Dienstag, 05 April 2016 15:42

Magoth – Der Toten Gesang (Demo)

geschrieben von Lars
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Der Toten Gesang Der Toten Gesang Magoth

Mit „Der Toten Gesang“ schickt die Bonner Black Metal Kombo Magoth ihr erstes Pferd ins Rennen. Gestriegelt, mit glänzend schwarzem Fell steht es da, doch wehe man lässt die Zügel locker: Dann geht es durch, über Fels und Geröll, dann wieder durch finsteren Wald.

 Beim Intro „The Vaults“ merkt man ihm sein Gemüt noch nicht an: Zögerlich kommt der schwarze Hengst aus seinem dunklen Stall und von schwingenden Synthesizern unterstützt, baut sich eine gefährliche Stimmung auf, um nach eineinhalb Minuten im Titelsong „Der Toten Gesang“ loszubrechen. Nach kurzem beschnuppern der Rythmguitar geht es mit Drumstakkato, Leadgitarre und einem unterschwelligen Bass richtig rund und Sänger „Heergott“ presst dem Schlachtross mit einem langen Schrei die Sporen in die Flanke. Tränen, Schmerz und Leid sind mitunter die einzigen Worte, die der Zuhörer zu verstehen vermag. Mit „Sheol“ widmet sich die Band der frühen jüdischen Mythologie. Diese Hölle brennt mit mehreren Rythmuswechseln und einem Scheit Disharmonie sehr heiß und bringt selbst die abgebrühtesten Dämonen in Rage. Nach knapp viereinhalb Minuten endet das Stück mit melodischen Riffs, die mich an Watains „Waters of Ain“ erinnern. „Craving Blood“ segelt im gleichen Kielwasser. Schnelle, (leider) getriggerte Drums, heiseres Geschrei und schöne Melodiewechsel bringen ordentlich Power und Abwechslung in den dreiminütigen Song.


In den nächsten fünf Minuten von „Mental Fortress“ wechseln sich schnelle Riffs mit stampfenden Melodien ab, während der Folgesong „Requiem Deus“ wieder schneller und einfacher gestrickt daher kommt. Abwechslung bietet das Outro „Funeral“, welches ein weitaus gemäßigteres Tempo als die restlichen Songs des Silberlings aufweist und die Vier hier beweisen, dass sie auch langsamer, aber dennoch Stimmungsvoll können und mit über achteinhalb Minuten sogar recht lange. Mit einem Filmdialog und knisterndem Schallplattenrauschen endet der vierunddreißigminütige Erstling. Selten habe ich ein so glatt produziertes BM-Erstlingswerk in meinem Player gehabt, was allerdings auch den Anspruch der Band widerspiegelt. Andererseits fehlen mir als Hörer auch einige Ecken und Kanten, wobei gerade die sehr gleichmäßigen Drums ins Gewicht fallen. Vielleicht noch ein Relikt alter Zeiten, in denen Heergott allein alle Instrumente eingespielt hat, bevor er sich Gitarrist „Shagnar“, Bassist „Plaguewielder“ und Drummer „Widrir“ auf den Sattel holte. Magoth bieten mit ihrem Erstlingswerk gute, schnelle Unterhaltung, beispielsweise für die Autofahrt oder ähnlich kurzweilige Unternehmungen. Mit Zügen von Watain, alten Dimmu Borgir oder Naglfar auf 45rpm ist „Der Toten Gesang“ eine Empfehlung für alle Freunde des klassischen, melodischen Black Metals.

 

Tracklist:

1.The Vaults

2.Der Toten Gesang

3.Sheol

4.Craving Blood

5.Mental Fortress

6.Reqiem Deus

7.Funeral

 

Bewertung:

8 von 10 Punkte


Weitere Informationen

  • Band: Magoth
  • Album Titel: Der Toten Gesang
  • Erscheinungsdatum: 04.04.2016
  • Fazit: Mit Zügen von Watain, alten Dimmu Borgir oder Naglfar auf 45rpm ist „Der Toten Gesang“ eine Empfehlung für alle Freunde des klassischen, melodischen Black Metals.
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