Sonntag, 07 August 2016 13:04

Hologramme auf dem Vormarsch!

geschrieben von Ghostwriter

Nachdem Wacken 2017 schon vor dem Ende des Festivals 2016 ausverkauft war (wir berichteten), gab es auf dem Event der Superlative wieder jede Menge Überraschungen. So konnte z.B. die Firma „Eyellusion“ - bekannt für Ihre VR-Hologramme von Tupac und Michael Jackson - auch eine Show mit einem Hologramm von Ronny James Dio auf die Beine stellen.

Dieses wirkte so lebensecht, dass selbst eingefleischte Fans der Überzeugung waren, Dios Mumie sei ausgegraben und an Strippen und Stöcken auf der Bühne zum Performen gezwungen worden. Nicht nur die alten Dio Fans (also die, die noch die Kassette von Holy Diver besitzen), auch die jüngeren „Metalheads“ waren von der knapp 30-minütigen Show sichtlich angetan und Kommentare wie „Der Typ da ist echt großartig, wer ist das?“, „Hat der nicht letztes Jahr den „The Voice“ Contest gewonnen?“ oder „Super Show, aber 4k ist das nicht!“, waren keine Seltenheit.


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Alles Wasser auf die Mühlen von Eyellusion-Firmengründer Jeff Pezzuti, der schon immer ein großer Fan von Geld war. „Es ist fantastisch wie weit wir inzwischen mit der Technik sind! So reichen ein paar Tausend Dollar und ein paar verwackelte Fotos um eine fast lebensechte CGI-Animatronics-THC-H.265-VR-Illusion von egal wem zu erzeugen und leider, leider verblichene Musiker wieder auf die Bühne zu stellen. Aber wir sind noch lange nicht am Ende!“. Jerk Prostuti spielt damit wohl nicht auf die in Arbeit befindliche „Ramones Goes CGI“-Tour im Herbst 2018 an, sondern auf das große Nebenprojekt von Eyellusion, das einen ganz anderen Markt bedienen wird:

 

Wir wissen selbstverständlich, dass Wacken jedes Jahr ausverkauft ist, aber was ist mit den Events, die nicht so viel Glück haben?“

 

Die Rede ist von der sogenannten „PEST“ also einer „Promotional Expert Sell-Out Technik“, die keine toten Rocker oder Metalheads auf die Bühne stellt, sondern vielmehr den auftretenden Bands gleich ein ganzes Publikum vorgaukelt. „Die Technik ist da, warum sollten wir den Spieß nicht umdrehen? Es ist ja kein Geheimnis, dass Label und Plattenfirmen inzwischen massiv Probleme haben ihren Künstlern gefüllte Ränge zu besorgen und verärgern mit leeren Hallen auch nur ihre Shareholder - Wir bieten da eine akzeptable und vor allem kostengünstige Lösung!“ -So Junk Penunze im Gespräch.

 

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Dass die Möglichkeiten von Hologrammen nicht auf, sondern !vor! der Bühne schon jetzt komplett ausgeschöpft werden, beweisen aktuell viele „ausverkaufte“ Konzerte, in denen der Punk den Bär steppt! So gehören zu den zufriedenen Kunden neben den ganz großen Plattenfirmen auch Bands wie Linkin Park, Limp Bizkit, Deafheaven, Myrkur oder im Metal Sektor auch Kanye West, die allesamt vor einer vermeintlich vollen Halle „rocken“ und so von ihren Labels bei Laune gehalten werden. Ein Nuclear Blast Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will, gab uns zu Protokoll: „Es ist wirklich schwer geworden den Hörern noch diesen überproduzierten Müll näherzubringen, da drehen wir jedes Rad, um zumindest die Illusion einer vollen Konzerthalle zu erzeugen. Damit stellen wir die Bands und natürlich auch die Shareholder zufrieden. Dass hier kaum mehr Geld fließt, verschleiern wir mit ausgeklügelten Schneeballsystemen, Steuerzurückstellungen und Merchverkäufen bei C&A und H&M.“

 

Die Bands selbst bekommen davon kaum etwas mit, da die Fans fotorealistisch in High Definition vor der Bühne abgehen und jeder 10. Fan in der Front Row ein echter „Fan“ bzw. ein Service-Techniker von Eyellusion ist, der sich um die anspruchsvollen Maschinen kümmert.Natürlich ist das ein Knochenjob – Ich muss mir die Scheisse anhören, muss mich um die Holofans kümmern und immer, wenn die Band mit jemand ganz vorne anstoßen will, muss ich mit einem Bier am richtigen Fleck stehen, damit die arme Sau nicht ins „Nichts“ anstößt. Dabei muss ich bei vielen Rockkonzerten alle 10 Minuten einen BH oder ein Stofftier auf die Bühne werfen und mit meinem Alkoholpegel kämpfen – Es ist wirklich kein Spaß“ - So ein Frontrow Kabelaffe, den wir nach der Show nach seinen Erfahrungen mit der CGI-Crowd befragten.

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Der Umsatz von Eyeillusion kennt derzeit dank Dio nur einen Trend - Nach oben!


Jeff Pezzuti hingegen wehrt sich gegen die Vorwürfe des Betruges und des Szeneverrats und erklärt lapidar „“There is no business like showbusiness“ und ich träume von einem Konzert, wo eine CGI-Band vor einem CGI Publikum spielt und wir nur noch mit irgendwelchen Buchhaltungskniffen nen dicken Reibach machen können. Die Shareholder sind zufrieden, die „Zuschauer“ sind zufrieden und die „Band“ braucht kein Backstage – Alle Gewinnen!“

 

Lest demnächst im UG Blog: „Dio verklagt Eyellusion „post mortem“ wegen Bandscheibenvorfall auf der Wacken-Bühne“ und „Jeff Pezzuti beim Sex mit Marilyn Monroe Hologramm erwischt – Das sind die schmutzigen Details!“.


Gelesen 2326 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 27 Juli 2017 08:44
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