Donnerstag, 26 Dezember 2013 09:07

Black Trip - Goin Under

geschrieben von Dornenkönig
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Black Trip kommen aus Stockholm und bestehen immerhin schon seit 2004 und wurde von Peter Stjärnvind und Daniel Bergkvist gegründet. Bis auf eine Demo anno 2012 wurde (leider) jedoch noch nichts releast. Warum nach fast 10 jährigem Bestehen erst jetzt ein vollwertiges Album erscheint, ist wohl den anderen ehemaligen oder zum Teil noch Betätigungsfeldern der Bandmitglieder zuzuschreiben, die sich durch die Bank weg in durchaus namenhaften Bands befinden.

Wenn man liest, dass Peter Stjärnvind, dem ein oder anderen vor allem bekannt als Ex-Drummer von Entombed und Nifelheim, dem musikalisch Weitergebildeten wohl noch von Unanimated und Krux, eine neue Band am Start hat und sich dort als Hauptsongwriter betätigt und die Klampfe schwingt, geht einem unweigerlich im Kopf durch, wonach das wohl klingen könnte und wird dann doch eines Besseren belehrt. Eventuell ist die Überraschung nicht gar so groß, wenn man sich seine weiteren Mitstreiter ansieht, den dort tummeln sich unteranderem auch zwei Lümmel von Enforcer und diverse bekannte von Nifelheim. Auch das nicht mehr in der Band aktive Gründungsmitglied Bergkvist ist durch seine Tätigkeit bei Wolf eher im klassischen Heavy Metal Bereich unterwegs.


Das Riffing von Stjärnvind, Sebastian Ramsted und das Bassspiel von Johan Bergebäck (Ex-Exhumed, Ex-Dismember) erinnert oft an Iron Maiden zu DiAnno Zeiten mit starken Referenzen an Thin Lizzy, UFO und diverse frühe NWOHM Bands. Eine kleine Priese Mercyful Fate darf im Soundteig natürlich auch nicht fehlen. Ich denke, mir wiederspricht keiner wenn ich behaupte, das typische Maiden Riffs nie an Reiz verlieren oder langweilig werden, so auch hier. Die Songs werden hin und wieder von schön klassischen Gitarren Soli unterbrochen. Der Gesang von Joseph Tholl (Basser bei Enforcer) ist angenehm eigenständig und im positiven Sinne heißer und versoffen, als würde Nicke Andersson (The Hellacopters) einen alten NWOBHM Klassiker singen. Er klingt zwar keines Falls wie der von Zeeb Parkes (Ex-Witchfinder General), den Vergleich würde ich nie wagen, hat aber auf mich einen ähnlichen Effekt, den gerade weil er nicht perfekt klingt, funktioniert er. Das Drumming von Jonas Wikstrand (Drummer bei Enforcer) bietet nichts Besonderes aber erfüllt seinen Zweck.


Die gekonnte Mischung aus klassischem Hardrock der Siebziger und frühem Heavy Metal wirkt nie uneigenständig oder aufgesetzt. Wenn man nicht wüsste das diese Scheibe gerade erst releast wurde, könnte man meinen sie wäre eine dieser verschollenen Perlen aus der Blütezeit der NWOBHM. Diese Platte schafft etwas Besonderes, kaum aufgelegt und ich befinde mich unweigerlich in meinem Jugendzimmer mit Eddy an der Wand (gut der hats auch in mein WG-Zimmer geschafft^^) wild, die damals noch spärliche Matte schüttelnd und die mit Nietenarmband (peinlich, ich weiß) bestückte Faust gehen Himmel reckend wieder. Als die Liebe zum Metal oder generell zur Musik gerade erst Fuß fasste und alles noch neu und interessant war. Ein Nostalgie Trip par excellence. Das Scheibchen hat mit seinen knapp 35min recht kurzen Spielzeit keine Pleiten zu verzeichnen. Just Killers no Fillers. Dennoch ist die Kürze das einzige Manko, welches die Platte meines Erachtens nach zu verzeichnen hat.


Tracklist:

1. Vodoo Queen

2. Radar

3. Putting Out The Fire

4. No Tomorrow

5. Tvàr Dàbla

6. The Bells

7. Thirst

8. Goin´ Under

 

Bewertung

9,5 von 10

Weitere Informationen

  • Band: Black Trip
  • Album Titel: Goin Under
  • Erscheinungsdatum: 25.10.2013
  • Fazit: Der Platz in meiner TOP 10 des Jahres ist auf jeden Fall gesichert. Leute die sich gern musikalischen Anachronismen hingeben, greifen bedenkenlos zu!
Gelesen 3441 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 26 Dezember 2013 09:17

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