Montag, 17 Februar 2014 23:42

Idensity - Chronicles

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Chronicles Chronicles Idensity

Die französischen Death Metaller IDENSITY veröffentlichten 2011 ihren Erstling. Im Oktober des letzten Jahres erschien bereits ihr zweites Album, das auf den Namen „Chronicles“ hört.. Wir haben uns das Werk zur Brust genommen: Interessanter Metal, der viel Licht aber auch Schatten hat – und bei dem man das Death einklammern muss.

Thematisch haben Idensity bei „Chronicles“ tief in die Märchen – und Mythenkiste gegriffen. Scheinbar konnten sie sich aber nicht auf eines einigen, weswegen es gleich Themen zuhauf gibt. Von Babylonien und Altägypten über das antike Griechenland und Arabien bis nach Indien und das vorchristliche Nordeuropa - aber bei allen dreht es sich um die Thematik des Weltenendes.
Da sich die Franzosen bereits beim Thema unmöglich in eine Schublade schieben lassen, dachten sie: Legen wir doch noch eins drauf. Denn auch die Musik lässt sich keinesfalls als Death Metal deklarieren, sondern ist ein feuchtfröhlicher Mischmasch.


Charakteristisch für die Franzosen ist neben dem vielen Bombast auch die E-Violine. Diese harmoniert überraschend gut mit den harten Riffs und den tiefen Growls. Was die Band neben der wundervollen Violine noch auszeichnet, ist die düstere Atmosphäre,die Idensity häufig zu kreieren wissen. Zwar treten die Gitarren kaum in Erscheinung (durch ein Solo oder ähnliches), sind jedoch maßgeblich am Entstehen dieser Atmosphäre beteiligt. Woran es der Musik jedoch am meisten fehlt, ist Konstanz. Einerseits ist es der Band natürlich nicht zum Vorwurf zu machen, dass sie bei so vielen verschiedenen thematischen Aspekten auch die Musik unterschiedlich aufbauen. Mal ist es härter, mal weicher, mal bombastischer, mal simpler.  Außerdem gibt immer wieder orientalische Melodien und Einsprengsel ("Over The Abyss", "Islam"), die ein wenig an Nile erinnern. Soweit ist ihnen das auch sehr gut gelungen.


Was man jedoch bemängeln kann und auch muss, ist die fehlende qualitative Konstanz. Während bereits der zweite Song („Over the Abyss“) eine wahre Glanzleistung ist und alle positiven Charakteristika der Band vereint, findet man im restlichen Album doch ein großes Qualitätsgefälle. Aber nicht nur in der Qualität fehlt es, sondern auch in der Härte. Teilweise lädt das Sextett  zum Nackenbrechen ein, teilweise jedoch plätschert die Musik ein wenig zu lau vor sich hin.


Quasi sinnbildlich für dieses Problem stehen die Vocals. Während die Growls klasse sind, kann der Klargesang nicht überzeugen. Er ist viel zu brav und zu hoch, um zur düsteren Grundstimmung des Albums zu passen, zumal die Verteilung ungefähr bei 2/3 zu 1/3 zugunsten des Klargesangs liegt. Eine mindestens einjährige Lemmi-Kur wäre hier angebracht, um den Cleangesang treffender zu machen: Verdammt viel Alkohol, verdammt viele Zigaretten. Eine Sache lässt sich jedoch auf keinen Fall verleugnen: Die Band hat Potenzial! Über große Strecken (den Klargesang ausgenommen), klingt das Ganze hier echt gut. Kreativität ist vorhanden, die Produktion von Dan Swanö lässt ebenfalls nicht zu wünschen übrig, zudem schaffen es die Franzosen im Gegensatz zu den meisten ihrer Landsmänner auch auf Englisch zu texten, so dass der gebildete Mann das verstehen kann.


Die noch relativ junge Band (Gründung 2008) ist vielversprechend, „Chronicles“ zeigt jede Menge gute Ansätze. Wenn diese noch ausgebaut bzw. die Macken (vor allem den Cleangesang und die fehlende Härte) behoben werden, sehe ich hier eine Band vor mir, die eine strahlende Zukunft vor sich hat. Fans von Nile und Konsorten sollten hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, auch wenn er den ein oder anderen Abstrich in Sachen Härte in Kauf nehmen muss.


Trackliste:

1. Chronicles
2. Over the Abyss
3. Sekhmet
4. Mofa
5. The Seven Seals
6. Antikristos
7. Typhon
8. Maddhi’s Arrival
9. Annuaki
10. Mantra
11. Loki

Bewertung:

7/10 Punkten

 

Weitere Informationen

  • Band: Idensity
  • Album Titel: Chronicles
  • Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2013
  • Fazit: Die noch junge Band (Gründung 2008) ist vielversprechend, „Chronicles“ zeigt jede Menge gute Ansätze. Wenn diese noch ausgebaut bzw. die Macken (vor allem den Cleangesang und die fehlende Härte) behoben werden, sehe ich hier eine Band vor mir, die eine strahlende Zukunft vor sich hat. Fans von Nile und Konsorten sollten hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, auch wenn er den ein oder anderen Abstrich in Sachen Härte in Kauf nehmen muss.
Gelesen 1874 mal Letzte Änderung am Dienstag, 18 Februar 2014 08:46

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Sekhmet (Official Video) Idensity

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