Mittwoch, 14 September 2016 14:58

In Fury - In Fury

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In Fury - In Fury In Fury - In Fury

Das selbstbetitelte Debütalbum der Hannoveraner Melodic Death Metal Band IN FURY erblickte bereits im Juni 2016 das Licht dieser Welt. Grund genug, sich dem dort gebotenen Material zu widmen, das (weitaus) mehr als nur Göteborg Elemente zu bieten hat. Doch von vorne…

Die 13 Tracks, die allesamt in Eigenregie aufgenommen und abgemischt worden sind, verhalten sich wie eine perfekte Symbiose aus den Elementen, die den Göteborgsound in den 90er Jahren so bekannt hat werden lassen: Death Metal und NWoBHM. Filigrane Leadgitarren, vereinzelte eingeschobene Akustikelemente, wechselnder Gesang zwischen harschen und tieferen Frequenzen und immer mit den Melodiebogen der Gitarren im Einklang, die damit nicht nur zum Selbstzweck verkommen. Klare Reminiszenzen an LUNAR STRAIN oder SKYDANCER sind wohlweißlich vorhanden, aber trotz dem engen Korsett, in dem sie sich befinden, schaffen es IN FURY ohne Probleme ihre eigene Nische zu finden und den Melodic Death Metal in die Neuzeit zu katapultieren. Ein fokussiertes Songwriting, das mal mit Akustik Passagen beginnt, wie in den grandiosen „Gaia is Dead“ und „Subterrestrial“ oder gleich in die Vollen geht wie unter anderem bei „In Fury“ oder der High Speed Nummer „Utopia“, ist ein riesen Plus auf der Habenseite des Duos aus Niedersachsen.


Insgesamt sind die Songs kurz und knackig gehalten und überflüssiger Ballast, der in diesem Genre gerne mal hier und da um die Ecke schaut, ist nicht auszumachen. Das einzige spielerische Manko findet sich im Intro zu „Savage Beasts“, das irgendwie aus dem Takt zu sein scheint und den Hörfluss nur kurz beeinträchtigt. Klar hätte man vereinzelt mal in die Effekttrickkiste greifen können, um ruhigere Passagen voluminöser zu inszenieren, aber den Gesamteindruck schmälert dies kaum. Im Gegenteil, Puristen können bedenkenlos zugreifen, hier feuert Gitarrist Steffen schnörkellos seine Gitarrenriffs hin und her und auch das akzentuierte Drumming lässt den Spannungsbogen fliegen.


So toll es sich bisher lesen mag gibt es doch zwei Dinge, deren Klarheit offen wie ein Buch vor dem Hörer liegen: Zum einen ist es ein wenig der dumpfe Sound, der über dem ganzen Album liegt. Obwohl alle Instrumente wunderbar zur Geltung kommen, eine Produktion mit mehr Punch bzw. Drive hätte dem Album merklich gutgetan und noch mehr aus den Songs rausgeholt. Der zweite Punkt, der wirklich sehr subjektiv von mir wahrgenommen wurde, ist die visuelle Umsetzung, das Design des Covers. Hier hätte ich mir eine andere farbliche Gestaltung gut vorstellen können – aber das ist nun wirklich meckern auf hohem Niveau.


Tracklist:

1. Broken World

2. Subterrestrial

3. In Fury

4. Gaia is Dead

5. The Wheel

6. Utopia

7. Terrestrial

8. Immortality

9. Savage Beasts

10. Beyond our Comprehension

11. Celestial

12. Reason

13. Starvation


Bewertung:

7 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: In Fury
  • Album Titel: In Fury
  • Erscheinungsdatum: 30.06.2016
  • Fazit: In knapp 45 Minuten zerlegen IN FURY durchaus ihre Konkurrenz und beweisen, dass Spielfreude kombiniert mit Härte und Melodie sich nicht wie zwei gleiche Pole verhalten müssen. Durch wechselnde Geschwindigkeiten, mal nur ein akustisches Intermezzo oder den Doppelläufigen Gitarren wie bei „Celestial“ wird der Hörer nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt. Aber ehrlich, muss es immer in der Avantgarde verortet sein oder gänzlich mathematisch zugehen? Nein, manchmal ist eine Rückbesinnung auch ein Fortschritt.
Gelesen 2064 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 14 September 2016 16:26

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