Samstag, 02 August 2014 18:13

Doom:VS - Earthless

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2004 gründete Johan Ericson, seines Zeichen Gitarrist bei Draconian, sein Projekt Doom:VS mit dem Ziel, schweren und langsamen Doom Metal zu machen. 10 Jahre und zwei Alben später besteht das Ein-Mann-Projekt immer noch und bringt mit „Earthless" ein weiteren Tonträger heraus.

Eins muss man deutlich vorweg sagen: "Earthless" ist kein Album, was man sich so nebenbei anhören kann. Es ist eines dieser Alben, die man am besten im dunklen Zimmer, erleuchtet von dem Schein einer einsamen Kerze und mit einem Glas schweren Rotwein in der Hand anhört. Es ist ein Album, welches die Aufmerksamkeit des Hörers fordert, welcher sich bewusst darauf einlassen und damit auseinandersetzen soll. Es ist Funeral Doom, der einem schwer auf das Gemüt schlägt!


Das Grundtempo der sechs Songs ist irgendwo zwischen langsam und zäh fließend angesiedelt. Die schleppenden Drums und zähen Riffs schreiten so langsam und bedächtig voran, wie ein Trauerzug und erzeugen eine Atmosphäre, die einem nach und nach alle Hoffnung und Lebensfreude nimmt. Kälte und Hoffnungslosigkeit nehmen statt dessen die Plätze ein und ziehen den Hörer tief in die den Abgrund der dunklen Emotionen hinab.


Die sehr tiefen Growls und die einfachen Melodien, die auf die Riffs gesetzt werden, tragen auch ihren Teil zu der beklemmenden Atmosphäre bei und lassen einen nicht mehr los. Die Melodien haben teilweise den Charakter des rettenden Strohhalmes, doch zu oft entpuppen sie sich am Ende doch nur als kurzes Aufflackern von Licht in der dunkelsten Stunde und nehmen den Hörer noch tiefer mit auf den Weg in den Abgrund.


Und dieser Weg ist lang, denn keiner der sechs Songs bleibt unter sieben Minuten. Leider schafft es Johan Ericson nicht immer, dieser Länge Herr zu werden, so dass sich der Aufbau der einzelnen Songs stellenweise stark ähnelt. Aber wollen wir mal nicht allzu sehr meckern und schieben das auf den kompositorischen Rahmen, welcher durch das Genre Funeral Doom doch in seinen Möglichkeiten eingeschränkt ist. Da aber sonst alles passt, ist es einer der wenigen Punkte, die man ihm vorwerfen kann.


"Earthless" ist ein Doom-Monster, was seinesgleichen sucht. Musikalisch und vom Spiel der Instrumente her sehr gut ausgestattet, kann man dem Album nur negativ zu Buche führen, dass man es nicht jeden Tag hören kann und die Momente, in denen man sagt "Heute höre ich mir Doom:VS an" begrenzt sein werden. Wer sich aber Zeit nimmt und das Album bewusst anhört, der bekommt ein Kunstwerk der dunklen Art geboten, welches seine Spuren tief in der Seele des Hörers hinterlassen wird.


Tracklist:

1. Earthless

2. A Quietly Forming Collapse

3. White Coffins

4. The Dead Swan Of The Woods

5. Oceans of Despair

6. The Slow Ascent


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Doom:VS
  • Album Titel: Earthless
  • Erscheinungsdatum: 05.05.2014
  • Fazit: "Earthless" ist ein Doom-Monster, was seinesgleichen sucht. Musikalisch und vom Spiel der Instrumente her sehr gut ausgestattet, kann man dem Album nur negativ zu Buche führen, dass man es nicht jeden Tag hören kann und die Momente, in denen man sagt "Heute höre ich mir Doom:VS an" begrenzt sein werden. Wer sich aber Zeit nimmt und das Album bewusst anhört, der bekommt ein Kunstwerk der dunklen Art geboten, welches seine Spuren tief in der Seele des Hörers hinterlassen wird.
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