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Dienstag, 06 Dezember 2011 01:13

Hole in the sky 2011

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Eine abenteuerliche Reise wartete auf mich, als mich knapp 1,5 Wochen vor dem Festival ein Freund fragte, ob ich Lust hätte mit nach Norwegen zu kommen und beim Hole in the Sky Festival mal richtig die Sau raus zu lassen. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen und machte mich mit ihm auf die Reise in den hohen Norden.

Das Hole in the Sky in nunmehr seiner 12. Auflage überzeugte mit einem Hammer Billing, das für die spezielle Atmosphäre sorgen sollte, die das Festival so besonders machte. Leider fand das Hole in the Sky dieses Jahr das letzte Mal statt. Ursprünglich wurde es im Gedenken an den verstorbenen Immortal Drummer Eric ins Leben gerufen und zelebriert an bis zu 4 Veranstaltungstagen die Schwarze Kunst in all ihren Facetten. Allerdings hatten wir nur den Weekendpass der uns den Zugang am Freitag und Samstag, den Hauptkonzerttagen, ins USF ermöglichte. Das USF ist ein ausgedientes Fabrikgelände, das des Hole in the Sky als Konzerthalle nutzt. Also ging’s am Freitagmorgen in aller Frühe ab mit dem Flugzeug. Linienflug über Amsterdam nach Bergen. Am Stuttgarter Flughafen dann erst mal am Schalter die interessante Frage, was ist mit dem Patronengurt im Koffer. Wird er durchkommen und wie umständlich wird das ganze ablaufen. Auf die Frage hin, bekamen wir von der Fachkraft am Schalter den sehr hilfreichen Tipp unsere Koffer über das Sperrgepäckband abfertigen zu lassen. Vorteil hierbei war, dass das Gepäck direkt durchgecheckt wird und evtl. Rückfragen sofort kommen und man nicht erst noch ausgerufen werden musste. So schafften die Koffer tatsächlich ihren weg nach Bergen. Wenn auch mit Verspätung, denn das Gepäck kam erst einen Flug später mit. So hieß es eben Warten auf dem Flughafen. Gestaltete sich die öde Warterei aber dann doch ganz amüsant als wir bei der Kofferausgabe eines Inlandsfluges die komplette Truppe von Satyricon trafen.

 Als wir dann endlich unser Habseligkeiten beisammen hatten fuhren wir mit dem Bus in das Stadtzentrum wo wir noch weitere Bekannte treffen wollten, die schon 3 Tage früher angekommen waren. Doch vorher wollten wir uns des lästigen Gepäcks entledigen. Ich schlug vor am Bahnhof ein Schließfach anzumieten und das ganze Zeug erstmal dort zu verstauen und nach dem 1. Konzerttag einen geeigneten Zeltplatz zu suchen. Also machten wir dass auch so. Noch kurz einen Happen gegessen und dann sollte es zur Konzerthalle gehen. Schon etliche Metalheads tummelten sich rund um das alte Firmengelände und auch im Innenbereich war schon einiges los. Dann war es erst mal Zeit für ein Bier. Zum Glück waren wir schon vorgewarnt worden, dass die Preise in Norwegen doch recht hoch sein sollen. Dies traf dann auch zu, denn das 0,4l Hansa kostete 59Kronen. Das sind umgerechnet ungefähr knappe 8 Euro. Aber man ist ja nicht zum Spass hier und Kostverächten schickt sich nicht wirklich. Die erste Band die wir uns anhörten war dann Ghost. Mit ihrer imposanten Bühnenshow machten die Musiker schon viel von sich reden und auch die ausgefallene Variante ihrer Musik konnte schon viel Lob einstreichen. Auch ich war von dem Auftritt schwer überzeugt und auch das restliche Publikum würdigte Ghost mit viel Beifall. Ein sehr guter Auftakt. Auch die Halle an sich konnte mit gutem Sound und einer schönen Atmosphäre punkten. Nach Ghost stürmte Nifelheim die Bühne und entfachten ein übelst heftiges Black Metal Gewitter in der USF. Roh, Aggressiv und schnell brachen die schwarzmetallischen Wellen über die Fanschar herein. Man wurde vom ersten moment an Mitgerissen und die Stimmung kochte. Ein absolut grandioser Auftritt, den ich auf jeden Fall mit zu den Topacts dieses Jahr zählen kann.

Während es auf der Bühne mit Primodial und Godflesh weiter ging, widmeten wir uns wieder der Bar und machten eine kleine Verschnaufpause. Unter anderem wollte ich mir auch noch eines der sehr begehrten, streng limitierten Festivalshirts unter den Nagel reißen. In der gemütlichen Runde am Tresen trafen wir dann auch tatsächlich sogar auffallend viele Metalheads aus Deutschland, die für das letzte Hole in the Sky angereist waren. Nach sehr netter Unterhaltung und dem erwünschten Kauf eines Festivalshirts wurde es dann langsam Zeit für den Headliner der heutigen Abends. Satyricon betraten die Bühne und wurden heftigst gefeiert. Und der Auftritt sollte es in sich haben. Die Halle war Proppenvoll und mit songs wie The Wolfpack, Now Diabolical, Hvite Krists dod, Pentagram burns, Black Crow on a Tombstone und Mother North liesen es die Norweger auf ordentlich Krachen. Ein Hit nach dem anderen wurden dem Zuhörer buchstäblich in die Fresse gerammt. Ein energiegeladener Auftritt der viel Lob und Beifall erntete.

Der erste Konzerttag war geschafft und voller Vorfreude fieberten wir schon dem Nächsten entgegen. Jetzt wurde es Zeit unser Gepäck zu holen und uns auf die Suchen nach einem geeigneten Schlafplatz zu machen. Leider mussten wir mit Entsetzen feststellen, dass der Bahnhof komplett verschlossen war und dass es an die Schließfächer kein herankommen gab.So blieb uns letzendlich nichts anderes übrig als die Nacht auf der Strasse zu verbringen. Der Busbahnhof nebenan bot wenigstens ein Dach über dem Kopf, aber ein wenig kalt war es schon. Morgens dann erstmal ab zum Schließfach und unsere Utensilien wieder an uns genommen. Danach suchten wir uns ein nettes Plätzchen für unser Zelt in einem Stadtpark nicht weit vom Geländer der USF entfernt und schliefen noch eine Runde um für den Abend fit zu sein.

So verpassten wir dann auch leider Helheim und Virus, die als erstes für Stimmung sorgen sollten. Aber zu Enslaved waren wir dann wieder voll einsatzbereit und konnten ein tolles Konzert der Truppe mitverfolgen. Mit Songs wie Ground, Jontunblod, Allfadr Odin und Isa machten Enslaved die verammelte Metalgemeinde glücklich und wurden für die reichhaltige Darbietung auch ordentlich abgefeiert. Mit spannung erwartete ich auch die nächsten Gäste auf der USF Bühne. Mayhem sollten für etwa eine Stunde das Zepter in die Hand nehmen und mit eiserner Faust regieren. Viel umjubelt betraten die Herren die Bühne und zündeten mit Pagan Fears sofort die Bombe. Brachialer Sound, wie man ihn von der Band kennt. Atilla mit Corpsepaint, einem Priestergewand, bewaffnet mit Strick und einem Fragment eines Menschenschädels machte eine sehr gute Figur konnte auch Stimmtechnisch wieder etwas mehr punkten als bei vergangenen Shows, die ich erlebt habe. Sämtliche Werke der Band wurden mit Songs in der Setlist bedacht. Somit kam man in den Genuss von Anti, Freezing Moon, Deathcrush, A time to die, De Mysteriis dom Sathanas und Pure Fucking Armageddon. Wie ich finde wirklich eine Setlist die sich gewaschen hat. Glorreich zogen die norwegischen Schwarzmetall-Legenden von dannen und machten die Bühne für den Headliner des Abends frei. Immortal enterten die Manege und wirbelten gleich ordentlich los. Mountains of Might raste durch die Gehörgänge der Zuschauer, gefolgt von weiteren unvergesslichen Klassikern der Band wie One by One, Battles in the North, Tyrants, Blashyrk und zu guter letzt als Zugabe The Sun no longer rises. Sämtliche Künstler des Konzerttages zelebrierten dann auf der Bühne den entgültigen Abschied des Hole in the Sky Festivals. Immortal haben damals vor 12 Jahren den Anfang gemacht und sie sollten auch den Schlussstrich unter die Historie diese großartigen Festes ziehen. Ein würdiger Abschluss den die Fans, die anwesend waren, sicherlich lange in Erinnerung behalten werden.

Auch für uns galt es dann am Sonntag, nach einer kleinen Tour durch das beschauliche Städtchen, die Heimreiße anzutreten. Beim Check-in am Bergener Flughafen trafen wir dann noch Atilla von Mayhem der noch bis Amsterdam mit uns reisen sollte. Ein wirklich tolles Erlebnis, dass ich wirklich sehr genossen habe. Ich konnte viele neue Eindrücke gewinnen und habe auf jeden Fall vor, bald wieder das schöne Land zu besuchen. Leider nur nicht mehr als Gast des Hole in the Sky.

Gelesen 3407 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Februar 2012 17:51

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