Freitag, 16 August 2013 14:15

Frigoris - Wind

geschrieben von Ghostwriter
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Wind Wind Frigoris

Albenreviews machen doppelt so viel Spaß, wenn man weiß, was einen erwartet. So durfte ich am Ragnarock 2013 Frigoris schon erleben und einige Songs der aktuellen Platte bzw. zweiten Platte „Wind“ live goutieren. Frigoris sind zumindest optisch nicht die typischen Black-Metaller.

Ohne Corpse Paint Klischee aber dafür mit umso mehr „Melodic“ hauen die Jungs in die Sparte Depressive-Melodic Black Metal und erinnern mich stellenweise an die auch ausgezeichneten Franzosen von Nocturnal Depression. Nachdem die längjährge Bassistin Melanie die Band im April verlassen, und Maximilian kurz darauf den Vier-Saiter bei Frigoris übernommen hat, konnte zumindest live keine Abstriche im Sound erkannt werden. Wieviel Melanie noch Anteil an der Produktion hatte, konnte ich auf die schnelle nicht herausfinden, wohl aber, dass die Zusammenarbeit von Hypnotic Dirge Records und Misanthropic Art Productions wohl hauptsächlich dem Hörer zugute kommt. Als Co-Release bekommt man das Album jetzt praktisch komplett auf Youtube präsentiert, was die Kaufentscheidung um einiges vereinfacht!

 

„Mit Wind bekommt man ein Werk serviert, das mit seiner natürlichen Langsamkeit, den vielen bedächtigen Parts aus zwei Gitarren, dem Backgroundsound und den flüsterleisen Gesangsparts seine Fans wie erwähnt eher im melodischen Bereich findet.“ - Könnte man zumindest meinen wenn man sich vom Intro „Windgeflüster“, Zwischenspiel „Hauch“ oder Teilweise auch Track „Ode an verlorene Seelen“ täuschen lässt. Dass Sänger Dominik, Co-Gitarrist Raphael, Maximilian am Bass und Pelle an den Drum auch anders können, wird spätestens im Track 2 „Zwischenwelten“ klar gestellt. Hier wird in schönster BM-Manier Gegrowlt, Gescreamt und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einiges an Atmosphäre erzeugt. Das Riffing in einer einzigen Kakophoniewand von Bass durchsetzt und den Drums getragen setzt hier eindeutige Akzente, wobei auch hier ein kurzer Part mit klassischem Gitarrenspiel und Geflüster (äußerst passend) eingesetzt wird.

 

In „Frühlingsnacht“ wird wiederholt der sonst im BM oft gerügten Monotonie eine klare Absage erteilt und so mischen sich auch in diesem Track zwischen hart getragene Growlparts mit Gitarrengeschrammel klare Parts und sogar einem kurzen Gastpiel von weiblichem Singsang. So kann man den Jungs aus meiner Sicht alles, aber nur nicht Unkreativität attestieren. Bereits erwähnte „Ode an verlorene Seelen“ ist eine Art Mash-Up von Stimmsamples offenbar christlich-indoktrinierter Menschen die Ihren geistlosen Müll roboterhaft zum Besten geben und dabei von Frigoris unterstützt werden. Auch hier leistet sich die Band keine Schnitzer und die gute Soundqualität der Produktion kommt zum Tragen.

 

„Wind“ hat für mich alles was ich an Melodic Black Metal mag und bekommt nur wegen der relativen Kürze der Scheibe einen Abzug in der B-Note. Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen mal Reinzuhören und sich die Jungs auch mal Live zu Gemüte zu führen.


Tracklist:

1 - Windgeflüster
2 - Zwischenwelten
3 - Im Keim ertrunken
4 - Frühlingsnacht
5 - Hauch
6 - ...und Asche rinnt durch meine Hände
7 - Ode an verlorene Seelen
8 - Wenn die Maske bricht

Bewertung:

9 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Frigoris
  • Album Titel: Wind
  • Erscheinungsdatum: 08.06.2013
  • Fazit: „Wind“ hat für mich alles was ich an Melodic Black Metal mag und bekommt nur wegen der relativen Kürze der Scheibe einen Abzug in der B-Note. Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen mal Reinzuhören und sich die Jungs auch mal Live zu Gemüte zu führen.
Gelesen 3528 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 August 2013 14:26

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