Samstag, 17 Oktober 2015 11:45

Nebiros - VII

geschrieben von Ghostwriter
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VII VII Nebiros

Nebiros (nein nicht die aus Kolumbien, oder Frankreich oder England oder Mexiko), sondern die Polen, die die Band 1997 in Berlin gegründet haben, haben dieses Jahr nach 4 Demos und einem Album ihr zweites Werk „VII“ auf den Markt geworden.

Die sparsame Veröffentlichungspolitik ist wohl mitunter ein Grund, warum (diese) Nebiros in Deutschland trotz offensichtlichen Potential noch keinen größeren Stellenwert haben – Und in Polen unter der Hand hoch gehandelt werden.Was den geneigten Hörer erwartet ist Black Metal mit einem wilden Misch-Masch aus symphonischen Elementen, Synthie Sounds, Samples und nicht zuletzt hartem, oftemals fast thrashigen Riffing, Growls, Screams und Chorälen. Daher gilt: Black Metal Elitisten, die soundtechnisch Kettensäge trifft Jungfrau trifft einsamen Wald bevorzugen, sollten hier zwingend weghören.


Aber zum Werk: Nach dem zweiten und dritten Durchlauf wirkt VII  auf mich persönlich bis auf eine Ausnahme sehr rund, perfektionistisch, abwechslungsreich und auch keinen Moment langweilig. Anleihen aus den Werken anderer großer Polen !Behemoth! sind durchaus erkennbar, aber Nebiros haben es geschafft, etwas wirklich eigenständiges hinzulegen. Als Beispiel für das knapp einstündige Werk, nehme ich direkt das Intro und Track 2 auf die Liste. Nach dem Set Up mit Wind, sphärischen Synthieeinsatz, Keyboardmelodei und einsetzendem Chor, ist man perfekt auf Zakon „Czarny“ eingestellt. Dieser beginnt nahtlos mit langsam-treibenden Drum- und Gitarrenspiel und nach einem kurzen Soli gibt Sänger Blachur im gleichen Galeerentakt die Richtung vor. Der Song wird immer wieder durch Keyboardeinsatz, Choralsamples und gegen Mitte mit einem verzerrten satanischen Mantra geschmückt.

Dass die Polen auch anders können ist unter anderem in Track 9 „Ponure ciene“ zu hören. Hier gibt’s ganz im Stile von Marduk fast ohne Pause auf die Fresse und der Track hätte ohne größere Probleme auf dem Album „Panzer Division Marduk“ eingefügt werden können - wäre in der Mitte nicht wieder eine kurze sphärische Erholungspause in Form einer Keyboardeinlage mitsamt Mantra angesagt.

Die vorher genannte Ausnahme oder sollte ich sagen Totalausfall ist für mich persönlich Track 4 „Matka Kurwa“, der nach einem kurzen Intro verheißungsvoll Black'n'Roll mäßig anfängt, bis auf einmal kurze Hosen, Basecap um Windflügelgehüpfe angesagt sind. Hier regieren plötzlich Brakes, komisches Gekreische und ein fragwürdiges Gitarrengeklampfe. Wenn hier im Geiste großer Norweger wie Gylve Nagell „Alles geht“ gedacht werden wollte gut und schön – Aber meinetwegen hätte der Song grundsätzlich auch wegbleiben dürfen.

Tracklist:

01. Intro: VII
02. Zakon Czarny
03. Boga Cialo
04. Matka Kurwa
05. Galaxis
06. Jabol
07. Na Placu Piekka
08. Staruch
09. Ponure Ciene
10. Pozadanie
11. Legion
12. Outro

Bewertung:

9 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Nebiros
  • Album Titel: VII
  • Erscheinungsdatum: 31.07.2015
  • Fazit: VII ist zusammenfassend ein sehr gut durchdachtes und auf die Strecke gebrachtes Black Album geworden, das bei mir definitiv nicht das letzte Mal durch den Spieler gelaufen ist. Als krasser „melodischer“ Gegenpol zu den sonst so gehörten BM-Dingen die wir ins HQ bekommen eine schöne Abwechslung!
Gelesen 2031 mal Letzte Änderung am Samstag, 17 Oktober 2015 12:21

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