Freitag, 05 August 2016 19:58

Vanhelga - Ode & Elegy (exclusive first review)

geschrieben von Ghostwriter
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Vanhelga Vanhelga Ode & Elegy

Die Outputfreude von Vanhelga dürfte inzwischen durchaus als legendär bezeichnet werden. Seit 2010 drei Full Length Alben, 5 EPs und diverse Splits und schon steht für dieses Jahr die nächste Langrille auf dem Plan. Das Schaffen viele Bands oftmals nicht in zwei Dekaden und langweilig dürfte den DSBM-Schweden kaum gewesen sein,

wenn man sich die elf Tracks der neuen Scheibe „Ode & Elegy“ genauer ansieht. Wer Vanhelga kennt weiß, dass ihr Slogan „Happy Music For Happy People“ nicht sarkastischer gewählt sein könnte – Erwartet den Hörer doch stets feinstes depressiv-düsteres Soundmaterial mit ganz eigenen Klangmustern. Das gepaart mit dem der Band eigenen Hang zur Hämophilie (Bei Live-Auftritten in Deutschland wird immer wieder bemängelt, dass man sich hier aufgrund von Hygiene-Auflagen während der Gigs inzwischen nur noch selten Aufschneiden darf), komplettiert die Beschreibung und Attitüde der Band.

 

Das Konzeptalbum „Ode And Elegy“ ist definitiv kein echter Ausreißer in der Reihe der Outputs der letzten Zeit, obwohl es sich doch in einigen Punkten von den vorherigen Alben abhebt. So wird auf OaE die Geschichte einer Dame erzählt, die in der Geschlossenen ein Tagebuch führt und innerhalb der Songs Textpassagen daraus rezitiert. Dabei ist neu, dass auch besagte Dame immer wieder ihre Stimme beisteuern darf. Der Hintergrund dieser Entscheidung ist wohl fast gender-politisch zu nennen bzw. könnte die von der Band getroffenen Aussage: „There is not much creative presence from girls in the DSBM scene overall - That's why we have female vocals.“ so gedeutet werden.

 

Dabei verlässt sich Vanhelga trotz dieser „Neuerung“ wieder auf altbekannte Elemente wie ausladende Klavierpassagen, verspielte Gitarrensoli, Seufzer, Schreie und krächzend-growlende Sprachparts, die immer wieder von Cleanvocals und Chören abgelöst werden. Man hat, wie auch schon auf „Längtan“ und „Höst“, das Gefühl, ein vielschichtiges Klangwerk präsentiert zu bekommen, dass zu keinem Zeitpunkt überladen wirkt, sondern immer genug Raum und Klarheit lässt sich auf einer Ebene zu bewegen und fließend auf die nächste Aufzugleiten. Dieses Spiel mit der geschickten Lenkung der Aufmerksamkeit des Hörers beherrschen wenige Bands so sehr wie Vanhelga. Während dem Hören ziehe ich einige Parallelen zwischen Bands wie Nocturnal Depression, Eisregen oder „Lifelover“ die hier munter miteinander gemixt wurden. Vor allem letzterer Vergleich kommt nicht von ungefähr, was Prophecy Fest 2015 Besucher festgestellt haben dürften.

 

Den besten Eindruck, was den geneigten Hörer erwartet, bekommt man vom ersten Output „Förstörd“, der unlängst präsentiert wurde und den ihr ein paar Zeilen weiter unten bewundern könnt. Wir sind außerdem gespannt auf das neue Musikvideo, das die Bands in den nächsten Wochen drehen wird. Das Album ist auf 1000 Stück limitiert und wird am 8. Oktober, also stilecht im Herbst erscheinen und ich empfehle: „Zugriff“.

 

Trackliste:

1. Utan mening

2. Det som aldrig fanns

3. Förstörd

4. Du finns där för mig

5. Jag återkommer

6. Abstinensens dystra tongång

7. Dödförklarad - ånstad

8. Disharmoni

9. Status - handlingsförlamad

10. Harmonisk reflektion

11. Introspektion

 

Bewertung:

9 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Vanhelga
  • Album Titel: Ode & Elegy
  • Erscheinungsdatum: 08.10.2016
  • Fazit: Das Album ist auf 1000 Stück limitiert und wird am 8. Oktober, also stilecht im Herbst erscheinen und ich empfehle: „Zugriff“.
Gelesen 2403 mal Letzte Änderung am Freitag, 05 August 2016 20:09

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Vanhelga Förstörd