Mittwoch, 09 Oktober 2013 16:31

Poisonblack - Lyijy

geschrieben von
Artikel bewerten
(5 Stimmen)
Cover: Lyijy Cover: Lyijy Poisonblack

„Home is where the sty is“ tönt es aus den Boxen – Zu Hause ist, wo der Schweinestall ist. Dann fühle ich mich wohl beim Hören dieser Platte zu Hause, denn was Poisonblack auf ihrem sechsten Album Lyijy ist tatsächlich schweinegeil. Und auch ein Titel wirkte selten passender. „Lyijy“ bedeutet Blei – und bleischwer sind auch die Kugeln der Rockgeschosse, die einem hier um die Ohren fliegen.

11 Teils mächtig groovende, teils typisch finnisch melancholische Songs auf der Grenze zwischen hartem Rock und treibendem Metal bieten hier das, was sowohl der Soundtrack für ausschweifende Parties als auch für die ruhigeren Stunden mit einem Glas guten Whiskys sein kann. Das eher schlichte Cover verspricht hier nicht zu viel. Doch kommen wir zur Musik. Lyijy präsentiert sich durch die Bank abwechslungsreich. Auf treibende Rocknummern, wie das eingangs erwähnte „Home is where the sty is“, folgen quasi gesetzmäßig schwermütige Lieder wie „Down the ashes rain“. Spätestens hier ist der Einfluss der vorherigen Band von Sänger, Gitarrist und Frontmann Ville Laihiala, den finnischen Gothic-Metal Giganten Sentenced, nicht wegzuleugnen, auch wenn sich selbst die melancholischen Nummern deutlich rockiger hören als vergleichbare Songs besagter Vorgängerband.


Eine Ausnahme bildet der Song „Maybe live is not for everyone“ - dieser Song ist so verdammt Sentenced, dass sich der geneigte Fan spontan acht Jahre in der Zeit zurück versetzt fühlt und mit Gänsehaut der alten Zeiten gedenkt... doch ich schweife ab. Ist Lyijy ein im gesamten gesehen recht kurzweiliges Vergnügen, fehlen aber doch die genialen Ohrwürmer wie ein „Maggot Song“, die den Vorgänger Drive auszeichneten. Leider ein kleiner Rückschritt. Soundtechnisch machen Poisonblack jedoch alles richtig. Die Gitarren drücken und klingen wunderbar präsent, die Drums klingen offen und wenig komprimiert, so wie sich anständige Rockmusik anzuhören hat. Eben erdig.


Instrumental darf man naturgemäß keine Heldentaten erwarten, Soloausbrüche wie zum Beispiel im schon erwähnten „Maybe live is not for everyone“ zeigen aber, wie viel musikalische Klasse Poisonblack in sich vereinen und vor allem mit wie viel Gefühl für die Musik hier gearbeitet wird – einfach herrlich!  Über die charakteristische Stimme Villes sind über die Jahre sicherlich genug Worte verloren worden, auch hier passt sie wieder wie die viel zitierte Faust aufs Auge. Somit ist Lyijy zwar leider kein Meisterwerk wie der Vorgänger Drive, schafft es jedoch in Sachen Abwechslung und Erdigkeit klare Akzente zu setzen und auf ganzer Linie zu überzeugen. Nicht nur für Genrefans eine klare Kaufempfehlung!


Tracklist:

01. Home is where the sty is
02. Down the Ashes rain
03. The flavor of the month
04. The absentee
05. Maybe live is not for everyone
06. Death by the blues
07. The Halfway Bar
08. Them walls
09. Blackholehead
10. Pull the trigger
11. Elämän Kevät 


Bewertung:

Cover und Umfang (7,5/10):

- Kommt im schicken Digipack mit etwas spartanischem, aber ausreichendem Booklet

- Sehr passendes und edles Cover

- 11 Songs, 50 Minuten - geht in Ordnung

Abwechslung (8,5/10):

- Fantastische Gratwanderung zwischen treibendem Rock/Metal und purer Melancholie!

- Volle Punktzahl, fehlten da nicht die ganz großen Hits, mit denen sie sich messen lassen müssen.

Sound (8/10):

- Gute Arbeit. Stimmungsvoll und passend.

Gesamtpunktzahl:
8/10

Released: 13.09.2013
Label: Warner Music Finnland
Genre: Gothic Metal / Rock / Groove

 

Weitere Informationen

  • Band: Poisonblack
  • Album Titel: Lyijy
  • Erscheinungsdatum: 13.09.20013
  • Fazit: Somit ist Lyijy zwar leider kein Meisterwerk wie der Vorgänger Drive, schafft es jedoch in Sachen Abwechslung und Erdigkeit klare Akzente zu setzen und auf ganzer Linie zu überzeugen. Nicht nur für Genrefans eine klare Kaufempfehlung!
Gelesen 3504 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 Oktober 2013 19:47

Medien


 Undergrounded 2017 -  ImpressumDatenschutzerklärung