinungsdatum: 2013
  • Fazit: Vargblod gelingt mit seinem Debüt ein starker Beginn und man kann kaum glauben dass das alles alleine geschaffen worden sein soll. Zumindest die Dame wird er wohl nicht gesungen haben. Auf jeden Fall Hut ab vor so viel Kreativität und man darf gespannt sein ob Draugul mit der nächsten Scheibe nochmal meine Türen eintritt.
Gelesen 4099 mal Letzte Änderung am Freitag, 24 Mai 2013 00:08

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Kazikly Voyvoda Draugûl