Freitag, 01 April 2016 01:15

01.04.2016 - Underground Wuppertal + Lifeless + Islay + Divine:Zero + Anam

geschrieben von Nephthys
Lifeless, Islay, Divine:Zero, Anam Lifeless, Islay, Divine:Zero, Anam Underground Wuppertal, https://www.facebook.com/events/1623214634609129/

Am 01.04.2016 öffnete das Underground in Wuppertal für einen Death Metal-Abend seine Pforten, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei gewesen sein dürfte: Mit LIFELESS, ISLAY, DIVINE:ZERO und ANAM wurden vier verschiedene Spielarten an Death Metal präsentiert.

Den Anfang machten die noch nicht einmal ein Jahr alten ANAM aus Wuppertal und entsprechend war das Underground bereits recht gut gefüllt. Vom ersten Takt des Openers "Servant of death" an zeigten die vier Musiker, dass sie ihre Instrumente sehr gut beherrschen und fegten wie ein Orkan durch den Club. Ihre Musik ist eine brachiale Mischung aus Death Metal, Black Metal, Punk und Jazz, aber auch doomige Elemente fielen auf. Die Abrissnummern sind alle sehr kurz gehalten, wenige Songs übersteigen die 2:30-Minuten- Grenze, so dass 16 Nummern in etwas mehr als 35 Minuten durchgeprügelt wurden. Songs wie "Open the gates", "Reborn in blood" und „Feast of flies“ spalteten dem Publikum die Schädel. Nach "Watch your head roll" hatte die Band alle Songs, die bisher entstanden sind, abgefackelt. Das Publikum wollte noch mehr und so wurde das kurze "5000-6000" einfach wiederholt. ANAM wussten zu überzeugen und man wird mit Sicherheit noch Einiges von ihnen hören!

                     Anam               Anam               Anam
 

Da DIVINE:ZERO auf sie folgten, gab es hier den ersten Stilbruch des Abends: Sie kamen wesentlich pflegeleichter und moderner daher und in der von der Band selbst als Melodic Death Metal charakterisierten Musik ließen sich einige Core-Elemente entdecken. Sie verschenkten während des Gigs Energy-Drinks ans Publikum und konnten dieses offensichtlich ebenfalls für sich begeistern - die Schreiberin dieser Zeilen leider weniger, auch wenn es ein solider Auftritt war, war es auf Dauer leider etwas belanglos.

Anschließend hauten die in Wuppertal bereits bekannten Islay dem Publikum ihren "Alkoholic Metal" mit einer unglaublichen Energie um die Ohren. Die Musik bewegt sich zwischen Thrash und Death Metal gepaart mit kurzen Grindcore-Schüben; textlich geht es offensichtlich häufig um Whisky. Mit der Abrissbirne "Havoc and decay" vom Album „The Angels‘ Share“ beweisen Islay, dass sie auch kritische Themen aufgreifen, die sich nicht mit dem Genuss von Destillatwasser befassen. Ihr Sänger bewies mit seinen Tänzen großes Entertainment-Potential und insgesamt kam die Show von ISLAY sehr gut an. Mit der Hymne "Bruichladdich" als Zugabe verließen die Emsländer dann unter Applaus die Bühne.

                                         Islay                                              Islay
 

Nach diesem unterhaltsamen Auftritt ging es bei LIFELESS als Headliner wieder ernster und brutaler zu. Versiert lieferten sie einmal mehr genau das, was man von ihnen erwartet: Feinsten Oldschool Death Metal nach Schweden-Art! Oder wie die Jungs es selbst nennen: Ruhrpott-Asi-Death Metal. Aber so asozial traten sie gar nicht auf, im Gegenteil: Mit offensichtlich bester Laune und viel Spielfreude stiegen sie mit „Sworn to death“ in ihr Set ein. Die recht eingängigen Höhepunkte „Moribund“ und „Perdition of the whore“ wurden fast nacheinander abgefeuert, lediglich das teilweise gemäßigtere „Blood for the gods“ wurde zwischengeschaltet. Kurz darauf gab es eine Live-Premiere des neuen Songs „From chaos our order shall rise“ vom kommenden Album, bei dem sich vielversprechende Innovationen bemerkbar machten und er wurde vom ohnehin schon überzeugten Publikum entsprechend angenommen – man darf gespannt sein, was da auf den geneigten Hörer zukommen wird. Es folgte der Titelsong des aktuellen Albums „Godconstruct“ und mit „Under the sign oft the iron cross“ sowie dem Ende von „Left hand path“ von Entombedbeendeten LIFELESS ihren Auftritt. Eigentlich. Doch auch hier forderte das Publikum mehr und so wurde ein Cover von Dismembers „Casket garden“ noch als Zugabe gespielt – wieder ganz in Schweden-Manier.

                                                                                   Lifeless
 

Insgesamt gab es hier vier ziemlich verschiedene Bands mit jeweils viel Spielfreude zu sehen und alle kamen beim Publikum entsprechend gut an – ein gelungener Abend also. Lediglich das Aufdrehen der Lautstärke bei LIFELESS hätte nicht sein müssen und die Lichtanlagen wurden zu oft zu extrem eingesetzt (als Wink an das Underground), aber der Abend hat gezeigt, dass gute Metal-Konzerte auch in Wuppertal möglich sind, wo in Zukunft hoffentlich noch mehr stattfindet und die Leute ihren Weg hinfinden.    

Fotos: Lisa Winkler Photography & Kevin Meister Photography 

Weitere Informationen

  • Band(s): Lifeless, Islay, Divine:Zero, Anam
  • Wann: 01.04.2016
  • Wo: Underground Wuppertal
Gelesen 2703 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 06 April 2016 02:23