Monatelang habe ich diesem Festival entgegengefiebert. Und dann, zack, war es plötzlich an der Zeit. Tatsächlich ging das seit Ende September so, als angekündigt worden war, dass Night Demon den Samstag headlinen würden. Die Zeit des Wartens war also relativ lange, auch die Erwartungen an das ganze Festival hingen sehr hoch. Hamburg war bis dato ein relativ unbeschriebenes Blatt für mich in Sachen Konzerte. Rückblickend ist es immer wieder ein interessantes Erlebnis, ein Festival zum ersten Mal zu besuchen. Entweder man kommt danach nie wieder oder es entsteht daraus eine alljährliche Verpflichtung, der Haken im Kalender ist gesetzt und das Datum im Hirn eingemeißelt.

Wir sind zurück aus Eindhoven. Mit der diesjährigen Jubiläumsausgabe „10 Years of Total Mayhem“ haben wir es als Eindhoven Metal Meeting Erstbesucher sehr gut erwischt – ausgerechnet hier sind wir zum ersten Mal am richtigen Ort, es stimmt einfach alles. Bands, Organisation, Atmosphäre, Festival – kurz und knapp: großartig! Für den 13. und 14. Dezember 2019 haben wir jedenfalls in unserem neuen Undergrounded-Festivalkalender einen dicken Haken gesetzt.

Nachdem die Wintermelodei 2017 mit Wederganger als Headliner ein Erfolg war, wollten die Veranstalter „Schwarzlicht Konzerte“ in diesem Jahr noch eine Schippe drauf legen und präsentierten am vergangenen Samstag die zweite Auflage. Dabei gab es im Vorfeld zunächst Ärger seitens kirchlicher Organisationen.

Dieser November war selbst für finnische Verhältnisse grau und trostlos. Aber während dem Wochenende vom 9.-10. November wurde die Atmosphäre noch dunkler, ja sogar schwarz. Dennoch sollte das nicht heißen, dass es trist war. Im Gegenteil, das Steelchaos Festival brachte für zwei Tage die strahlende Düsternis, die nur Extreme Metal zu erwecken vermag, in ein ausverkauftes Nosturi in Helsinki.

Der dritte Tag des UTBS kündigte sich schon kurz nach Sonnenaufgang als schwüler Sommertag an. Nachdem unser Team die Nacht noch im Backstage verbracht hatte und einige Interviews geführt, Material gesichtet, Fotos bearbeitet und Eindrücke zu Papier gebracht hatte, begab man sich etwas müde, doch nicht ohne Tatendrang wieder zum Gelände. Dem Friesacker Publikum wurde online angekündigt, welche Veränderungen es in der Running Order für den Finaltag des Festivals geben sollte: Mosaic, deren Auftritt am Vorabend gecancelt wurde, sollten am frühen Abend den Slot von den Augsburgern Schrat übernehmen, welche ihrerseits statt der österreichischen Okkult-Rocker 777 das Festival beenden würden. Etwas schade, dass 777 ohne Angabe von Gründen entfielen – dafür sollten die Freistaatler das UTBS 2018 mit einem gehörigen Wahnsinnstrip schließen, dazu jedoch später mehr.

War der Anreisetag noch vom Hochsommer bestimmt, zogen in der überraschend kühlen Nacht einige Wolken über Friesack auf, sodass die Besucher den Morgen in Wind und weißgrauer Kulisse verbrachten. Nach dem Katerfrühstück und der Nachbereitung des ersten Festivaltags schlug auch unser Team gegen 14 Uhr wieder auf dem Gelände der Freilichtbühne auf, um den zweiten Tag zu begehen – es kam auch die glorreiche Idee auf, endlich unser Banner aufzuhängen, daran hatte an Tag 1 natürlich niemand gedacht.

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