Dienstag, 19 Januar 2016 08:40

Marius Danielsen - The Legend of Valley Doom

geschrieben von Soundchaser
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The Legend of Valley Doom The Legend of Valley Doom Marius Danielsen

Liest man die Liste der Musikerinnen und Musiker, die an der Entstehung des Konzeptalbums „The Legend of Valley Doom“ beteiligt waren, fühlt man sich unwillkürlich an das deutsche Projekt Avantasia von Tobias Sammet erinnert. Auch musikalisch besteht eine unverkennbare Nähe, doch schafft der junge Norweger es durchaus, mit diesem Album eine eigene Duftnote zu setzen.

Die Hauptband von Marius Danielsen – Darkest Sins – sagte mir bisher nüscht (ich weiß jetzt nicht, ob irgendwo ein(e) Fan(sine) dieser Truppe laut aufstöhnt und mir am liebsten Chloera, die Pest und anderes an den Hals wünscht...vielleicht schaffe ich es ja bald mal, mir etwas von Darkest Sins anzuhören). Aber jetzt geht es erst mal um das Soloprojekt des Leadsängers und Gitarristen...wobei „Solo“ natürlich angesichts der wirklich beeindruckenden Zahl von MitstreiterInnen völlig irreführend ist. Um nur ein paar zu nennen: Tim „Ripper“ Owens (ex-Judas Priest, ex-Iced Earth, ex-Yngwie Malmsteen); Timo Tolkki (ex-Stratovarius, Avalon); Chris Caffery (Savatage, Trans-Siberian Orchestra); Mike LePond (Symphony X), Alex Holzwarth (Rhapsody of Fire)...und viele mehr.

 

Doch Masse allein macht natürlich noch lange kein gutes Album. Nach dem Erstwerk von Avantasia versuchten auch andere Projekte schon, im Bereich des epischen/symphonischen/melodischen Powermetals mit Konzeptalben zu punkten – und konnten mich keineswegs immer überzeugen. Schauen wir uns Danielsens Werk also mal etwas genauer an: Ganz klassisch „Intro“ betitelt, startet dieses Werk (dessen Entstehung anscheinend rund 10 Jahre in Anspruch nahm und von dem es wohl in absehbarer Zeit einen zweiten Teil geben wird, wenn die Angaben im Netz stimmen) mit einem Instrumental, das spontan wirklich stark an Avantasias Frühwerke erinnert. Musikalisch ist es ein klarer Wegweiser, was uns danach erwartet. „The Battle of Bargor-Zun“ nimmt sofort Fahrt auf, es dominiert ein Mix aus melodischen Gitarrenriffs und Keyboardteppichen, wobei die Keyboards vergleichsweise dezent in den Gesamtsound eingebettet sind. Mehrstimmiger Refrain, sehr „epic“. Eine Stimme erzählt zwischendrin etwas, dann wieder andere Singstimmen, es kehrt Ruhe ein, über locker gezupften Gitarren und einem schwebenden Keyboard fast schon ein lässiges, nahezu cleanes Gitarrensolo (erinnert mich ein wenig an Axel Rudi Pells Stil), das in flottere Gitarrenläufe übergeht. Am Schluss des mehr als 7 Minuten langen Songs gibt es noch einmal den vielstimmigen Chorus.

 

Die restlichen Stücke erzählen üppig die Story des „Dark Lord“ (hm...nicht gerade Anwärter für den Schurkentitel des Monats) und des Königssohns Thorgan, der Rache für den Tod seines Vaters nehmen will. Die Songs bewegen sich dabei zwischen eingängigen Riffs, melodischen Gitarrenläufen, durch Keyboardlandschaften hindurch (die immer ausreichend unaufdringlich bleiben) und bieten (erwartungsgemäß) überwiegend „heldenhafte“ Texte (hey, wer hat hier „Klischee“ gerufen?) - gehört halt zu einem Album mit diesem Gesamtkonzept irgendwie dazu. Wenn Wörter wie „Victory“, „Glory“, „Swords“ usw. usf. in Texten auftauchen, gibt es sicherlich HörerInnen, die sofort die Stopptaste am CD-Player drücken. Die Gesangsleistung ist leider nicht bei allen Vokalisten gleich stark, stimmig sind hingegen die mehrstimmigen Refrains, wenngleich dieses Album letztendlich nicht so viel Hitpotential wie die Songs von Avantasia aufweist.

 

An ein paar Ecken und Enden schwächelt es also, dennoch ein solides und unterhaltsames Werk für alle, die Avantasia bzw. episch-melodischen Metal im Allgemeinen mögen und Lust auf Neues haben – wenn sie damit leben können, dass hier nichts wirklich bahnbrechend Neues präsentiert wird. Wenn es Marius Danielsen gelingt, die kleinen Schwächen von Part 1 bei „The Legend of Valley Doom Part 2“ vollends zu beheben, dürfte die Punktzahl höher ausfallen.

 

Trackliste:

  1. Intro

  2. The Battle of Bargor-Zun

  3. Prophecy of the Warrior King

  4. Chamber of Wisdom

  5. Mirror of Truth

  6. Haunting My Dreams

  7. The Legend of Valley Doom

  8. Lost in a Dream

  9. Raise Your Shields

  10. Free as the Wind

  11. Fallen Heroes

  12. Outro

 

Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Marius Danielsen
  • Album Titel: The Legend of Valley Doom
  • Erscheinungsdatum: 13.11.2015
  • Fazit: Wenn es Marius Danielsen gelingt, die kleinen Schwächen von Part 1 bei „The Legend of Valley Doom Part 2“ vollends zu beheben, dürfte die Punktzahl höher ausfallen.
Gelesen 1984 mal Letzte Änderung am Dienstag, 19 Januar 2016 08:46

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