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30 Mär

Waldgeflüster - Ruinen

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Ruinen Ruinen Waldgeflüster

Waldgeflüster gehören in meinen Augen zu den besten Bands im deutschen Black Metal, seit ich vor rund fünf Jahren erstmals das Debütwerk „Herbstklagen“ gehört habe. Da Winterherz, das Mastermind hinter dem ehemaligen Ein-Mann-Projekt, ein fleißiges Kerlchen ist, lag mit „Ruinen“ im Herbst 2016 bereits das vierte Album vor. Warum erst jetzt ein Review? Nun, ich habe mich noch bei keinem Album so schwergetan, einen Zugang zu finden.

Acht Songs, 53 Minuten, ein wundervoll atmosphärisches Cover, grandiose Gäste wie Helge Stang („...und immer wieder Schnee“) oder Austin Lunn – so viel zu den vielversprechenden Fakten.
Ich tue mich immer sehr schwer, wenn es an neue Alben meiner Lieblingsbands geht, sind die Erwartungen doch meist verdammt hoch. Nicht nur einmal hat mir das ein eigentlich gutes Album versaut. Bei „Ruinen“ war das nicht der Fall. Natürlich waren meine Erwartungen hoch, aber ich war mir ziemlich sicher, dass Winterherz selbst absichtlich kaum etwas verhunzen könnte.

Seit Oktober habe ich das Album zwar, kam damals allerdings aus zeitlichen Gründen nur zu ein oder zwei Durchläufen – rückblickend natürlich ein dämlicher Fehler. Zeit wird nicht grundsätzlich mehr, auch in den darauffolgenden Monaten gab es gute Releases (vor allem Horns grandioses „Turm am Hang“). Und trotzdem war auch das nicht der Hauptgrund, warum es ein halbes Jahr gedauert hat, bis ich hier vorankomme. Auf meinem Desktop existiert das Dokument dazu seit Dezember, geöffnet, geschlossen, immer und immer wieder. Ich fand einfach keinen Zugang zu Ruinen. Es hat einige Monate und einige einschneidende Ereignisse gebraucht, bis sich mir das Album mehr und mehr öffnete – und seitdem nicht mehr aus meinem Auto wegzudenken ist.

Dass es sich bei Waldgeflüster seit diesem Album nicht mehr um das Projekt eines Einzelnen, sondern gleich um fünf Musiker handelt, merkt man – die Musik hat sich weiterentwickelt. Allerdings: Waldgeflüster ist immer noch problemlos und glanzvoll als Waldgeflüster zu erkennen. Die verschiedenen Einflüsse haben jedoch zu einem Reifeprozess beigetragen, der die Musik vielschichtiger, bedrückender und dadurch noch emotionaler macht – etwas, das ich von Waldgeflüster eigentlich nicht für möglich gehalten hatte. Kudos! Das bereits angesprochene Cover fängt die Atmosphäre der Musik perfekt ein: Nicht völlig hoffnungslos, aber vielfach ehrlich. Das Konzept der Ruinen – mental, symbolisch, körperlich – ist unheimlich interessant und ergiebig.
Ob verzweifelt, rasend, melancholisch oder einfach nur tieftraurig, das Quintett und insbesondere Winterherzs ausdrucksstarke Vocals treffen die richtigen Töne. Zudem findet wie auf „Meine Fesseln“ der Klargesang mehr Einsatz und vermittelt Zerbrechlichkeit, beispielsweise auf „Ruinenfelder“.
Waldgeflüster beweisen auf jedem einzelnen Song Verständnis für Tempo und Härte und wann man auch einmal darauf verzichten sollte, von Melodik und natürlich in allererster Linie Atmosphäre - Songwriting allerhöchster Güte. Und trotzdem aufgrund der Vielschichtigkeit und bedrückenden Atmosphäre nicht so leicht zugänglich wie vorherige Outputs – dafür lohnt sich jedoch jede Sekunde, die man in das subjektive Verstehen der Musik steckt.
Die Drums sind stark und die Vocals habe ich bereits gelobt, ganz besonders sticht aber die brilliante Gitarrenarbeit heraus: Die faszinierenden Leads tragen die Songs mit, transportieren Stimmung und Emotionen.

Die Lyrics sind wie immer on point, klanglich wie inhaltlich ohne Makel. Die evozierten Bilder passen zur Musik und verstärken diese. Dass dem Album Gedanken Nietzsches vorstehen (das Booklet und das Intro „Die Ruine als Schmuck“ verraten so viel), macht das Ganze in meinen Augen nur noch besser.

Wer melancholisch-atmosphärischen Black Metal nicht mag, wird auch mit „Ruinen“ nicht warm werden. Für Fans von Waldgeflüster und die, die es noch nicht sind, ist „Ruinen“ der Beweis, dass Bandevolution lange nicht auf Kosten der Qualität geschehen muss: Ein reifes, durchdachtes, emotionales und packendes, aber auch schwieriges Album. Eines, das sich zu hören lohnt.

Bewertung: 9,5 / 10 Punkten

Tracklist:

01 Die Ruine als Schmuck
02 Weltenwanderer
03 Trümmerfestung
04 Und immer wieder Schnee
05 Ruinenfelder
06 Graustufen Novembertage
07 Aschephönix
08 Susitaival

Weitere Informationen

  • Band: Waldgeflüster
  • Album Titel: Ruinen
  • Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2016
  • Fazit: Wer melancholisch-atmosphärischen Black Metal nicht mag, wird auch mit „Ruinen“ nicht warm werden. Für Fans von Waldgeflüster und die, die es noch nicht sind, ist „Ruinen“ der Beweis, dass Bandevolution lange nicht auf Kosten der Qualität geschehen muss: Ein reifes, durchdachtes, emotionales und packendes, aber auch schwieriges Album. Eines, das sich zu hören lohnt.
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