Montag, 04 Mai 2015 09:19

Sigihl - Trauermärsche (and a tango upon the world’s grave)

geschrieben von Ghostwriter
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Trauermärsche (and a tango upon the world’s grave) Trauermärsche (and a tango upon the world’s grave) Sigihl

VORSICHT KUNST! Ab und zu ist es schlicht unmöglich Musik mit einem lächerlich-oberflächlichen 10 Punktesystem zu bewerten. Ab und zu ist Musik so tiefgründig, Normen-sprengend und außergewöhnlich – Naja oder schlecht - dass allein der Versuch der Kategorisierung kläglich scheitern muss.

Wenn man sich in die Tiefen des experimentellen Black Metals/Dark Ambient/Drone begibt, zählen diese Dimensionen schlicht nicht mehr und genau hier ist es die undankbare Aufgabe „Sigihl: „Trauermärsche (and a tango upon the world’s grave)“ bewerten zu müssen dürfen. Und nein, ich lasse mich nicht drauf ein diesem Album eine Punktebewertung angedeihen zu lassen, handelt es sich hier doch explizit um Liebhabermusik für die Art Mensch, die wohl auch nichts mehr spürt, wenn Ihnen gerade aus den eigenen Gedärmen eine kleine Steppdecke geklöppelt wird. Aber nochmal von vorne:


Sighil aus Polen bezeichnet die eigne Musik als Drone-Jazz aus der Hölle und schafft damit ohne Umschweife die oben als unmöglich eingestufte Kategorisierung. Das 5-Track Album mit einer durchschnittlichen Songlaufzeit von 7 Minuten hat alles was dumpf-düstere Fahrstuhlmusik zum Gruseln braucht. Jede Menge Bass, Drums, keine Gitarre und Vocals, die sich in diesem deprimierenden Soundsumpf nur geringfügig hervortun. Melodien sind keine erkennbar, das Riffing dem Bass zu überlassen ist in dem Genre sowieso Pflicht und die Drums pauken dem ganzen eher wenig Takte ein, ist doch das Arrangement im besten Fall "wirr" oder beklemmend zu nennen.


Was Sighil für mich neu macht, ist der exzessive Einsatz eines Saxophons, das sich eigentlich perfekt eignet um verzerrte Geräusche von sich zu geben -wenn man es nicht spielen kann oder gerade WENN man es spielen kann- In beiden Fällen Hut ab vor dem Künstler (The Pope). Beim Heranziehen von Vergleichsbeispielen wie „Sephiroth“ oder „Apocalypse“ (die ich beide sehr gut finde) fällt auf, dass es immer noch etwas unmelodischer bzw. melodischer geht – Wer beide oben genannten Bands kennt, sollte Sighil diesbezüglich ca. in der Mitte einordnen. Zu erwähnen wäre noch die Trackliste, die mir mit der Benennung mehr als passend erscheint. „Daymares“ habe ich von der Musik zwar nicht bekommen, aber Normalsterbliche würden sich beim Hören wohl eher an ein „Rite Of Pain“ erinnert fühlen, denn an guten Metal. Und dennoch, für Fans des Genres lohnt sich ein Reinhören definitiv. Viel Spaß am Gedärmeklöppeln im Heizungskeller!


Trackliste:

01 Daymare

02 Non Credo Quia Absurdum Est

03 Christ-off Waltz

04 The Rite Of Pain

05 Tango Catholico (REPENT)


Bewertung:

Liebhabermusik

Weitere Informationen

  • Band: Sigihl
  • Album Titel: Trauermärsche (and a tango upon the world’s grave)
  • Erscheinungsdatum: 04.12.2014
  • Fazit: Absolute Liebhabermusik mit der richtigen Portion Angst für die einsamen Abende im Luftschutzkeller!
Gelesen 2849 mal Letzte Änderung am Montag, 04 Mai 2015 09:26

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