Freitag, 30 Mai 2014 10:09

Vanhelga - Längtan

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(7 Stimmen)

Ein Jahr haben die Schweden von VANHELGA gebraucht, um nach „Sommar“ mit „Längtan“ das nächste Album zu produzieren. Die Band ist zweifellos ihrem Stil treu geblieben, es ist nicht leicht zu verdauen – und genauso wenig, ist es leicht zu bewerten.

Zwölf Songs bieten die Schweden auf ihrem neuesten Langspieler, die Länge ist dementsprechend mehr als ordentlich. Der Ex-Lifelover J.Gabrielson fungiert auch auf “Längtan” als etwas, das man mit dem Begriff Vocals gar nicht abdeckt. In Lifelover- oder Silencer-Manier kreischt der gute Herr irre umher, sorgt durch leises, nicht minder verrücktes Flüstern für Gänsehaut und scheint sich dabei um Melodie oder Tempo der Musik einen feuchten Elch zu scheren. Zu Beginn wirkt das abschreckend, im weiteren Verlauf zieht es einen jedoch mehr und mehr in seinen Bann. Wie die Vocals benötigt das ganze Album seine Zeit, bis es sich durch die Oberfläche des Wahrnehmens durchgearbeitet hat. Denn dort wird es kaum auf Zustimmung treffen, da “Längtan” handwerklich gesehen irgendwo zwischen “schlecht” und “naja” angesiedelt ist.


Besonders stark merkt man das bei den Gitarren, gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt. Über große Teile des Albums sind die Gitarrenspuren ein einziges Rauschen im Hintergrund – das ist gewollt so. Zwar geben sie nicht die Melodie an, schön ist es trotzdem nicht. Für die Melodie verantwortlich sind dann – Lifelover lässt erneut grüßen – Keyboard – oder Klaviertöne sowie Akkustikgitarren, die meist schaurig-und traurig-schön die musikalische Landschaft der CD prägen. Gerade zu Beginn jedoch verliert sich das Album teilweise fast schon in seiner Monotonität. In der zweiten Hälfte gewinnt “Längtan” nicht nur an Geschwindigkeit, sondern auch an Qualität zu (Hörtipp: Vansinnesvardag). Ob man es glaubt oder nicht, in “Eternal Night” kooperieren die Vocals gar mal mit der Musik. Gegen Ende wirkt es, als hätten die Melodien fast schon einen fröhlichen Unterton, einfach verrückt diese Schweden.


Wie bereits in der Einleitung geschrieben, ist “Längtan” alles andere als einfach zu bewerten. Objektiv gesehen haben wir grauenvolle Gitarrenarbeit (selbst die Akkustikgitarren haben einen beschissenen Klang) und nicht zusammenhängende vocal-ähnliche Geräusche . Subjektiv gesehen schafft es die Band jedoch über weite Strecken, mit ihrer musikalischen Einfalt einen Sog aufzubauen, der den Hörer (meistens zumindest) fesseln kann. Zwei Dinge stehen natürlich fest: “Längtan” ist sicherlich kein Album, das man sich immer anhören kann, da muss man in der richtigen Stimmung sein, sonst kriegt man das Kotzen. Und “Längtan” ist auch kein Album, das man sich einfach mal kurz so reinzieht. Man muss sich darauf einlassen, emotional wie zeitlich, um zu sehen, dass es über weite Strecken wirklich gute Musik ist.
Experimentierfreudige und Fans der oben genannten Bands können (oder sollten) sich definitiv die Zeit nehmen, um reinzuhören.


Tracklist:

01. Svartsint Ömhet
02. Där Evigheten Inväntar Mig
03. Evig Förändring
04. Med Mina Andetag
05. Joyless
06. Låt Snön Falla
07. Kärleksförklaring
08. Vansinnesvardag
09. Narkotisk Uppgivenhet
10. Eternal Night
11. Förbarma
12. Exploderande Känslostorm


Bewertung:

7/10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Vanhelga
  • Album Titel: Längtan
  • Erscheinungsdatum: 28.04.2014
  • Fazit: “Längtan” ist sicherlich kein Album, das man sich immer anhören kann, da muss man in der richtigen Stimmung sein, sonst kriegt man das Kotzen. Und “Längtan” ist auch kein Album, das man sich einfach mal kurz so reinzieht. Man muss sich darauf einlassen, emotional wie zeitlich, um zu sehen, dass es über weite Strecken wirklich gute Musik ist.
Gelesen 5762 mal Letzte Änderung am Freitag, 30 Mai 2014 10:58

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