Freitag, 17 April 2015 16:30

Comaniac – Return To The Wasteland

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Comaniac – Return To The Wasteland Comaniac – Return To The Wasteland Comaniac

Oldschool Thrash-Metal aus der Schweiz kommt von Comaniac. Wer sich über den Namen wundert: er steht für Company Of Maniacs. Die Firma der Wahnsinnigen veröffentlicht nach zwei Demos nun ihr erstes Album und hier wird gnadenlos geknüppelt und 80er-Jahre geprägter Thrash Metal zelebriert.

Musikalisch geht es grob in die Richtung Exodus, Destruction und ein bisschen Overkill, etwas Metallica und an einigen Stellen ein ganz klein bisschen Suicidal Tendencies. Balladen sucht man auf dem Album also vergebens. Schon mit dem Opener „1, 2, Rage“ zeigt die Band wo's langgeht: ein Nackenbrecher erster Güte, der sofort das handwerklich hohe Niveau deutlich macht und mit pfeilschnellen Rhythmusgitarrenattacken und einem ebenfalls rasend schnellen Schlagzeug aufwartet. Schön umgesetzt und macht sofort Lust auf mehr. Bei „Secret Seed“ geht man etwas vom Gaspedal herunter und das Intro beginnt recht schleppend, aber trotzdem heavy. Das Stück zündet bei mir aber einfach nicht. Der Refrain ist etwas einfach gehalten, nach dem Opener war man gerade auf eine weitere Hochgeschwindigkeits-Nummer eingestellt und irgendwie finde ich hier auch nach mehrmaligem Hören keinen richtigen Zugang.


„Cut Throat“ beginnt langsam und erinnert von der Machart etwas an Testaments „The Legacy“, dann wird aber wieder das Tempo angezogen, der Song weiß gut zu unterhalten und macht ob der vielen Wechsel innerhalb des Stücks richtig Spaß, wobei es nicht nur ein Stück ist, dass man sich zu Hause anhört und genießt, sondern bestimmt auch live begeistert. „Fist Of Friends“ geht zu Beginn ein etwas in Richtung King Diamond, allerdings natürlich mit anderem Gesang. Allerdings fehlt hier auch das gewisse Etwas im Refrain, nicht schlecht, aber auch kein Song, der länger im Gedächtnis bleibt. Das gleiche gilt auch für „Killing Tendency“, wobei man grundsätzlich sagen muss, dass die Band im Uptempo-Bereich am besten aufgehoben ist, nur der Refrain kann's auch hier nicht wirklich rausreißen.


Bei „...And There Is No Job“ wagt man sich an ungewöhnliche Melodielinien, das ist sicher nicht jedermanns Sache, hat aber was und auch hier erinnern einige Harmonie-Übergänge an King Diamonds „Them“-Album. Die Geschwindigkeit variiert von oberem Midtempo bis richtig schnell und es sind eben die schnellen Parts, bei denen man zuhört und sich fragt: wie um alles in der Welt machen die das? Rhythmus- und Leadgitarren wissen zu gefallen und nehmen den Zuhörer an die Hand und führen ihn auf stets interessanten Wegen durch das Lied.Anders als bei vielen anderen Metal-Bands, die die Rhythmusgitarre eher als Begleitung für den Gesang verstehen, hat sie bei Comaniac ihren festen und gleichberechtigten Platz neben dem Gesang.

„Solitude“ ist für mich das Highlight des Albums: ebenfalls abwechslungsreich innerhalb des Stücks, ein schöner Refrain und gekonnte Soli. „The Rake“ beginnt recht gemächlich, danach gibt es wieder die gewohnten Tempowechsel, allerdings fällt das Stück nach „Solitude“ etwas ab. „Monsters Final Creation“ wirkt etwas wie ein Lückenfüller: der meiner Meinung nach schwächste Song des Albums, vieles hat man schon gehört, es fehlen hier die eigenen Akzente. Jetzt aber nicht den Fehler machen und die CD aus dem Spieler nehmen: sonst würdet Ihr Euch Flakhead entgehen lassen, die klassische Thrash-Abrissbirne, die am Ende nochmal die Qualitäten der Band aufzeigt. Vor allem ab 3min10s: das Schlagzeug knüppelt drauflos, die Leadgitarre überschlägt sich fast – so macht Thrash Metal Spaß.


Die Band hat großes Potenzial, handwerklich gibt es nichts zu meckern, hier hat man seine Hausaufgaben sehr gründlich gemacht, lediglich beim Songwriting fehlt es noch etwas an Schliff, aber alles andere wäre bei einem Debut-Album ja auch ein Wunder.


Tracklist:
01. 1, 2, Rage
02. Secret Seed
03. Cut Throat
04. Fist Of Friends
05. Killing Tendency
06. ...And There Is No Job
07. Solitude
08. The Rake
09. Monsters Final Creation
10. Flakhead


Bewertung:
7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Comaniac
  • Album Titel: Return To The Wasteland
  • Erscheinungsdatum: 27.02.2015
  • Fazit: Die Band hat großes Potenzial, handwerklich gibt es nichts zu meckern, hier hat man seine Hausaufgaben sehr gründlich gemacht, lediglich beim Songwriting fehlt es noch etwas an Schliff, aber alles andere wäre bei einem Debut-Album ja auch ein Wunder.
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Comaniac - Secret Seed (Official Video Clip) 2015 Comaniac