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Donnerstag, 03 Juli 2014 19:52

08.03.2014 GERMAN SWORDBROTHERS FESTIVAL 3 – Lükaz, Lünen

geschrieben von fiolkman
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In der Nähe von Dortmund entwickelt sich ein kleines Städtchen langsam aber sicher zur „Metal City“, denn hier in Lünen findet das GERMAN SWORDBROTHERS FESTIVAL nunmehr zum 3. mal statt. Mit ATLANTEAN KODEX als Headliner ist dieses Event Pflicht!

 

Satte 6 Bands aus 6 verschiedenen Bundesländern spielen heute im Rahmen des 3. GERMAN SWORDBROTHERS FESTIVALs ganz groß auf. Und es soll wirklich ein genialer Start in die noch junge Festivalsaison 2014 werden. Veranstalter Christian Ernsting und sein Team haben ganze Arbeit geleistet, um ein höchst professionelles und rundum gelungenes Indoor-Festival auf die Beine zu stellen und sämtliche Anwesenden, inklusive der Bands komplett glücklich zu machen. Zu aller erst muß hier einmal Licht und Sound mehr als gelobt werden. Die jeweiligen Leute an den Mischpulten haben einen Top-Job in allen Belangen hingezaubert. Sämtliche Bands wurden mit tollem Sound und vernünftigen Licht perfekt in Szene gesetzt.

 

Die nächsten ganz dicken Pluspunkte gehen an die Super-Verpflegung zu mehr als fairen Preisen! Diesbezüglich aber keine große Überraschung, denn im Lüner Kultur- und Aktionszentrum, kurz LÜKAZ genannt, sind faire Preise eine Selbstverständlichkeit und längst Standard hier. Vor der Halle haben die Veranstalter einen Imbisswagen hin gestellt, der ebenso günstiges, wie auch sau-leckeres Essen für den kleinen Hunger bereitstellt. In der Halle gibt es neben dem obligatorischen Band-Merch-Stand noch einen kleinen,separaten Metal-Market mit reichhaltigem Angebot. Der Metal-Market wurde strategisch günstig, nah am Raucher-Bereich platziert, was bei den frühlingshaften Temperaturen an diesem Tag perfekt passt. Die Besucher können jederzeit die Halle verlassen und ihre „Markt-Einkäufe“ zum Auto bringen. Wer raus will,kommt auch anstandslos wieder in die Halle rein. Das muß hier explizit erwähnt werden, da sehr häufig bei ähnlichen Konzerten/Festivals ein einmaliges Verlassen der Halle endgültig ist und man dann nicht mehr rein gelassen wird. Hier in Lünen bleiben freie Metaller, freie Metaller und dürfen sich frei bewegen.

Hallo, liebe ZecheCarl : So wird es richtig gemacht! Bis jetzt läuft alles wie ein Länderspiel, perfekt.

 

Und die Musik? Tja, da wird ganz großes Kino heute präsentiert, in Form von 4 totalen Volltreffern, einem recht guten und einem etwas nicht so passenden Auftritt- Aber der Reihe nach:

 

Pünktlich um kurz nach 17:00 betreten die Leipziger Heavy-Metal-Jungspunde von PROWLER die Bühne und sorgen dafür, dass die Halle sich stetig, Song nach Song ansehnlich füllt. Die in 80er-Style amtlich in Spandex, Cowboy-Stiefel und schönen Haaren heraus geputzen Glam-Poser machen mit ihrer Musik und Ausstrahlung mächtig Spass. Party-Stimmung schon bei der ersten Band. Respekt.

Setlist PROWLER:

Paranoia / Motorcycle Of Love / Freedom / Stallions / Hard Pounding Heart / Mischief & Co / Out Of The Night / Prowler / Princess Of The Night (SAXON-Cover)


Rasend schnell verfliegt die erste Umbaupause und zügig geht es weiter mit WE ARE LEGEND aus Balingen. Die Power-Metal-Formation tritt heute ersatzgeschwächt an, denn der etatmäßige zweite Gitarrist muß wegen einer Schulter-Operation passen und konnte nicht kurzfristig ersetzt werden, Gute Besserung auch von dieser Stelle (mittlerweile sollte er wieder fit sein).

Der keyboarddurchtränkte Sound der um einen nach Soul-und Gospel-Gott aussehenden Background-Sänger verstärkten Balinger machte die Halle wieder recht leer. An ihren Insrumenten allesamt Könner mit einem starken Sänger der dann in den ganz hohen Lagen durch den Gospelmann gesanglich unterstützt wird. Nur passt heute der etwas überambitionierte, an Dream Theater und ähnlichen Bands angelehnte Style nicht zum Publikum und den restlichen Bands. Irgendwie schade, denn mangelden Einsatz kann man den Jungs nicht nach sagen. Ausbaufähig.

Setlist WE ARE LEGEND:

Enemy Within / Pale Moonlight / Rise of the Legend / March of the Living / Out / Only Time can Tell / This Holy Dark / Hungry Mirrors


Einen kleinen Bummel über den kleinen Metal Market später wird es wieder dunkel in der Halle und ein Sturm aus Schleswig Holstein zieht auf. Die Nordlichter von METAL WITCH lassen das Parkett glühen und schiessen ein buntes, räudig und äußerst launig vorgetragenes Heavy-Metal-Gewitter über Lünen hinweg brausen. Sänger Kay läßt sich nichts von seinem angeschlagenen Gesundheitszustand anmerken und wirbelt wie der sprichwörtliche Wind über die Bretter. Der Metal-Verrückte klettert zudem die rechte Lichtbarriere hoch bis kurz unters Dach und mischt sich anschliessend von der Bühne springend unters Publikum. Er singt dabei kräftig weiter, sprintet bis zum Merch-Stand, posiert dabei auf dem Rückweg mit Fans für Foto´s, während auf der Bühne der Rest der Gang vergnügt weiter spielt. Das zuerst etwas verdutzte Publikum geht voll mit und läßt sich vom rotzigen Old-School-Heavy-Metal und von Kay´s Aktivitäten mit Feierlaune anstecken.Musikalisch kompetent und sehr gut aufeinander eingespielt rotzt die Band einen coolen Song nach dem nächsten raus. Irgendwo zwischen Accept, Saxon und ein wenig Thrash gewinnen die seit immerhin schon 1985 tätigen Nordlichter viele neue Fans, nen fetten Applaus und bitten zum Finale die Fans auf die Bühne zum gemeinsamen Feiern. Das hat gerockt !!!

Setlist METAL WITCH:

Faster Than A D Train / Believe In The Power Of Rock / The Heart Of England / Valley Of The Kings / Ladies In Black / Hammer On Anvil / Ready To Burn / Still Going Strong / The Curse Of The Wolf / Metal Witch


Zur Halbzeit dieses bisher schon fantastischen Abends wird in geselliger Runde nun endlich der Imbisswagen vor der Halle ausgiebig getestet und es mundet hervorragend. Fairer Preis, große Portionen und leckere Pommes. Metaller-Herz, was willste mehr?? Natürlich mehr Metal! Und den bekommt das Publikum, das immer zahlreicher ins Lükaz strömt, mit den nun auftrumpfenden KING LEORIC aus Wolfenbüttel bei Braunschweig. Die vier Swordbrothers haben sich seit ihrer Gründung vor 15 Jahren dem kompromisslosen klassischen Metal der 80er Jahre verschrieben und knallen uns ihre Version von epischen Heldenhymnen um die Ohren. Bestens gelaunt und genauso positiv von Location und der perfekten Organisation der Veranstalter überrascht spielen sich die Jungs aus Wolfenbüttel in einen Rausch und ziehen die Leute komplett mit in ihren Bann.


Lautstarke Songwünsche aus dem Publikum und zahlreiche Applausstürme werden mit süffisanten und wirklich humorvollen Ansagen zwischen den Stücken durch den sympathischen Frontmann Jens Wunder belohnt, der Funke springt beiderseits rüber, sodass viel zu schnell mit dem grandiosen „Gods Of Heavy Metal“ vom 2000er Demo der königliche Triumpfzug auch schon sein Ende nimmt. Leider können die zahlreichen Zugabe-Rufe nicht erfüllt werden. So läuft das nun einmal bei einem Festival mit durchorganisiertem Zeitplan, der erfüllt werden muß. Wenn man dann keine Songs zu hören bekommt, dann stürmt man halt den Merch-Stand, zumindest so müssen etliche der von KING LEORIC begeisterten Zuschauer gedacht haben und belagern den Band-Merch-Stand. Dieser ist dann auch recht schnell geplündert, da sowohl Shirts als auch die CD´s zu verdammt günstigen Kursen feilgeboten werden. Auch der Verfasser dieser Zeilen deckt sich mit allen CD´s ein, kannte ich die Band schändlicherweise vorher noch nicht.

Setlist KING LEORIC:

King Leoris Is Rising / Cry In The Night / Downstairs / Stormclouds / Roll The Dice / Master Of The Kings / Times Steals Your Days / Warriors Tune / Gods Of Heavy Metal



Die Zeit schreitet voran und die Stimmung erscheint auf einem ersten Siedepunkt angelangt zu sein. Ein guter Zeitpunkt, um mit WARRANT ein altes Metal-Urgestein aus den tiefen der 1980er auf die Bretter zu schicken. Die Düsseldorfer “Alt-Herren” treten einen Fansiegeszug unter großem Applaus an und schicken sämtliche Bandklassiker durch die Boxen. Gegründet 1983 und mit ihren beiden einzigen Veröffentlichungen “First Strike” (EP) und “The Enforcer” sind sie im Speed-Metal-Lager einfach nur Kult! Die Truppe, die heute das einzige Gründungsmitglied Jörg Juraschek (Bass und Gesang) auf die Gemeinde losläßt, spielt sich losgelöst den Allerwertesten ab und sammelt immer wieder Sonder-Beifall. Bei “The Enforcer” wird dann auch fleissig der Enforcer mit Sprech-Chören herauf beschworen, das Publikum macht mit und alle haben ihren Spaß. Besonders viel Spaß scheint Drummer Thomas zu haben, der wie ein Bekloppter auf die armen Drums einprügelt. Sportliche Leistung und ein Wunder, dass die Teile nicht zu Bruch gegangen sind. Zwei neuere Songs runden den Auftritt der “Lokalmatadoren” aus NRW ab und die Menge ist erfreut.

Setlist WARRANT:

Intro / Bang That Head / Ready To Command / Nuns Have No Fun / Satan / Keep Me In Hell / All Kings Horses / Scavenger´s Daughter / Cowards Or Martyrs / The Enforcer / Ordeal Os Death / Torture In The Tower



Da unter den Versammelten von Müdigkeit keine Spur ist, haben die dieses Festival abschließenden ATLANTEAN KODEX aus Vilsek in Bayern eine tolle Aufgabe vor sich und stossen auf weiterhin hungrige Metal-Heads. Viel zu den momentan einen wahren Höhenflug erlebenden Bayern zu schreiben, ist eigentlich müßig, da zur Zeit im interessierten Heavy-Metal-Underground in aller Munde. Und das zurecht, denn mit ihren beiden bockstarken Alben im Rücken und jetzt schon zeitlosen Metal-Epic-Doom-Klassikern im Gepäck räumen die Kodexer auch mächtigst ab. Sänger Markus Becker wird zwar von einer ultrabrutalen Erkältung gequält, die er auch unumwunden und offen bei den Ansagen anspricht, schleudert aber, auch derart angeschlagen, eine Wahnsinns-Stimm-Performance in die Meute, daß reihenweise die Unterkiefer aufklappen.


Insgesamt spielt der Fünfer heute ein traumhaftes Konzert und die immer größere Routine von mehr und mehr Auftritten, läßt eine noch großartige Metal-Karriere erwarten. Davon scheint auch das Publikum fest überzeugt zu sein und überrascht den Sänger derart, daß er sich in einer Ansage symathisch erstaunt darüber zeigt und anmerkt, daß es doch Wahnsinn sei, wie gut die Leute die Songs kennen und die Texte besser wissen als er selbst. Weiteren Sonderapplaus erntet er zusätzlich, als er die Anwesenden um weitere gesangliche Unterstützung bittet. Dieser Wunsch wird mit hunderten zum Himmel gereckten Power-Fäusten inbrünstig erfüllt. Gänsehaut! Wie bei allen anderen Bands ist der Soud ausserordentlich gut abgemischt, sodaß die wie eine Einheit auftretende Bande äußerst mächtig und tight rüberkommt. Die beiden Zugaben “Lucifer´s Hammer (kongeniales Warlord-Cover) sowie das grandiose “Temple of Katholic Magick” lassen die nun doch langsam müder werdenden Metal-Herzen höher schlagen und runden eine nahezu perfekten Abend ab.

Setlist ATLANTEAN KODEX:

Enthroned In Clouds And Fire / From Shores Forsaken / Sol Invictus / Heresiarch / Prophet In The Forest / Twelve Stars and an Azure Gown / Pilgrim / Marching Homeward / The Atlantean Kodex / Lucifer´s Hammer (Warlord-Cover) / Temple of Katholic Magick


FAZIT: Wie Eingangs schon in Lobeshymnen erwähnt, mausert sich Lünen und besonders das LükaZ, dank des Teams um Christian Ernsting zum Metal-Mekka im Ruhrgebiet und es wäre mehr als wünschenswert, wenn dieses Konzept bei behalten werden kann.

WIR freuen uns auf die kommenden Events dort und ganz besonders auf ein GERMAN SWORDBROTHERS FESTIVAL 2015 !!!!!!!!!!

Weitere Informationen

  • Wann: 08.03.2014
  • Wo: Lükaz, Lünen
Gelesen 4147 mal Letzte Änderung am Freitag, 04 Juli 2014 08:34

Medien

ATLANTEAN KODEX - Sol Invictus (Live 08.03.14 German Swordbrothers Festival@Lükaz, Lünen) Azmodel

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