Dienstag, 18 Juni 2013 13:38

Xicution - Posterity

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Knapp eineinhalb Jahre ist es her, das Xicution aus Eberswalde ihr Debutalbum „Zombie War“ veröffentlicht haben (ein Review findet ihr hier). Vom Umfang her bekommt der geneigte Käufer mehr zu bieten als zuvor, doch auch qualitativ hat sich einiges getan.

Direkt beim ersten Hören fällt auf: Der Sound hat sich merklich verbessert. Beim ersten Output kaum mehr als Demoqualität, wirkt der Mix jetzt angenehm aufgeräumt und prägnant. Die Drums sind präsenter, der Gesang fügt sich harmonischer in den Kontext ein, es wirkt alles runder. Für spätere Veröffentlichungen wurde hier zwar noch Platz nach oben gelassen, aber eine deutliche, sehr deutliche, Verbesserung ist klar zu hören. Sehr gut!

 

Doch auch in Sachen Songwriting hat sich einiges verbessert. Die Songs wirken nun abwechslungsreicher und eigenständiger. An der grundsätzlichen Linie hat sich nicht viel getan – Fans von Debauchery, Bolt Thrower, Obituary und/oder Vader kommen nach wie vor voll auf ihre Kosten. Besonders „Warfield“ und „Till Death“ kommen sehr vaderesk daher. Die verstrichene Zeit hat deutlich für einen Reifeprozess gesorgt. Ist die Platte vom Grundtenor nicht auf Highspeed ausgelegt, bricht sie jedoch an den richten Stellen immer wieder aus dem eher groovigen Death Metal in kleine Hochgeschwindigkeitsabenteuer aus, so sollte für jeden was dabei sein.

 

Ein- und ausgeleitet wird die Platte von einem stimmungsvollen Intro und einem mit viel liebe zum Details auskomponierten Outro, letzteres hätte aber gerne etwas kürzer als drei Minuten sein dürfen. Besser gespart hätte man sich den Bonus-Track „Post Apocalypse“. Muss man zwar bei einer Liveaufnahme sicherlich abstriche beim Sound machen und ist dieser Song musikalisch auch noch so gut, er klingt wie der sprichwörtliche Knüppel auf dem Kopf und hinterlässt, gerade als letzter Song einer Platte, einen deutlich schlechteren Eindruck, als es die Platte verdient hätte. Nach knapp 38 Minuten Death Metal in einem Mix aus alter und neuerer Schule bleibt nicht mehr viel davon übrig, was anno 2011 noch zu kritisieren war. Die Songs sind abwechslungsreicher, eigenständiger und auch der Sound wesentlich besser als zuvor, auch wenn ich hier nach wie vor die größte Baustelle sehe.
Es bestätigt sich: Wenn die drei aus Brandenburg ihren Weg weitergehen, ist da noch weit mehr drin. Potential ist mehr als gegeben. Für einen nächsten Output sollte man jedoch darüber nachdenken, das Schlagzeug von einem echten Drummer einspielen zu lassen, der verwendete Drumcomputer klingt streckenweise viel zu wenig organisch.

 

Wenn ihnen aber zur nächsten Platte ein auch nur ähnlich großer Qualitätssprung gelingt, werden einige Ohren schlackern, so viel ist sicher! Für faire 10€ ist "Posterity" eine klare Kaufempfehlung für Genrefans!

 

Tracklist: 
01. Prolog
02. Death Fucking Metal
03. Warfield
04. Extermination Doomed Infected Cells
05. Posterity
06. Till Death
07. Slow
08. Lichtspiel
09. The Holocaust
10. Epilog
11. Post Apocalypse (Bonus Live)

Bewertung:

Cover und Umfang (7/10): 
- Cover wenig innovativ, aber stilecht
- 10 + 1 Songs auf 38 Minuten. Es könnte mehr Spielzeit sein.

Abwechslung (8/10):
- Eher im Midtempo angesiedelt, Ausbrüche nach oben sorgen für ausreichende Abwechslung.
- Aber auch hier ist stumpf öfter mal Trumpf. 

Sound (6/10): 
- Deutlich besser als bei der ersten Platte.
- Drums zu künstlich.
- Hier und da übersteuert noch einiges, im Gesamten aber prägnant und ausgewogen.

Gesamtpunktzahl: 
7/10 

Weitere Informationen

  • Band: Xicution
  • Album Titel: Posterity
  • Erscheinungsdatum: 22.06.2013
  • Fazit: Nach knapp 38 Minuten Death Metal in einem Mix aus alter und neuerer Schule bleibt nicht mehr viel davon übrig, was anno 2011 noch zu kritisieren war. Die Songs sind abwechslungsreicher, eigenständiger und auch der Sound wesentlich besser als zuvor, auch wenn ich hier nach wie vor die größte Baustelle sehe. Es bestätigt sich: Wenn die drei aus Brandenburg ihren Weg weitergehen, ist da noch weit mehr drin. Potential ist mehr als gegeben. Für einen nächsten Output sollte man jedoch darüber nachdenken, das Schlagzeug von einem echten Drummer einspielen zu lassen, der verwendete Drumcomputer klingt streckenweise viel zu wenig organisch. Wenn ihnen aber zur nächsten Platte ein auch nur ähnlich großer Qualitätssprung gelingt, werden einige Ohren schlackern, so viel ist sicher! Für faire 10€ ist "Posterity" eine klare Kaufempfehlung für Genrefans!
Gelesen 3032 mal Letzte Änderung am Dienstag, 18 Juni 2013 15:22

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