Samstag, 04 April 2020 13:47

Unter dem Radar - Oath (N.W.O.B.H.M.)

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Heute haben wir das große Vergnügen euch ein besonderes Ein-Mann-Projekt vorzustellen, das sein Schöpfer Steven Waddell dem traditionellen Heavy Metal verschrieben hat. Neben seinen beiden anderen Bands Tantrum und Mortuus Rex -letzteres bestreitet er ebenfalls im Alleingang- entfaltet er bei Oath sein komplettes Potential und hat sich mit diesem Namen auf jeden Fall eine Erwähnung in unserer Rubrik "Unter dem Radar" verdient.

Mit sehr viel Eigeninitiative und Liebe zum Detail wurde 2018 geradezu eine Hommage für die alte Schule geschaffen und mit dem Full-Length-Debüt "Legacy", das im letzten Jahr veröffentlicht wurde, eine echte Untergrund-Perle ins Leben gerufen. Dabei agiert Steven nicht nur an allen Instrumenten, sondern auch als Producer und Logozeichner. Das Artwork der aktuellen Veröffentlichung kommt ebenfalls von Steven, wie er uns in einem kleinen Interview verriet, für das wir ebenfalls die Gelegenheit nutzten. So berichtete er uns: "I enjoy having complete control over every aspect of the release, I do all the artwork and layout, too, so no one gets to tell me how it should look or sound.“

Also ein Komplettpaket, vom Songwriting über das Einspielen bis zur Veröffentlichung selbst. Und auch über seine anderen Projekte Tantrum und Mortuus Rex konnten wir dem Ausnahmekünstler einige Infos entlocken. So fragten wir ihn unter anderem, in wie weit seine anderen Herzblut-Projekte die Produktionen von Oath beeinflussen. Seine Antwort: "Well, Mortuus Rex came after Oath and to be honest it was just an outlet for some doomy riffs that didn't really fit Tantrum or Oath. As I had finished recording “Melt It Down“ with Tantrum I found myself with time on my hands while that record was being mixed, this led to Oath being born. I was inspired in particular by Fetid Zombie (one man old school death metal project) and in particular the album “Holy Destroyer” which blended old school DM with a NWOBHM vibe, (fun fact - Oath was nearly a death metal project until I realised I couldn’t growl or scream) as soon as I discovered that it was a one man project with programmed drums i knew I could create something unique myself. Tantrum had already shown that I could write decent songs that people related to and that gave me the confidence to strike out on my own."

So viel positive Eigenbrötlerei und das Verständnis etwas Besonderes zu erschaffen verdienen mehr als Respekt und daher ist es uns ein echtes Anliegen euch Oath auf diesem Weg näher zu bringen.


Auch über seine anderen Projekte und ebenso ein bisschen über ihn selbst könnt ihr hier im kompletten Interview nachlesen.



Aktuelle Besetzung

Steven Waddell – All Instruments

Diskographie

2018 Legion (EP)

2019 – Legacy (Album)



Review zu "Legacy"

 

Traditioneller New Wave Of British Heavy Metal ist heutzutage wahrlich nicht unbedingt eine Seltenheit und viele junge Bands streben mittlerweile in diese Richtung. Allerdings gehört schon etwas mehr dazu auch einen echten, unverfälschten Sound zu kreieren und die Authentizität an den Tag zu legen, um in diesem Genre noch echte Akzente zu setzen. Oath ist das mit ihrem ersten Lebenszeichen "Legion" schon ganz gut gelungen. Ob das Projekt mit "Legacy" an den Erfolg anknüpfen kann, wollen wir heute herausfinden.

Mit den so typisch arrangierten Riffpassagen startet "Blinded By The Sun" klassisch und man fühlt sich direkt vertraut und aufgehoben. Auch gesanglich kann man Parallelen zu alten Maiden finden, die, wie wir im Interview erfahren haben, auch ein fester Bestandteil von Stevens Jugend waren und dadurch seinen musikalischen Werdegang beeinflusst haben. Auf unsere Frage, ob N.W.O.B.H.M. ihn in seiner Jugend begleitet habe, antwortete der Brite: "Absolutely. Iron Maiden have been a constant throughout my life, inspiring my guitar playing, songwriting, and being there for me when times got tough. My dad's record collection helped, too, I discovered the wonders of Thin Lizzy in that way, and their harmony guitars are what Oath’s sound is primarily built on."

Auch das Folgestück "Arrow Through The Heart" knüpft nahtlos an die wilde Fahrt an, bevor mit "The Architect" etwas Dampf aus den Kesseln genommen wird. Dafür beinhaltet das etwas gefühlvollere Stück ein 1A-Solo, das eine echte Ohrenweide für jeden Gitarrenliebhaber sein dürfte. Mit der eher stampfend anmutenden Halbballade "We Are The Blind" ändert sich das Klangbild der Stimme von Steven etwas. Mehr hallende Elemente sorgen für eine mystischere Stimmung, die insgesamt vielleicht etwas zu überladen erscheint, andererseits aber auch wieder an alte Helloween-Klassiker erinnern.

Und auch "Golden Warrior" bleibt anfangs noch im Balladenmodus, bis nach dem Intro wieder der Tiger aus dem Tank gelassen wird und die Zügel angezogen werden. Sehr eingängig und mit deutlichem Wiedererkennungswert brettert Oath auch mit "Electric Gypsy" weiter und hat dabei immer die Solopassagen der mehr als fabelhaften Gitarrenarbeit im Fokus, die "Legacy“ zu einem echten Sahnestück machen. Auch "Back From Attack" und das abschließende “No Regrets“ können an das starke Gesamtwerk anschließen und lediglich die etwas statischen, programmierten Drums, bilden einen kleinen Wermutstropfen. Dafür, dass sie künstlich erzeugt wurden, klingen sie dennoch erstaunlich lebendig, leider wiederum auch in manchen Passagen etwas dumpf.

Alles in Allem ein grandioses Werk, das für ein One-Man-Project verdammt viel Eigendynamik und Frische in sich trägt. Für Fans der alten Garde des N.W.O.B.H.M. ein absolutes Muss und ein wahrer Hörgenuss!

Tracklist:

1. Blinded By The Sun
2. Arrow Through The Heart
3. The Architect
4. We Are The Blind
5. Golden Warrior
6. Electric Gypsy
7. Back From Attack
8. No Regrets

Weitere Informationen

Gelesen 1618 mal Letzte Änderung am Montag, 04 Mai 2020 02:54

Medien

Legacy Oath / Legacy / Independent