Freitag, 25 Dezember 2015 15:33

Proll Guns - Horseflesh BBQ

geschrieben von Ghostwriter
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Horseflesh BBQ Horseflesh BBQ Proll Guns

Man erkennt wohl mehr als eine kleine Prise Ironie bei der neuen Scheibe der „Proll Guns“ aus Salzburg. Mit Banjo und Stromgitarre bestückt, werden diese mit „Horseflesh BBQ“ ihre zweite Langrille auf den Markt und machen – Texas-Style - erneut keine Gefangenen.

Wo Bands wie Boss Hoss oder The Backbeats in unseren Landen den Rock zu einer Travestie-Show haben verkommen lassen, reißen die „Proll Guns“ aus Österreich das geschundene Banner wieder vom Boden und wedeln es ordentlich im Wind. Man kann den genannten Vergleich durchaus als Beleidigung (für besagte Bands) auffassen, denn was Evil Ed (Vocals und Bass), Cra-“Y“-Maker (Drums) und The Burner (Backing Vocals und Gitarre) hier abliefern, ist nicht weniger als eine Offenbarung. Wo Growling und eine härtere Gitarrengangart auf dem BBQ-Speiseplan stehen, ist der Banjo und Synthie-Einlagen nur die Ghost Pepper in der brockigen Bohnenbeilage - Zusammen mit den aggressiven Drums bekommt man hier richtig was für sein Geld. Stören darf man sich allerdings nicht an der fast schon kömödiantisch zu nennenden Songstruktur und dem permanenten Augenzwinkern, das nicht nur beim Titeltrack „Horseflesh Barbecue“ mitschwingt. Schon der Opener „Texas Banjo Massacre“ oder das Cover von Creedence Clearwater Revival „Lookin Out My Backdoor“, welches mit einigen, sagen wir mal „Textverbesserungen“ aufwartet, ist nicht ganz ernst zu nehmen, was dem Hörvergnügen allerdings keinerlei Abbruch tut.

 

Was hier durch die Lautsprecher fetzt, hat für Rock eigentlich viel zu viel Dampf und wir sprechen hier von mehr als ordentlichem Southern-Heavy gespickt mit Thrash und Melodie. Dass die drei ihre Instrumente beherrschen, kommt unter anderem bei „From Texas To Hell“ besonders gut zur Geltung, beginnt der Song doch mit einem richtig schönen akustischen Gitarren- und Bassintro wie man es von einer Rock-Platte erwartet bevor es nach knappen 30 Sekunden richtig abgeht – Inklusive Drecksaugrowling und schnellen Riffs, die sich ins Ohr schmelzen wie ein falsch platziertes Brandeisen. Um jegliches Klischee vollends zu ruinieren, beginnt der letzte Track „Southern Slavery“ schön atmosphärisch mit einem Banjostück – inklusive Donnergrollen und Sturmgeräuschen – nur um nach ca. einer Minute von einem schwarzmetallisch grunzenden Sing-Sang supportet, auch der BM-Riege innerhalb der Fansschaft etwas zu bieten.

 

Insgesamt gibt es an dem Album kaum etwas zu nörgeln – Genrenazis sollten sich allerdings von der im Januar erscheinenden Platte fernhalten. An alle anderen: ZWINGEND zugreifen – Mehr Metal werdet ihr im „Rock“ kaum bekommen und wenn die Jungs live halten, was die Platte verspricht, ist die Party praktisch garantiert.

 

Trackliste:

  1. Texas Banjo Massacre

  2. Horseflesh BBQ

  3. From Texas To Hell

  4. Bloodgun Blues

  5. Fucking Troublemaker

  6. Reno Gang

  7. Lookin Out My Backdoor

  8. The Revolver

  9. Execution

  10. Southern Slavery  

 

Bewertung:

9,0 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Proll Guns
  • Album Titel: Horseflesh BBQ
  • Erscheinungsdatum: 29.01.2016
  • Fazit: Insgesamt gibt es an dem Album kaum etwas zu nörgeln – Genrenazis sollten sich allerdings von der im Januar erscheinenden Platte fernhalten. An alle anderen: ZWINGEND zugreifen – Mehr Metal werdet ihr im „Rock“ kaum bekommen und wenn die Jungs live halten, was die Platte verspricht, ist die Party praktisch garantiert.
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