Montag, 17 Februar 2014 19:51

Locomuerte - Traición Bendición

geschrieben von Ghostwriter
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Traición Bendición Traición Bendición Locomuerte

Oldschool „Chicano“ Metal Hardcore. So oder so ähnlich positionieren sich die vier Jungs (Noxy Demente -Vocals-, El Mitcho -Guitar-, Nico Loco -Bass- und Devildivo - Drums-) von „Locomuerte“, die mitte Januar ihr neues Album „Traición Bendición“ herausgebracht haben.

Nachdem ich für mich persönlich spanischen Punk entdeckt habe und Iron Curtain live erleben durfte, fällt mir besonders bei den Bands aus dem heißen Süden eines auf. Die Kerle machen keine Gefangenen und gehen mit einer Spielfreude an den Mann, dass in der Regel kein Stein auf dem anderen bleibt. Wenn man auf einigen Konzerten im Undergroundbereich war, fehlt einem bei den deutschen Bands leider oft die Spielfreude und die Power während die Setlist einfach nur runtergegurkt wird. Anders bei den Spaniern. Hier wird gepost und gerockt was das Zeug hält, die Songs sprühen vor Kraft und man erwartet nach jedem Song eigentlich eine Kapitulation der Anlage und/oder des Publikums. Locomuerte machen hier keine Ausnahme. Auch wenn das Ganze etwas moderner daherkommt und für meinen Geschmack zu corig rüberkommt, haben die Locos doch genug ausgefeiltes Riffing, Abwechslung und Talent im Koffer um „Traición Bendición“ zu einem interessanten Ausflug in die spanische Szene zu machen.


Da ich leider kein Wort verstehe und nur ab und zu ein geschrienes „Locomuerte“ höre, kann ich zu den Lyrics relativ wenig sagen. Allgemein sind die Songs sehr treibend und mit Gitarrengerschrammel unterlegt. Während Sänger Noxy Demente mit seiner Stimme bei jedem Song den Ton angibt wird auch von der weit verbreitete Eigenheit der spanischen Szene regen Gebrauch gemacht. Praktisch jeder Song wird an irgendeiner Stelle von kleinen Sprechchören zur Bestätigung mit eingeschrien. Dass Locomuerte auch allgemein mit den Vocals spielt, kommt z.B. bei Track 10 „Celoso“ mit einer Rapeinlage zum Tragen. Persönlich ist das auch überhaupt nicht mein Ding, aber das kommt dermaßen charmant rüber, dass man hier auch wenig sauer sein kann. Das Album ist gut produziert und an den Instrumenten erlaubt man sich auch keine Schwächen. Natürlich ist der Mix gewöhnungsbedürftig, aber Einheitsbrei wird auf die Dauer auch öde. Wer also ein wenig experimentieren mag, dem sei das Ding wärmstens ans Herz gelegt, auch wenn es ein relativ kurzes Vergnügen von weniger als 40 Minuten ist.

Tracklist:

01 Manera Violenta
02 Ronque
03 Pa Mi Gente
04 Ranfla
05 Aguantate
06 Traición Bendición
07 En La Calle Muero
08 Fuerte Y Fuerte
09 A Fuego
10 Celoso
11 HxC De Prende
12 En La Calle Vivo


Bewertung:

7,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Locomuerte
  • Album Titel: Traición Bendición
  • Erscheinungsdatum: 18.01.2014
  • Fazit: Natürlich ist der Mix gewöhnungsbedürftig, aber Einheitsbrei wird auf die Dauer auch öde. Wer also ein wenig experimentieren mag, dem sei das Ding wärmstens ans Herz gelegt.
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Ronque Locomuerte

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