Nach einem kurzen Hallo und dem Einsacken der Pressepässe, wurde noch kurz administratives (Flash-Speicher, Alkohol, Brötchen) im nahegelegenen Industriezentrum erledigt, bevor es zu den ersten Bands ging um die Arbeit aufzunehmen. Phil, der mir als alten Death-Metaller im Bereich BM einiges Voraus hatte, konnte schon zielgerichtet einen Schlachtplan vorzeigen um auch wirklich die interessantesten Bands herauszufischen! Am ersten Tag konnten somit Waldgeflüster, Agalloch, Rabenschrey und King of Asgard von uns begutachtet und als gut befunden werden, während zusätzlich Varg die im Vorfeld angekündigte Absage von Borknagar trotz aller Unkenrufe mehr als auffangen konnten.
Während die Abmischung bei Waldgeflüster und Agalloch kaum Wünsche offen gelassen hatten (Zumindest in meinen Ohren), wurden die ersten 10 Minuten von Rabenschrey mit einem permanent durchgängigen Rückkopplungston durchsetzt, was dem Ganzen aber kein Abbruch tat, da mir der gute Mann mit seinem permanenten Animationsgehabe tierisch auf den Sack ging („Wer war alles schon auf Wacken, sind hier auch Heiden anwesend, wer hat alles schon was gegessen“ usw.). Ansonsten waren die Bühnenshows an diesem Freitag zum Teil angenehm überraschend und das Personal durch die Bank weg sehr zuvorkommend. (Dank geht hierbei auch an die Dame an der Garderobenausgabe, die uns während den Pause mit Anekdoten über Latexpullis bei Laune hielt).
Aber auch das Rahmenprogramm rund um die Halle soll hierbei nicht unerwähnt bleiben, sowie eine für die Größe des Festivals, gute Infrastruktur und sehr günstige Preise und natürlich Kampfdemonstrationen eines in der Nähe kampierenden Wiki-Clans. Alles in allem ein sehr rundes Programm mit der nötigen elitären Ernsthaftigkeit eines BM-Pagan Festivals.
Nachdem Phil und meine Wenigkeit die letzte Band gesehen und mit den an unseren Autos angrenzenden Niederländern das eine oder andere Bier vernichtet hatten, ging es zum Batterieaufladen in die enge Koje des Micras, nur um eine interessante und kalte Nacht auf der Rückbank zu verbringen. (Nachts um vier noch eine SMS von Herrn Jetten zu bekommen nur um dann die Blase des Todes und der Vernichtung zu entleeren, ist bei knapp über 0 Grad weniger angenehm als angenommen.)
Der nächste Morgen wurde dann mit einem kurzen Spaziergang nach Lichtenfels und einem romantischen Frühstück (Phil hatte Apfelstrudel und ich eine heiße Schokolade während wir uns verliebte Nichtigkeiten ins Ohr säuselten und in die faltigen Gesichter prügelten) begangen, welches dann zurück am Parkplatz mit Jackie-Cola und weiterem Bier evaluiert wurde. Auch unsere Holländer konnten mit Ihrer rollenden Disco sowie Gorefest und Metallica (Epic-Version) punkten, bevor wir uns wieder aufs Gelände schleppten um dort den letzten Tag einzuläuten.
Durch einige Veränderungen im Programm wurden die Bands, anders als auf der Homepage angegeben, durcheinandergewürfelt, aber zum Glück durch Flyer und Aushänge ordentlich angekündigt. Besonders hervorgestochen hatten am Samstag besonders Sycronomica, Absu (Highlight für Phil), Dark Fortress und Impiety. Leider wurde Dark Fortress durch die ein wenig matschige und zu basslastige Abmischung etwas verhagelt, konnte dies aber mit der Bühnenshow mehr als ausgleichen. Wegen weiterer Verpflichtungen in Stuttgart musste ich dann zwar schon gegen 19.00 Uhr das Feld räumen, was aber kein echtes Problem darstellte, da Phil weiterhin tapfer die Stellung hielt und mich daher mehr als würdig ersetzte!
Fazit:
5 Pommesgabeln für zwei Tage Ragnarök! Das erste richtige Festival im Jahr 2012 und schon so ein Kracher, da müssen sich die anderen warm anziehen bzw. ins Zeug legen um das zu toppen! 2013 werden wir wieder am Start sein!
Hardfacts im Überblick:
Pro:
- Sehr gut organisiertes kleines Festival
- Günstige Preise, Tickets und Merchandise
- Gute Übernachtungsmöglichkeiten (Halle, Campingplatz)
- Gute Genremischung (BM, Folk, Pagan)
- Bands zum „Anfassen“
- Äußerst angenehmes Team und vor allem zuvorkommende Security
Contra:
- Toilettensituation zum Teil sehr anstrengend (Interessant wieviel Kot in so ein Dixiklo-Pissoir passt)
- Bei manchen Bands nervige Abmischung, alles in allem aber dennoch brauchbar
- Etwas bessere Beschilderung der Lokalitäten wäre hilfreich gewesen