Montag, 11 Mai 2015 16:44

Ancient Gods - Forsaken Needs

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Ancient Gods - Forsaken Needs Ancient Gods - Forsaken Needs Ancient Gods

Ancient Gods kommen aus dem Saarland, genauer gesagt aus Otzenhausen, das bisher ja noch nicht gerade als Schmelztiegel für Metalbands bekannt ist. „Forsaken Needs“ ist ein Konzeptalbum, bei dem Uniformität und Gehorsam in Frage gestellt werden und der gefangene Mensch aufbegehrt wodurch es zu einem Bruch mit dem System kommt.


Es gibt ja leider nur sehr wenige wirklich befriedigende Konzeptalben und einer der wenigen Musiker der das wirklich toll auf die Reihe bekommt ist für mich King Diamond. Dort funktionieren alle Songs auch für sich alleine, die Geschichte ist gut erzählt und es gibt immer ein sehr stimmiges Gesamtbild, wenn man sich das Album am Stück anhört. Genau an dieser Stelle machen auch Ancient Gods alles richtig: thematisch ordnen sich die Songs einem Thema unter, die Geschichte gibt genug her um unterschiedliche Stimmungen, gefühlsmäßige und somit auch Wandlungen beim Sound darzustellen und nicht nur textlich, sondern auch musikalisch ergibt es ein großes Ganzes.


Aufgenommen wurde das Album in den Empire Studios von Rolf Munkes, der sich auch schon für Produktionen von Bands wie Dragonsfire, Majesty oder Empire verantwortlich zeichnet. Bei der anspruchsvollen Musik von Ancient Gods ist es sicher eine gute Entscheidung gewesen, das Album bei einem erfahrenen Produzenten aufzunehmen, denn hier wird auch wirklich häufig und gekonnt „Soundmalerei“ betrieben, d.h. man hat einen langsamen Rhythmus im Hintergrund, eine akustische Gitarre, die zusammen mit einer nur minimal angezerrten Lead-Gitarre Klangwelten schafft.


Kommen wir zu den Songs des Albums
„Juggernaut“ führt in die Thematik des Albums sehr gut ein, die Gleichförmigkeit wird musikalisch unterstrichen ohne langweilig zu werden, aber ein Ohrwurm ist der Song nicht gerade. Ancient Gods vermengen traditionellen Metal mit progressiven Songstrukturen und haben mit Jens John einen wirklich guten Sänger in ihren Reihen. Der Rest der Band steht zwar musikalisch nicht zurück, aber bei jeder Band kommt natürlich auch in Punkto Wiedererkennungswert dem Sänger eine besondere Bedeutung zu. Die Musik von Ancient Gods ist schwer in eine Schublade zu packen. Oftmals hat es mich etwas an alte Metal Church oder auch Psychotic Waltz erinnert, aber ich kenne wenig Bands, die es schaffen tatsächlich eigene und neue Pfade zu beschreiten und nicht nur eine Art Best-of-Mischung von mehreren Bands darstellen. Sie sind aber auch normalem Rock nicht abgeneigt, wie sie z.B. auf „Sere“ zeigen. Normal heißt hier aber nicht, dass es sich um einen einfach gestrickten 3-Akkorde-Rocksong handelt, sondern ist eher auf den Härtegrad bezogen.


Es macht bei diesem Album ausnahmsweise mal keinen Sinn einzelne Songs hervorzuheben, weil wirklich alle auf sehr hohem Niveau sind. Die Musik ist auch auf keinen Fall als Hintergrundmusik geeignet, sie verlangt dem Hörer einiges ab, dafür wird man aber auch wirklich geistreich unterhalten. Es gibt kaum keine Band, der man die stilistische Vielfalt so glaubhaft abnimmt wie Ancient Gods: von ruhigerem Rock über klassichen Metal bis hin zu Thrash wird hier alles miteinander kombiniert. Man hat stets das Gefühl, dass es der Band darum geht mit ihren Stücken den Texten einen wie angegossen sitzenden emotionalen Rahmen zu schaffen, was ihr auch vorbildlich gelingt.


Es ist für mich eine der schwersten Rezensionen bisher, da die Band aus sehr talentierten Musikern besteht, die mit viel Eigenständigkeit und Mut den Hörer überzeugen wollen und neben einer sehr guten Produktion auch abwechslungsreiche Songs, musikalische Vielfalt und ein stimmiges Gesamtkonzept auf der Haben-Seite vorweisen können. Es ist fast wie ein Hörspiel angelegt, Musik und Text sind perfekt miteinander verzahnt. Was stört mich an dem Album? Das wurde mir erst nach mehrmaligem Hören richtig klar: es sind die Refrains. Diese sind im Unterschied zu den sehr komplexen Songs teilweise recht einfach gestrickt und manche gehen zwar leicht ins Ohr, aber auch sehr leicht wieder raus, es bleibt nichts richtig hängen. Vielleicht sind aber hier auch einfach die Maßstäbe einer normalen Metalplatte fehl am Platz und man muss das Album als eine Art für sich stehende Klangwelt verstehen. Von daher: wer auf Progressive Rock/Metal steht sollte hier unbedingt reinhören, weil es eine Platte von wirklich tollen Musikern ist. Alle anderen: hörenswert ist die CD auf jeden Fall, wenn auch schwer in Schubladen zu packen, von daher kann ich nur empfehlen das YouTube-Video zum Song „Sabotage“ anzusehen, da bekommt man schnell einen recht guten Überblick.


Tracklist
1. Juggernaut
2.Learn To Comply
3. Pressure To Perform
4. Who Can Tell
5. Suffer No More
6. Be Wolves!
7. Sabotage
8. Rotting In The Sun
9. Sere


Bewertung:
7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Ancient Gods
  • Album Titel: Forsaken Needs
  • Erscheinungsdatum: 10.04.2014
  • Fazit: Es ist für mich eine der schwersten Rezensionen bisher, da die Band aus sehr talentierten Musikern besteht, die mit viel Eigenständigkeit und Mut den Hörer überzeugen wollen und neben einer sehr guten Produktion auch abwechslungsreiche Songs, musikalische Vielfalt und ein stimmiges Gesamtkonzept auf der Haben-Seite vorweisen können. Es ist fast wie ein Hörspiel angelegt, Musik und Text sind perfekt miteinander verzahnt. Was stört mich an dem Album? Das wurde mir erst nach mehrmaligem Hören richtig klar: es sind die Refrains. Diese sind im Unterschied zu den sehr komplexen Songs teilweise recht einfach gestrickt und manche gehen zwar leicht ins Ohr, aber auch sehr leicht wieder raus, es bleibt nichts richtig hängen. Vielleicht sind aber hier auch einfach die Maßstäbe einer normalen Metalplatte fehl am Platz und man muss das Album als eine Art für sich stehende Klangwelt verstehen. Von daher: wer auf Progressive Rock/Metal steht sollte hier unbedingt reinhören, weil es eine Platte von wirklich tollen Musikern ist. Alle anderen: hörenswert ist die CD auf jeden Fall, wenn auch schwer in Schubladen zu packen, von daher kann ich nur empfehlen das YouTube-Video zum Song „Sabotage“ anzusehen, da bekommt man schnell einen recht guten Überblick.
Gelesen 2962 mal Letzte Änderung am Montag, 11 Mai 2015 16:49

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Ancient Gods – Sabotage Ancient Gods