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17 Jun

Unter dem Radar: Unru (Black Metal)

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Musik, die für sich spricht, und nichts weiter braucht als Atmosphäre, um sich auszubreiten, verdient schon seit jeher Respekt. Wenn jedoch etwas wie ein schwarzes Loch alle Gefühle einsaugt und sich gleichzeitig wie ein Lauffeuer im Inneren verbreitet, dann kann es sein, dass man ein Werk von Unru genießen darf und sich auf eine Reise durch die tiefsten Abgründe eingelassen hat.

Im Jahr 2012 haben sich vier Musiker aus Bielefeld entschlossen, mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus Black Metal und Neocrust ein Klangerlebnis zu schaffen, dass sich nur schwerlich in Worte fassen lässt. Nach einer wegweisenden Demo und zwei Splits mit Paramnesia und Sun Worship erschien im Jahre 2016 ihr Debut Album „Als Tier ist der Mensch nichts" welches in vielen Aspekten als herausragend betitelt werden kann. Auf einigen Support Shows für bekannte Größen wie Ultha oder Wiegedood konnte die Band ihre Kunst schon darbieten und Erfahrung für all das sammeln, was ihre Musik mehr wie würdig macht, hier vorgestellt zu werden.


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Aktuelle Besetzung

H. - Unkown

A. - Unknown

S. - Unkown

T. - Unknown


Discographie

2013 Demo MMXIII (Demo)

2013 Sun Worship / Unru (Split)

2014 The Final Bloodbath (Single)

2015 Paramnesia / Unru (Split)

2016 Als Tier ist der Mensch nichts


Review zu „Als Tier ist der Mensch nichts"


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Generisch ist ein Fremdwort für Unru, denn auf jedem Release der Band ist stets ein Fortschritt zu hören, der auf dem aktuellen Album seinen bisherigen Höhepunkt findet. In nur vier Tracks gebündelt stellt man das Negativste im Menschen dar und bietet musikalisch wie auch lyrisch anspruchsvolle Begleitung. Fesselnde Gitarren, die im ersten Moment wie komplette Anarchie wirken, werden jedoch schnell als komplexes Gebilde mit Gesang und Schlagzeug eins und bieten insgesamt ein etwas mehr als halbstündiges Erlebnis für die Sinne.


Auch hier war der persönliche Erstkontakt ein Konzert, bei dem ich keine der Vorbands kannte und heute alle davon empfehlen kann. Unvergessen blieb das Gefühl, als mich die Band nach den sanften einleitenden Klängen von „Zerfall & Manifest" das erste Mal gefangen nahm. Diese drückende Melancholie, die perfekt durch den Gesang zu einem Sog manifestiert wird, der nicht mehr loslässt – nur leichte melodischere, aber dennoch düstere Riffs stechen heraus, um das Gehörte zu verstärken. Immer schneller zulaufend gipfelt das Lied mit einem wilden Sturm aus musikalischer Düsternis, die fließend übergeht in „Das Anna-Karenina-Prinzip", ohne auch nur eine Sekunde Verschnaufpause.


Die immer noch aufrechterhaltene Atmosphäre wird hier noch etwas melodischer untermalt und im Tempo gewohnt schnell zelebriert. Ohne Entrinnen bohrt sich die Musik in den Kopf und zieht wie ein Mahlstrom alles hinab. Es wirkt so, als ob die Musik ihre eigene Seele entwickelt und aus Einflüssen verschiedener andere Stile mehr und mehr Kraft holt, um einzigartig und unverkennbar zu werden. Keine Sekunde dieser Musik weckt auch nur einen Hauch an Hoffnung an die Menschheit – vielmehr wirkt es wie die Vertonung der Hölle im Menschen, untermalt mit Texten, die dessen Fehlbarkeit beschreiben. Stetiges Up-Tempo, teils Mantra-artige Riffs vermischt mit seltenen, aber gut platzierten Soli schaffen vor allem zum Ende des Liedes hin ein akustisches Erlebnis mit Seltenheitswert.


Mit dem Track „Hēdonée" offenbart sich die Doom-Seite der Band, die hier ungewohnt langsam, aber niemals minder drückend und düster das Programm der Truppe weiter komplementiert. Auch wenn es gewissermaßen ein Stilbruch ist, passt der Track stilistisch nahtlos in das Konzept der Band, die weiterhin einen finsteren Trip in die Hölle vertont, der seinesgleichen sucht. Wahrhaft Gänsehaut verursacht ab der sechsten Minute ein manischer Schrei als kurzer Bruch im Drone Doom-/Funeral Doom-ähnlichen Konstrukt, gefolgt von kurzzeitigem Tempogewinn, um anschließend fast noch düsterer weiterzugehen mit einem etwas an Death Metal erinnernden Gesang. Ausklang findet dieser Song mit sanftem Glockenklang, der fast schon hämisch fröhlich dieses Lied beendet.


Doch das Ende wirkt in Anbetracht des „Totemiker" trügerisch, der - wie auch schon die ersten beiden Tracks - erbarmungslos schnell beginnt und im Aufbau mehr an „Zerfall & Manifest" anknüpft. Textlicher Tiefgang wird hier nach wie vor garantiert und musikalisch auf gewohnte Art mit Crust und einem guten Hauch Black Metal untermalt. Dieser Sturm endet letztendlich nach guten fünf Minuten langsam ausklingend in etwas sausenden Wind und hinterlässt nichts als Chaos.


Die Stücke von Unru sind keinesfalls etwas, um sich zwischendurch oder nebenbei beschallen zu lassen. Diese Musik will aufgesaugt und gelebt werden, denn nur dann kann man deren volle Wirkung spüren und sich auf eine ganz besondere musikalische Erfahrung einstellen. Diese Release vertont menschliche Abgründe, wie nur wenige es vermögen, und setzt alles auf eine melancholische und teils sehr reißerisch stürmische Untermalung. Wer sich wirklich in der Stimmung fühlt und seinen Geist öffnen möchte für eine Reise, die man nie mehr vergisst, sollte Unru sein Gehör schenken.


Tracklist

1. Zerfall & Manifest

2. Das Anna-Karenina-Prinzip

3. Hēdonée

4. Totemiker

Weitere Informationen

Crimson

 

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