Mittwoch, 18 Juni 2014 20:44

Crown of Glory - King for a Day

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Sechs Jahre benötigten die Schweizer von Crown of Glory, um "King for a Day" fertig zu stellen. Ob nun das Vorurteil, dass Eidgenossen etwas langsam sind, stimmt oder die Jungs nur sehr gründlich und penibel beim Songwriting und den Aufnahmen waren...man weiß es nicht. Da aber nun das Endergebnis vorliegt, ist es auch fast egal, warum, denn was jetzt zählt, ist die Musik.

Mit dem Opener "Storm" gibt Crown of Glory direkt den Weg für den Rest des Albums vor: man bekommt solide gespielten Heavy Metal/Hard Rock zu hören, dem das gewisse Etwas und Eigene aber fehlt. Es ist trotzdem nicht so schlecht, was man zu hören bekommt und natürlich ist es schwer, das Rad neu zu erfinden, aber ein bisschen mehr Eigenständigkeit würde der Band gut tun. Vor allem, weil die Ansätze dazu da und auch gut sind! Immer wieder hört man kleine, aber feine Fetzen von eigenen Ideen durch, die dann aber nicht weiter gesponnen werden. Es tut einem schon in der Seele weh, wenn die Band ihre eigenen Ansätze immer wieder zunichte macht, um sich dann lieber am selbst aufgelegten Schema und an Bands wie Edguy oder Stratovarius zu orientieren.


Das Können der Musiker steht dabei außer Frage. Die sechs Mitglieder haben alle ihre Instrumente im Griff und liefern auch mehr als nur das Standardprogramm ab. Die vielen Soli der Gitarren machen Spaß und sind gut anzuhören, das Zusammenspiel zwischen Bass und Drums ist gut abgestimmt und der Gesang passt in diese Mischung gut hinein. Einzig und allein die Keyboards nerven...mal wieder! Teilweise meint man, den Soundtrack eines 8Bit-Videospiels zu hören, so sehr düdelt und quietscht es da bei manch Song aus der Konserve im Hintergrund. Zur Verteidigung und als positiven Punkt möchte ich aber das gute Zusammenspiel zwischen Gitarren und Keyboards anbringen, denn häufiger hört man schon mal, dass die Riffs von den Keys oder die Melodien von den Gitarren übernommen werden. Passt gut zusammen und entschädigt wenigstens etwas für das sonstige, nervende Gedüdel.


Aus der Menge der zwölf Songs ragen für mich "Riddle" und "Morpheus Dream" heraus. Ersterer beginnt balladesk, doch nimmt immer mehr Tempo auf, um im Refrain Power Metal-artig Vollgas zu geben. "Morpheus Dream" ist eine Nummer im Midtempo, die durch ihre düstere Grundstimmung und Melodieführung zu gefallen weiß. Und bei beiden Songs hat man das Gefühl, man hört endlich Crown of Glory, wie sie wirklich sind. Bei den restlichen Songs hört man zu deutlich die oben erwähnten Einflüsse durch oder sie rutschen sogar in den Bereich des Stadion Rocks ala Bon Jovi ab (z.B. bei "The Hunter").


Wenn Crown of Glory ihre guten Ansätze und eigenen Ideen weiter verfolgt hätten, wäre mehr drin gewesen. So bleibt nur ein Album mit Songs, die man so schon tausend Male gehört hat und einem nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Hier wurde viel Potential verschenkt und der Massentauglichkeit geopfert.


Tracklist:

1. Storm

2. The End of the Line

3. Savior

4. One Fine Day

5. King for a Day

6. Riddle

7. Only Human

8. The Hunter

9. Morpheus Dream

10. Bane Of Our Existence

11. Once

12. House Of Cards



Bewertung

5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Crown of Glory
  • Album Titel: King for a Day
  • Fazit: Wenn Crown of Glory ihre guten Ansätze und eigenen Ideen weiter verfolgt hätten, wäre mehr drin gewesen. So bleibt nur ein Album mit Songs, die man so schon tausend Male gehört hat und einem nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Hier wurde viel Potential verschenkt und der Massentauglichkeit geopfert.
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